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Auto-Professor Dudenhöffer

Junge Menschen interessieren sich mehr für Neuwagen

Der in Wörth aufgewachsene Auto-Professor Ferdinand Dudenhöffer glaubt, das mit der Pandemie die Wertschätzung für ein eigenes Fahrzeug gestiegen ist. Das Interesse werde auch durch Auto-Abos geweckt.

Trendumkehr: Inzwischen interessieren sich wieder mehr junge Menschen für Autos, so der Automobil-Professor Ferdinand Dudenhöffer in einer Studie. Foto: Erwin Wodicka / Bilderbox

„Autokäufer werden immer älter“ – die gängige Aussage ist nach Ansicht des Auto-Professors Ferdinand Dudenhöffer überholt. „Der Methusalem-Effekt hat für die Autobauer seinen Schrecken verloren“, sagt der Direktor des CAR-Center Automotive Research (Duisburg), der in Wörth-Maximiliansau aufgewachsen ist.

Lange war das Smartphone das Statussymbol für junge Menschen

1995 war in Deutschland der Neuwagenkäufer im Durchschnitt noch 46,1 Jahre alt, beruft sich Dudenhöffer auf Angaben des Kraftfahrtbundesamts und eigene Untersuchungen. Dann wurden Smartphones das neue Statussymbol von jungen Menschen, Car-Sharing wurde chic, auch Auto-Leasing war für viele Privatleute kein Tabu mehr – zuvor hatte es noch geheißen: „Ein Auto muss einem gehören.“ Die Folge: Im Jahr 2015 war der durchschnittliche Neuwagenkäufer 52,7 Jahre alt. Seitdem stagniert der Wert.

„Nicht nur durch Corona hat das individuelle Auto neue Wertschätzung erhalten“, ist sich Dudenhöffer sicher. Die Altersgruppe der 25- bis 35-Jährigen wisse wieder mehr als früher ein eigenes Auto zu schätzen: für den Einkauf, für die Fahrt zu Kita und Schule, fürs Pendeln vom Wohnort in die Städte. Seit 2014 steigen sowohl der Anteil als auch die absolute Zahl der Neuzulassungen der Altersgruppe 25 bis 35 Jahre. Im vergangenen Jahr stand sie für 16,8 Prozent aller Pkw-Neuwagenkäufer, so eine Erhebung von Dudenhöffers Institut. „Auch diese Entwicklung zeigt, dass das Argument, das Auto wird zum Auslaufmodell, falsch war und ist.“

Dudenhöffer nennt Gründe für seine These, dass das Auto auch bei jungen Menschen wieder angesagt sei: neue Formen des Autobesitzes wie Auto-Abos und die zunehmende Zahl von Firmenwagen, die auch privat genutzt werden können.

27,5 Prozent aller neuen Pkw sind wohl Firmenwagen

In diesem Jahr werden voraussichtlich 27,5 Prozent aller Pkw-Neuwagen als Firmenwagen zugelassen. Zum Vergleich: 2010 lag der Anteil bei 20,1 Prozent. Nach Einschätzung des Car-Instituts werden zwischen 40 und 50 Prozent der Firmenwagen auch privat genutzt – und diese Fahrer sind naturgemäß jünger.

Noch ein (beginnender) Trend: Auto-Abos. In diesem Jahr werden laut Dudenhöffer bis zu 50.000 Auto-Abos verkauft. Er sieht hohe Zuwachsraten. „Auto-Abo-Kunden sind deutlich jünger als der Durchschnitt der Neuwagenkäufer.“

Autos kann man kaufen, leasen oder per Abo nutzen. Beim Auto-Abo ist in der monatlichen Rate alles inklusive – außer dem Sprit und eventuellen Besuchen in der Waschstraße. Es ähnelt TV- und Musik-Streaming-Abos. Die Laufzeit liegt meistens zwischen ein und sechs Monaten. Das ist ein Unterschied zum Leasing, wo der Nutzer ebenfalls nicht zum Eigentümer des Autos wird. Beim Leasing muss der Kunde zudem Kosten wie Kfz-Steuer und Versicherung übernehmen, oft auch die Wartung.

Bleibt es bei der Renaissance des eigenen Autos, wenn die Corona-Krise vorbei ist? Dudenhöffer meint ja – auch wegen Veränderungen auf der Angebotsseite, „denn bei Vermietern, Car-Sharern und öffentlichen Verkehrsunternehmen werden mit hoher Wahrscheinlichkeit durch die coronabedingten Verluste Angebote gekürzt“.

Eine Anfrage zu diesem Aspekt bei beim großen Carsharing-Anbieter Stadtmobil in Karlsruhe blieb bislang unbeantwortet.

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