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Nur noch 95 Cent

Kampfpreise statt Schlangen vorm Supermarkt: Werden Corona-Selbsttests zum Ladenhüter?

Einst waren sie ein knappes Gut, für das Menschen Schlange vor Discountern standen: Corona-Selbsttests. Steigende Impfzahlen und kostenlose Bürgertests haben sie aber zum Ladenhüter gemacht.

Die Preise für Selbsttests sind im freien Fall. Die Drogeriemarktketten dm und Müller werfen sie jetzt für 0,95 Cent auf den Markt. Foto: Zacharie Scheurer/dpa

Corona-Selbsttests – im ausklingenden Winter noch so wenig verfügbar, dass sie schon fast wie Hehlerware gehandelt wurden. Bis zu zehn Euro kostete ein Test damals. Das Blatt hat sich grundlegend gewendet. Jetzt fiel sogar die Ein-Euro-Hürde: Die Drogeriemarktkette dm gab am Dienstag bekannt, die Selbsttests in ihren Märkten und online jetzt für 95 Cent pro Stück anzubieten.

„Im März waren Selbsttests ein knappes Gut, entsprechend hoch waren die Einkaufspreise für den Handel und somit auch die Verkaufspreise. In wenigen Wochen hat sich dieses Bild stark gewandelt. Die Einkaufspreise sind gesunken, weshalb wir diesen Vorteil auch an unsere Kunden weitergeben möchten“, so dm-Geschäftsführer Sebastian Bayer.

Impfungen und kostenlose Tests als Konkurrenz

Ein regelrechter Kampfpreis, mit dem dm auch die Discounter Aldi und Lidl unterbietet: Dort kosten die Tests online aktuell knapp zwei Euro. Bei Rossmann stehen sie noch mit knapp unter drei Euro im Internet – allerdings winken hier in diesen Tagen 30 Prozent Rabatt.

Und wer bei dem Drogeriemarkt Müller nachsieht, stellt fest: Auch hier wurden die Preise von 2,95 Euro aktuell auf 0,95 Euro gesenkt. Einst brachte der Selbsttest den Discountern lange Schlangen vor die Märkte und stresste die Server im Online-Handel – jetzt hat er schon das Image eines Ladenhüters.

„Je mehr geimpft wird und kostenlose Test-Angebote verfügbar sind, desto geringer wird die Nachfrage nach den Selbsttests“, beobachtet auch Benjamin Buckel von der Gropius-Apotheke in Karlsruhe. Sobald die Tests im ersten Quartal verfügbar waren, schaffte er große Mengen an. Sie kosten bei ihm pro Stück 7,95 Euro – kein Vergleich zu den Preisen und Stückzahlen der Drogerien und Discounter.

Buckel ist als Apotheker die Beratung wichtig, und auch die Versorgungssicherheit: „Der Bedarf war damals da“, erinnert er sich an das Frühjahr, als er eine Reserve anlegte. Und auch jetzt registriert er noch Bedarf, wenngleich der zurückgehe. Dennoch würde Buckel, was seine Einkaufspolitik angeht, jederzeit wieder so handeln.

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