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Corona trifft auch Thalgo-Cosmetic

Karlsruhe als Drehscheibe für Meeres-Kosmetik

Wellnesshotels, Kreuzfahrtbranche, Kosmetikinstitute – vielen ging es vor Corona gut. Das hat sich geändert. Auch ihr Lieferant Thalgo Cosmetic mit Deutschland-Zentrale in Karlsruhe bekommt dies zu spüren. Doch die Perspektiven nach der Pandemie seien gut.

Kosmetika aus Karlsruhe: Die Thalgo Cosmetic GmbH bekommt die Corona-Krise massiv zu spüren. Nach der Pandemie werde das Unternehmen aber wieder verstärkt von gesellschaftlichen Trends profitieren, heißt es. Foto: Barbara Dupont

Thalgo-Kosmetika ist an Bord von Kreuzfahrtschiffen, wird in den Beauty-Abteilungen von Hotels und in Kosmetikinstituten sowie Day Spas verwendet – all diese leiden in diesem Jahr massiv unter der Corona-Krise. Das wirkt sich in der Konsequenz auf die Thalgo Cosmetic GmbH in Karlsruhe aus, der Deutschland- und Österreich-Zentrale des französischen Schönheitskonzerns. „Wir sind mit all unseren Kunden im Frühjahr in den Lockdown gegangen und jetzt wieder“, sagt Thalgo-Geschäftsführer Olaf Gransee auf BNN-Anfrage.

2019 war das beste Jahr für Thalgo Deutschland

Gute Zeiten, schlechte Zeiten: „2019 war das beste Jahr“, erinnert Gransee und nennt die seinerzeit erlösten acht Millionen Euro. „Wenn wir in diesem Jahr vier Millionen Euro schaffen, sind wir gut“, verdeutlicht der Manager die Situation im Corona-Jahr. Ohne staatliche Hilfe werde man nach dem weiteren Lockdown rote Zahlen schreiben. „Oktober und November sind in unserer Branche eigentlich die besonders starken Monate, da bevorraten sich normalerweise die Kunden.“ Nun wird bei Thalgo wieder kurzgearbeitet.

Normalerweise muss jede Kosmetikerin, die Thalgo anwendet, zur Schulung nach Karlsruhe. In die Day-Spas und auf die Kreuzfahrtschiffe reisen üblicherweise die Thalgo-Expertinnen. Die Schulungsräume in Karlsruhe wurden zu Jahresbeginn umgebaut. „Wir hatten die Kosten und konnten kein einziges Präsenzseminar durchführen“, erläutert Gransee. Die aus der Not geborenen Video-Schulungen seien jedoch sehr gefragt. Der Online-Verkauf ist laut Gransee ebenfalls gewachsen. Er macht mittlerweile zehn Prozent des Geschäfts aus. Der Versand erfolgt auch hier via Karlsruhe.

Trotz der Rückschläge blickt der 59-Jährige optimistisch in die Zeit nach der Corona-Krise: „Bei den Hotels, die Thalgo-Produkte verwenden, mache ich mir keine Sorgen. Die werden sehr schnell wiederkommen.“ Sie standen bislang für 30 Prozent des Umsatzes. Bei den Kreuzfahrtschiffen (zehn Prozent) braucht es seiner Einschätzung nach mehrere Jahre, bis das Vorkrisenniveau für Thalgo erreicht ist. Eine besondere Herausforderung wird es aus Gransees Sicht sein, Umsatzausfälle bei Kosmetikinstituten und Day Spas aufzufangen. Diese steuern bislang 60 Prozent zum Umsatz bei.

Zusammenarbeit mit Drogeriemarkt Müller ist neu

Gransee freut sich daher, dass ein für Thalgo komplett neuer Vertriebskanal gut beim Kunden ankommt: Seit Februar wird die Marke „Novexpert“ exklusiv vom Drogeriemarktfilialisten Müller vertrieben – mittlerweile in 180 Filialen des Ulmer Konzerns. Bei „Novexpert“ handelt es sich, wie bei Thalgo, um Algenkosmetik.

Die Karlsruher haben ein Gespür fürs Meer: Die Pflegeprodukte entstehen auf Basis maritimer Algenextrakte, die der französische Familienkonzern an seinem Hauptsitz in Roquebrune-sur-Agents (Côte d’Azur) herstellt.

Teil des Thalgo-Konzerns sind auch die Marken Ella Baché (pflanzliche Wirkstoffe), Couleur Caramel (bio-dekorative Kosmetik) und Perron-Rigot (Enthaarungswachse). Mittlerweile biete man den Kosmetikerinnen diese Vielfalt ohne gesonderte Verträge. „Das ist sehr gut angekommen“, heißt es bei Thalgo.

Ein Wachstumsmarkt ist aus Gransees Sicht Technik fürs Kosmetikstudio: Für Micro-Needling, Ultraschall und Radiofrequenz biete Thalgo die Geräte an. „Auch da ist das Ziel, Komplettanbieter zu sein.“

Thalgo werde nach Corona wieder verstärkt von großen gesellschaftlichen Trends profitieren: „Gerade in Deutschland ist das ökologische Denken extrem ausgeprägt. Das spiegelt sich in der Kosmetik wider“, erläutert der Wahl-Baden-Badener Gransee. Viele Deutsche scheuten sich nicht mehr vor einer professionellen kosmetischen Behandlung. „Da werden sie ein bisschen Französisch.“ Außerdem nehme die Gruppe der kaufkräftigen Best Ager zu. Letztlich sei Männerkosmetik ein Trend. Immerhin fünf Prozent des Umsatzes erlöst Thalgo mit seiner speziellen Männerkosmetik-Linie.

Auch das „Traumschiff“ ist ein „Thalgo-Schiff“

Zu den Thalgo-Kunden zählen die Aida-Kreuzfahrtschiffe oder die „Europa 1“ und „Europa 2“, um Beispiele zu nennen. „Auch das ,Traumschiff‘ ist ein ,Thalgo-Schiff‘“, sagt Gransee. Zu den zahlreichen Hotels, die Thalgo-Kunden sind, gehören beispielsweise Neptun, Erbprinz, Bareiss, Sackmann, BollAnts oder Edelweiß im Salzburger Land.

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