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Digitalisierung

Karlsruher IT-Spezialist init erzielt in der Pandemie einen Rekordumsatz

Kontaktloses Bezahlen, E-Mobilität, Fahrgastzählsensoren: Der ÖPNV-IT-Spezialist init aus Karlsruhe hat in seinen zahlreichen Geschäftsfeldern ein erfolgreiches Jahr 2020 erlebt – und rechnet weiter mit Wachstum.

Gottfried Greschner, Vorstandsvorsitzender der Karlsruher Firma init, ist zufrieden mit dem Geschäftsjahr und blick zuversichtlich nach vorne. Foto: Fabry

init-Konzernchef Gottfried Greschner zeigte sich am Donnerstag bei der Bilanzpressekonferenz mehr als zufrieden: „Wir haben unsere Ziele auch in schwierigen Zeiten erreicht. Das ist ein hervorragendes Ergebnis.“

Der Digitalisierungs-Spezialist hat seinen Umsatz um 15,5 Prozent auf rund 181 Millionen Euro gesteigert. Beim operativen Gewinn (vor Steuern) konnte init noch stärker zulegen. Er stieg um 20 Prozent von 16,2 auf über 19 Millionen Euro. Anleger können sich freuen, die Dividende soll entsprechend erhöht werden. Der Vorstand schlägt eine Ausschüttung von 55 Cent pro Aktie vor (2019: 40 Cent). Diese hatte Anfang Februar ihren bisherigen Höchststand von 41 Euro erreicht.

„Die Konzernentwicklung gibt Anlass, dass wir mit weiteren Kurssteigerungen rechnen können“, ist Greschner überzeugt, dass das Unternehmen seine Erfolge in den nächsten Jahren weiter steigern wird. In der Corona-Krise profitierte init vom Nachfragezuwachs für seine digitalen Produkte, beispielsweise beim kontaktlosen Bezahlen.

Großes Potenzial in der Elektromobilität

Die init-Gruppe hat in den letzten fünf Jahren rund 45 Millionen Euro in die Forschung und Entwicklung neuer Produkte investiert. Diese Summe soll sich in den kommenden Jahren auszahlen. Mit den entwickelten Produkten werden neue Märkte erschlossen. Einer davon ist der Bahnverkehr. Die neue Software Mobile-ITCSrail kommt in diesem Jahr erstmals auf dem 550 Kilometer langen Streckennetz der Albtalverkehrsgesellschaft (AVG) zum Einsatz.

Die Konzernentwicklung gibt Anlass, dass wir mit weiteren Kurssteigerungen rechnen können
Gottfried Greschner, Vorstandsvorsitzender init

Großes Potenzial sieht der Vorstandsvorsitzende auch bei der Elektromobilität. Derzeit steuern die neuen init-Produkte im norwegischen Bergen eine der größten Elektrobus-Flotten Europas. „Die Anzahl an Elektrobussen wächst weltweit sehr stark, auch bei uns in Deutschland. Außerdem sehen wir in Sachen E-Mobilität unter anderem große Chancen im US-amerikanischen Markt.“ Dort ist init bislang schon gut im Geschäft. Bei der Umsatzverteilung liegt Nordamerika mit einem Anteil von 42 Prozent an der Spitze.

Tochtergesellschaften tragen zum Erfolg bei

Nach Angaben des Unternehmens tragen die Tochtergesellschaften einen stark wachsenden Anteil zum Gesamtgeschäft der Gruppe bei. Anders als beim klassischen init-Geschäftsmodell werde hier kurzfristiger innerhalb weniger Monate Umsatz gemacht. Die iris GmbH mit Sitz in Berlin ist eine dieser Gesellschaften. Sie vertreibt Fahrgastzählsensoren.

Ausgestattet mit einer so genannten Time-of-Flight-Technologie können Personen und Objekte präzise in 3D ermittelt und gezählt werden. Eine Technik, die den ÖPNV auch in Corona-Zeiten in Sachen Auslastung und Routenoptimierung unterstützt. „Es ist momentan die teuerste Technik am Markt. Aber es gibt kein besseres Produkt. Deshalb kaufen sogar unsere Mitbewerber die iris-Sensoren“, erklärt Greschner. 30 Millionen Euro steuerte die Tochter im vergangenen Jahr zum Umsatz bei.

Ebenfalls erfolgreich ist der jüngste Neuzugang, die Devoris GmbH mit ihren Videoaufzeichnungs- und Übertragungssystemen in Bussen und Bahnen. Sie gehört seit Beginn 2020 zum Konzern und trug mit 14 Millionen Euro zum Umsatzvolumen bei.

Ab 2022 rechnet init wieder mit Wachstum

Im Zuge der neuen Entwicklungen und komplexer werdender Systeme wird der Technologielieferant init immer häufiger auch zum Servicepartner. „Das sichert uns langfristige Aufträge mit einer hohen Kundenbindung“, so der init-Vorstand. Für das laufende Jahr erwartet der Konzern ein Verharren auf dem „hohen Niveau von 2020“.

Es wird damit gerechnet, dass coronabedingte Verschiebungen im Auftragseingang im Laufe des ersten Halbjahres eingehen. Ab 2022 rechnet Greschner wieder mit Wachstum. Das selbstgesetzte Ziel von jährlich 15 Prozent sei dann realistisch umsetzbar.

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