HOTEL AM FJORD: Bunt und in Backstein präsentiert sich das Museumshotel Krønasår in Rust. | Foto: Simon Metzger

Sechstes Hotel der Macks

Neues Hotel Krønasår im Europa-Park eröffnet

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70 Millionen Euro hat es gekostet, hat unzählige historische Fundstücke in den Vitrinen und bietet in den Suiten sogar Saunen, die sich ausfahren lassen: Die Europa-Park-Eigentümerfamilie Mack hat jetzt ihr Museumshotel Krønasår eröffnet.

Verschmiert das Gesicht, einen Helm samt Hörnern auf dem Kopf und Schwerter in der Hand – Thiago und sein Kumpan sehen wie rechte Wikinger aus, auch wenn sie in Rio de Janeiro geboren sind. „Wir haben aber schon in Finnland und in Schweden als Artisten gearbeitet“, beteuern die Brasilianer.

Ansonsten ist sehr viel hundertprozentig nordisch im Krønasår, dem sechsten Hotel der Europa-Park-Eigentümerfamilie Mack, das diese am Freitag mit viel Tamtam und über 200 Journalisten eröffnet hat: über 900 Tannen, Fichten und Birken vor dem Vier-Sterne-Plus-Haus, dänische Salze und Algen in den Küchen der 70 Millionen Euro teuren Herberge und allerhand Relikte in den Zimmern, die skandinavische Fischer vor zwei Jahren entdeckten. Die Kinder schlafen in Betten, die wie riesige Reisekoffer aussehen, können in dem Museumshotel auf Entdeckerreise gehen. Ihre Eltern entspannen in der Sauna ihrer Suite – die Schwitzhäuser lassen sich per Knopfdruck ausfahren und so in ihrer Größe verdreifachen.


Film, Musical und demnächst sogar eine passende Romanreihe gibt es zum Hotel und dem benachbarten Wasserpark Rulantica, der am 28. November eröffnet wird. Ein Maskottchen, der lustige Tintenfisch Snorri, sowieso.

Saunen lassen sich per Knopfdruck vergrößern

276 Zimmer, 28 Suiten und 250 neue Arbeitsplätze haben die Macks mit ihrem sechsten Hotel geschaffen – die Mitarbeiterakquise ging bis in die Slowakei. Ein weiteres Apartmenthaus fürs Personal wird gebaut. Ein spezielles Mitarbeiterprogramm soll dafür sorgen, dass sich Neuen im Badischen wohl fühlen und kein Heimweh aufkommt.

Die Geschwister Ann-Kathrin, Thomas und Michael Mack sind, wie alle aus der Dynastie, Perfektionisten, waren zigfach in den skandinavischen Ländern, weil ihnen Authentizität wichtig sei. Sie haben sogar den Dänen Brian Bojsen als Gastronomie-Berater engagiert. „Wir haben nicht nur architektonisch, sondern auch kulinarisch Skandinavien an den Oberrhein gebracht“, sagt Thomas Mack. Vor allem aber: Sie wollen Hygge-Gefühle in Badischen verbreiten. Hyggelig, so bezeichnen es die Dänen, wenn’s schön gemütlich ist.

SPEISEN UNTERM SCHIFF: Das Restaurant Bubba Svens des neuen Hotels ist im Stil eines alten Bootshauses gehalten. | Foto: EP

So richtig wohl fühlt sich auch das Comedyduo Heiko und Roman Lochmann („Die Lochis“), die derzeit im Krønasår nächtigen und ihren neuen Film drehen.

In den ans Hotel angrenzenden Wasserpark Rulantica dürfen sie noch nicht: Dort wird gefliest, geschweißt und verputzt, was das Zeug hält, damit er Ende November eröffnet werden kann. Die Kosten gibt Jürgen Mack mit 90 Millionen Euro plus 20 Millionen für die Infrastruktur an. Sein Bruder Roland fügt stolz hinzu: „Eine solche Kombination aus Indoor-Wasserpark und Themenpark gibt es noch nicht weltweit.“ Klar ist, dass Rulantica reich ans Rutschen, Felsen und Bäumen sein wird. Passend zum nordischen Thema wurden in dem Spaßbad schon die ersten Kiefern gepflanzt.

300 neue Arbeitsplätze werden im Wasserpark entstehen. Drei Meister für Bäderbetriebe sind bereits eingestellt, 33 Rettungsschwimmer stellt überwiegend die DLRG. Man wolle ausbilden und kein Personal von öffentlichen Bädern abwerben, so Jürgen Mack.

Und das kostet der (Bade-)Spaß: die Tageskarte 38,50 Euro, ermäßigt 35,50. Es gibt zudem einen Abendtarif. Park- und Spindkosten kommen hinzu. Die Öffnungszeiten: bis 22 Uhr, damit sich neben Hotelgästen recht viele Tagesgäste den Besuch reservieren können.