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Beim Thema Finanzierung wird es für viele Start-ups problematisch.

Frühe Förderung

Land greift Start-ups aus der Region finanziell unter die Arme

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Beim Thema Finanzierung wird es für viele Start-ups problematisch. Obwohl immer häufiger von Business Angels zu hören ist, Gründer-Fonds reihenweise auf der Bildfläche erscheinen und Sendungen wie „Die Höhle der Löwen“ Interesse am Thema wecken, ist Kapital längst nicht an jeder Ecke verfügbar. Zu diesem Schluss kommt Matthias Hornberger, Vorstandsvorsitzender des Karlsruher Unternehmernetzwerks Cyberforum.

Besonders in der Anfangsphase, wenn gute Ideen von Gründern vielleicht noch keine Marktreife erreicht haben, tun sich deshalb oft Schwierigkeiten auf, macht Hornberger im Gespräch mit den BNN deutlich.
Weil viele innovative Geschäftsideen schon in einer sehr frühen Phase scheitern, hat das Land Baden-Württemberg ein neues Förderprogramm aufgelegt. Es trägt den etwas holprigen Titel „Start-up BW Pre-Seed“, soll vielversprechenden Start-ups aber so lange den Weg ebnen, bis größere Investoren bei ihnen einsteigen. Damit werde eine Finanzierungslücke geschlossen, heißt es aus dem Wirtschaftsministerium. Für die Jahre 2018 und 2019 stünden 14 Millionen Euro im Zuge der Digitalisierungsstrategie „digital@bw“ des Landes zur Verfügung.

Auch Cyberforum ist Projektpartner

Zu den Projektpartnern des Förderprogramms zählt auch das Cyberforum. Das Unternehmernetzwerk betreut unter anderem die beiden Karlsruher Akzeleratoren „CyberLab“ und „Axel“. Dabei handelt es sich um Einrichtungen, in denen Start-ups im übertragenen Sinne unter die Arme gegriffen wird. Im „CyberLab“ sollen vielversprechende IT- und Hightech-Gründungen heranreifen, bei „Axel“ werden junge Energieunternehmen betreut. Vier Start-ups aus den beiden Akzeleratoren erhielten jüngst auch die erste Finanzierungszusage des Landes. Sie erhalten jeweils 200 000 Euro über „Start-up BW Pre-Seed“.

Finanzierung in Form eines  Wandeldarlehens

Das Geld wird über die L-Bank ausgereicht. Es handelt sich um Wandeldarlehen, die nach 24 Monaten zurückgezahlt oder in Eigenkapital umgewandelt werden können. Das Land kann also entscheiden, ob es sich letztlich über die Finanzierung an den jüngen Firmen beteiligen möchte. Allerdings haben die Gründer auch die Möglichkeit, die Landesfinanzierung innerhalb der ersten 15 Monate abzulösen, falls sich etwa ein anderer Investor findet.

Erste Profiteure

Als erste regionale Firmen profitieren der Hochzeitsfotodienst imiji, der Mietwagen-Rückholdienst reveox, die Firma Nesto mit ihrer Personalplanungssoftware und das Start-up BRC Solar von der Fördermaßnahme. Die drei Erstgenannten kommen alle aus dem „CyberLab“, BRC Solar ist im Energieakzelerator „AXEL“ angesiedelt. Weitere Unternehmen sollen demnächst folgen. Vorbild für diese Art der Frühförderung seien erfolgreiche Projekte in Israel.