Airbus
Der Airbus BelugaXL nach seinem Jungfernflug auf dem Flughafen Toulouse-Blagnac. | Foto: Frederic Scheiber/AP

Produktionsprobleme

Airbus kappt Lieferziel für Flugzeuge

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Toulouse (dpa) – Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus hat trotz Produktionsengpässen im Sommer einen kräftigen Gewinnsprung hingelegt.

Der britische Triebwerkslieferant Rolls-Royce wirft jedoch die Lieferpläne des Flugzeugbauers über den Haufen. Die für 2018 angekündigten rund 800 Passagier- und Frachtjets sind nur noch zu schaffen, da Konzernchef Tom Enders jetzt 18 Maschinen des von Bombardier übernommenen Mittelstreckenjets Airbus A220 einrechnet. Auch bei seinem Verkaufsschlager A320neo muss sich der Konzern ranhalten.

«Wir konnten zwar mehr Flugzeuge ausliefern als im Vorjahr, allerdings liegt noch viel Arbeit vor uns, um unsere Zielvorgaben zu erreichen», resümierte Enders am Mittwoch in Toulouse bei der Vorlage der Neun-Monatszahlen. Bei den Gewinnplänen sieht Enders das Unternehmen hingegen auf Kurs. Der um Sonderposten bereinigte operative Gewinn soll im Gesamtjahr weiter rund 5 Milliarden Euro erreichen, zuletzt waren es 4,25 Milliarden Euro gewesen.

Rolls-Royce liefert den Antrieb für den modernisierten Airbus-Langstreckenjet A330neo. Das erste Flugzeug des Typs soll zwar in Kürze ausgeliefert werden, doch das britische Unternehmen schafft es wohl nicht, im laufenden Jahr wie bestellt 30 Antriebe zu liefern. Bis Ende Oktober würden es lediglich 10 Exemplare, hatte Rolls-Royce vergangene Woche mitgeteilt. Airbus hatte zunächst gehofft, in diesem Jahr 15 Maschinen des Typs ausliefern zu können.

Von Juli bis September stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um ein Fünftel auf 15,45 Milliarden Euro. Der bereinigte operative Gewinn sprang von 655 Millionen im Vorjahr auf fast 1,6 Milliarden Euro. Unter dem Strich verdiente Airbus 957 Millionen Euro – gut dreimal so viel wie ein Jahr zuvor.

Als Ursachen des Gewinnanstiegs gelten der Produktionshochlauf bei der A320neo-Reihe und beim neuen Großraumjet A350. Bis Ende des Jahres will Airbus die A350-Produktion auf monatlich 10 Maschinen hochfahren.

Enders wird laut einer früheren Mitteilung nach der Hauptversammlung am 10. April 2019 die Konzernführung an seinen designierten Nachfolger Guillaume Faury übergeben. Der Konzern beschäftigte Ende September etwa 132.000 Mitarbeiter, zwei Prozent mehr als zum Jahresende 2017.