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Messe für Nutzfahrzeuge

Messe Karlsruhe zeigt Zukunft von Lkw und Transportern

Nach langer Corona-Pause öffnet die Nutzfahrzeugmesse Nufam ihre Pforten von Donnerstag bis Sonntag. Zu sehen sind Neuheiten wie E-Vans oder ein Brennstoffzellen-Transporter. Nicht nur deshalb dürfte das Zuschauerinteresse aber über das Fachpublikum hinausreichen.

Im Blickpunkt: Das Fraunhofer Institut steigert die Batterieleistung des kleinen Elektrofahrzeugs mit Solarzellen an den Außenseiten. Foto: Rake Hora Foto: Rake Hora

Nach 500 Tagen Stillstand ist Verantwortlichen, Messebauern und Ausstellern die Freude anzumerken, dass mit der Nufam wieder die erste große Messe in Karlsruhe stattfinden kann: Ein „Wechselbad der Gefühle“ habe er bis zum Zustandekommen der Messe für Nutzfahrzeuge hinter sich, gesteht Projektleiter Jochen Bortfeld. Messechefin Britta Wirtz erinnert daran, dass der Standort bis zuletzt für zigtausende Impfungen genutzt wurde.

Damit habe die Messe quasi selbst auch mit die Basis dafür geschaffen, dass sich jetzt Geimpfte, Genesene und Getestete von diesem Donnerstag bis kommenden Sonntag in die Welt der Trucks und Transporter begeben können.

„Endlich wieder Nutzfahrzeuge live erleben“ – diese Vorfreude teilen vor allem Fachbesucher.

Aber auch für Familien und ihren Nachwuchs wird auf 70.000 Quadratmetern allerlei geboten, bis hin zu Drift-und Stuntshows, einem Unimog-Parcours mit Mini-Mogs und Bobby-Cars sowie einer liebevoll gestalteten, 432 Quadratmeter großen Modell-Landschaft für Trucks im Maßstab 1:50. Für Kurzentschlossene sind nach den neuen Corona-Regeln auch Spontanbesuche möglich, Anmelden über das Internet ist nicht mehr nötig.

Wasserstoffbetriebener Transporter als Weltneuheit

Die Fachwelt blickt in Zeiten der Energiewende vor allem auf den Transport von morgen, bei dem sich die Augsburger Quatron AG in diesem an Neuheiten nicht armen Jahr besonders hervortut: Ihr Brennstoffzellen-Transporter Q-Light FCEV gilt als eines der Highlights, das gleich in Halle eins große Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Premiere: Der emissionsfreie Brennstoffzellen-Transporter der Quantron AG auf Wasserstoffbasis wird erstmals auf der Nufam gezeigt. Foto: Rake Hora Foto: Rake Hora

Quantron nimmt für sich in Anspruch, mit dem wasserstoffbetriebenen Fahrzeug europaweit neue Maßstäbe im Bereich der Kleintransporter (3,5-4,2 Tonnen) zu setzen. Mit vier Wasserstoff-Tanks hat das Fahrzeug eine Reichweite von 500 Kilometern, stößt dabei aber nur Wasser aus – eine saubere Sache, auch wenn man der Aufforderung von Marketingleiter Volker Seitz – „das können Sie trinken!“ – nicht zwingend Folge leisten muss.

In Österreich fährt der Wasserstoff-Transporter jetzt schon als Prototyp Möbel umher. Ab dem kommenden Jahr soll er bestellbar sein, in Deutschland dank großzügiger Subventionen sogar auch preislich dem Diesel fast vergleichbar – allerdings noch lange nicht in puncto Tankstellen. Daher bietet Quantron auch Gasantriebe mit an.

Solarzellen auf dem Lkw-Dach

Auf Solarstrom setzt dagegen das Fraunhofer Institut, das Photovoltaik-Module direkt auf den Dächern und zum Teil auch an den Seiten von Nutzfahrzeugen montiert hat. Der so gewonnene Strom kann die Batterie direkt wieder beim Fahren oder bei entsprechenden Transportern auch bei der Kühlung unterstützen.

Zum kompletten Betrieb reichen die Solarzellen bei den großen Fahrzeugen noch nicht, aber: „Bei Pkws ist es möglich, dass sie komplett über die Solarzellen versorgt werden“, berichtet Projektleiter Martin Heinrich.

Solarzellen auf den Fahrzeugen: So kann laut Fraunhofer Institut die Batterieleistung mit fünf bis zwanzig Prozent mehr Strom unterstützt werden. Foto: Rake Hora Foto: Rake Hora

Derzeit arbeite das Fraunhofer-Team an der Verbesserung der Nutzungsgrade der Solarzellen. „Da geht es in den kommenden zehn bis 15 Jahren noch ordentlich weiter, was auch die Solarzellen günstiger macht“, prognostiziert Heinrich.

Mit Effizienz und Sparsamkeit durch geschickte Lösungen für Anhänger und Auflieger macht Schmitz Cargobull auf sich aufmerksam: Die Form des Trucks gleicht hinter dem Fahrerhaus einem Flugzeugflügel, hinten niedriger als vorn. „Damit lässt sich der Verbrauch um zehn Prozent reduzieren“, informiert Friedemann Auwärter. Wird die Höhe jedoch beim Transport benötigt, lässt sich auch das wieder einstellen.

Insgesamt sind 350 Aussteller aus 13 Ländern vertreten, die unter anderem weitere Premieren von E-Vans, Lkw und Spezialfahrzeugen, aber auch Lastenräder fürs Handwerk ausstellen. Ergänzt wird das Programm durch Fachvorträge und Diskussionen zu Themen wie Telematik oder Ladungssicherung und das Angebot, auch ohne Führerschein mal selbst einen Truck zu steuern.

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