Michelin
Beim Reifenhersteller Michelin zeichnet sich am Standort Karlsruhe ein Stellenabbau ab. Foto: Archiv | Foto: Hannibal

Schichtsystem wird umgestellt

Bei Michelin in Karlsruhe fallen wohl mehrere Stellen weg

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Beim Reifenhersteller Michelin zeichnet sich am Standort Karlsruhe ein Stellenabbau ab. Die Geschäftsführung des Unternehmens habe sich dazu entschieden, das Schichtsystem im Werk umzustellen, hieß es auf BNN-Anfrage. Wegen der rückläufigen Nachfrage auf dem Weltmarkt soll künftig nur noch im Drei- statt wie bislang im Vier-Schicht-Betrieb gearbeitet werden.

Durch die Umstellung könne es „zu Anpassungen von Arbeitsstellen kommen“, teilte das französische Unternehmen mit Deutschland-Sitz in Karlsruhe mit.

70 bis 80 Stellen fallen weg

Nach BNN-Informationen dürften etwa 70 bis 80 Jobs wegfallen. Diese Zahlen wollte Michelin jedoch nicht bestätigen. Mögliche Stellenstreichungen würden „überwiegend durch die Freisetzung von Leiharbeitnehmern geregelt und durch ein Ausstiegsmodell aus einer Vereinbarung mit den Sozialpartnern“, hieß es. Zu inhaltlichen Details der Maßnahme wolle man sich aber nicht äußern.

Geringere Nachfragen durch Exportverschiebungen

Die Maßnahme diene jedoch zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit, versicherte Werksleiter Bernd Lanius. „Als stark für den Export produzierendes Werk stellen wir uns damit aktiv auf die wahrzunehmenden und sich fortsetzenden geringeren Nachfragen durch Exportverschiebungen ein“, sagte Lanius den BNN.
Zu expliziten Geschäftszahlen seiner deutschen Werke macht Michelin traditionell keine Angaben. Konzernweit waren die Absatzzahlen im ersten Halbjahr 2018, mit Ausnahme von Reifen für Spezialfahrzeuge, rückläufig. Währungseffekte drückten zusätzlich aufs Geschäft. Im ersten Quartal des Jahres sank der Umsatz um sechs Prozent auf 5,2 Milliarden Euro. Weltweit beschäftigt Michelin knapp 114 000 Mitarbeiter, in Karlsruhe sind es etwa 1 200.