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Betrugsmasche

Polizei und eBay-Kleinanzeigen warnen vor falschen Stellenanzeigen

Längst haben Betrüger Stellenanzeigen für sich entdeckt. Mit gefälschten Jobangeboten erschleichen sie sich Bankinformationen. Was Menschen tun können, wenn ihnen Online-Anzeigen auffallen.

Auf eBay-Kleinanzeigen tauchen vermehrt fingierte Stellenanzeigen auf.
Auf eBay-Kleinanzeigen tauchen vermehrt fingierte Stellenanzeigen auf. Foto: Catherine Waibel/dpa

Wer einen Job sucht, sichtet oft das Angebot der gängigen Portale im Internet. Im Gegensatz zu regionalen Jobbörsen mit bekannten Unternehmen aus der eigenen Gegend ist das Feld bei örtlich unbegrenzten Börsen groß.

Es gibt viele Möglichkeiten, sich zu bewerben, und manch eine davon klingt fast zu perfekt: „Beste Verdienstmöglichkeiten, flexible Arbeitszeiten, wenig Arbeit.“ Das klingt lukrativ, ist aber tatsächlich eine Betrugsmasche, um an die persönlichen Daten der Bewerber zu gelangen.

Eine aktuelle gemeinsame Aufklärungskampagne der polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes sowie von eBay-Kleinanzeigen warnt vor diesen fingierten Stellenanzeigen.

Polizei und eBay-Kleinanzeigen erhalten täglich Bewerbungen

Die Kampagne bedient sich der Masche von Betrügern. Sie schaltet bundesweit eigene Anzeigen, die den tatsächlichen Betrugsanzeigen zum Verwechseln ähnlich sehen.

„Produkttester (m/w/d) gesucht! 18 Euro/Stunde, Homeoffice, Nebenjob, Minijob, App Testing“ lautet ein Titel der Anzeigen. Wer genauer hinschaut, wird jedoch in der Beschreibung aufgeklärt, dass es sich nicht um eine reale Anzeige handelt.

Stattdessen warnen Polizei und eBay-Kleinanzeigen vor den Gefahren von Betrugsanzeigen und wie Jobsuchende diese erkennen können.

Doch trotz der eindringlichen Warnung und Aufklärung über das falsche Angebot gehen bei eBay-Kleinanzeigen tägliche dutzende Bewerbungen ein – teilweise mit ganzen Lebensläufen und entsprechend persönlicher Daten.

Dreiste Rückmeldungen mit Beschimpfungen seitens der eigentlichen Täter seien auch darunter, erzählt Pierre Du Bois, Pressesprecher von eBay-Kleinanzeigen.

Betrüger wollen an Bankinformationen kommen

Das Ziel der Betrüger ist stets dasselbe: Sie versuchen auf unterschiedliche Weise an Bankinformationen zu gelangen. Zum Beispiel werden die Jobinteressenten gebeten, etwa zu Testzwecken ein Bankkonto zu eröffnen.

In anderen Fällen sollen sie ein bereits bestehendes Bankkonto für Transaktionen zur Verfügung stellen. Dahinter stecken jedoch kriminelle Machenschaften, für die Betrüger diese Konten nutzen.

Nicht selten werden so auch Gelder ins Ausland verschoben. Besonders heikel wird es, für die Betrogenen, wenn die Täter deren Identitäten annehmen, über die sie Waren im Internet verkaufen, die niemals geliefert werden.

Die Opfer werden in diesen Fällen strafrechtlich zunächst selbst zu Tätern. Ihnen droht eine Anzeige wegen Betrugs oder Geldwäsche. „Die Masche mit den falschen Job-Angeboten hat es noch vor zwei, drei Jahren in der Intensität nicht gegeben“, sagt Du Bois.

Menschen können verdächtige Anzeigen über Funktion melden

eBay-Kleinanzeigen ruft dazu auf, auf verdächtige Anzeigen über die Funktion „Anzeige melden“ zu reagieren. Die Initiative zur polizeilichen Zusammenarbeit habe man ergriffen, nachdem das Landeskriminalamt (LKA) Hamburg wegen vermehrter Fallzahlen auf das Internetportal zugekommen sei.

Zudem habe sich ein Unternehmen an eBay-Kleinanzeigen gewandt, dessen Daten Betrüger für ihre Anzeigen genutzt hatten, um den Anschein eines seriösen Unternehmens zu generieren, und das so ins Visier der Staatsanwalt geraten war.

Den Trick mit der falschen Stellenanzeige kennt man auch bei anderen Portalen. So stellt beispielsweise die Stellensuchmaschine Indeed eine extra Serviceseite für dieses Problem.

Laut der polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes sollten Jobsuchende immer dann hellhörig werden, je verlockender ein Angebot ist. Ein auffällig großzügiger Lohn bei niedriger oder meist gar keiner notwendigen Qualifikation gehöre zu den häufigsten Indizien.

In der Kampagnenanzeige empfehlen sie den Stellensuchenden zudem, die Existenz des Stellenanbieters zu überprüfen, im Zweifel am besten telefonisch. Auf keinen Fall sollte man sensible Daten an Unbekannte übermitteln oder im Auftrag Dritter ein Konto eröffnen.

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