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Umsatz sinkt wegen Pandemie

Erfolgreich mit Cloud-Anwendungen: Karlsruher PTV Group steigert operativen Gewinn

Die Pandemie sei auch an der PTV nicht spurlos vorbeigegangen, sagt CEO Christian U. Haas. Bei der Bilanzvorstellung wurde allerdings ebenfalls deutlich: Der Spezialist für Mobilitäts- und Transportsoftware hat sein operatives Ergebnis gesteigert.

Besonders für den ÖPNV attraktiv: Die Karlsruher PTV Group will mit der Einführung neuer Abonnement-Preismodelle weitere Zielgruppen erschließen. Foto: PTV Group

„2020 war ein herausforderndes Jahr für uns alle. Die Pandemie ist auch an der PTV nicht spurlos vorbeigegangen“, gesteht Chief Executive Officer (CEO) Christian U. Haas am Dienstag bei der Bilanzvorstellung. Dennoch konnte der Spezialist für Mobilitäts- und Transportsoftware im vergangenen Jahr sein operatives Ergebnis um drei Prozent auf 5,3 Millionen Euro steigern.

Die Auswirkungen der Corona-Krise machen sich dagegen beim Gesamtumsatz negativ bemerkbar. Dieser ist um acht Prozent von 117 auf 108 Millionen Euro gesunken. „Wir konnten Großprojekte nicht abarbeiten und Projekte im Bereich der Verkehrserhebungen konnten aufgrund der Lockdown-Situation 2020 nicht umgesetzt werden“, begründet der PTV-Chef.

Die für die B2B-Softwarebranche wichtigste Kennziffer des wiederkehrenden Umsatzes (Recurring Revenue) steigerte das Unternehmen dagegen um fünf Prozent und das sei „ein großer Erfolg“. Zum Ende des vergangenen Geschäftsjahrs lag ihr Anteil bei 52 Prozent am Gesamtumsatz. „Damit haben wir die gewünschte Marschrichtung zur Effizienzsteigerung erfolgreich eingeschlagen“, so Haas.

Positivtrend bei den Softwareverkäufen

Im ersten Quartal 2021 erhöhte sich der Anteil der monatlich wiederkehrenden Einnahmen sogar auf 61 Prozent. Mit diesem Wert sei man der eigenen Strategie weit voraus und bereits nahe dem Ziel, das man sich für 2025 gesteckt hatte. Der Positivtrend setzt sich aktuell auch bei den Softwareverkäufen fort. Diese sind im Vergleich zum 1. Quartal des Vorjahres um sieben Prozent gewachsen. Um den Erfolg zu unterstreichen, betont Haas: „Damals hatten wir noch kein Covid-Quartal.“

Der CEO ist optimistisch, dass das Unternehmen am Jahresende wieder an die Umsatzzahlen aus 2019 anschließen kann. Dazu soll vor allem die im Vorjahr begonnene strategische Neuausrichtung beitragen, die man konsequent weiter ausbauen möchte. Wesentlicher Bestandteil dieses Prozesses ist die Modernisierung des bestehenden Produktportfolios – „immer unter dem Fokus der Nachhaltigkeit“. Laut Haas besteht das Ziel im Übergang von stationären Desktop-Anwendungen auf Cloud-Anwendungen.

Einführung von Abonnement-Preismodellen

Zudem will die PTV mit der Einführung neuer Abonnement-Preismodelle weitere Zielgruppen erschließen. Besonders für den ÖPNV könnte solche „Mietsoftware“ attraktiv sein. „Im Bereich Mobilität ist im vergangenen Jahr vieles in Bewegung geraten“, verweist der Vorstandsvorsitzende etwa auf den boomenden Radverkehr. Mit neuen Produkten wie dem Bicycle-Planner reagiere das Unternehmen auf die Entwicklungen.

Stolz ist man im Unternehmen auf die maßgebliche Beteiligung bei der Erarbeitung des Nationalen Radverkehrsplanes 3.0. Vor gut einer Woche hatte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer den Plan in Hamburg vorgestellt. Bis 2030 sollen die mit dem Rad zurückgelegten Kilometer gegenüber 2017 verdoppelt werden. Dafür braucht es selbstverständlich eine optimierte Radverkehrsinfrastruktur. Um den verstärkten Trend zur nachhaltigen Mobilität umzusetzen, will PTV neue, interdisziplinäre Konzepte entwickeln.

Haas verweist dabei auch auf den ÖPNV: „Ich persönlich bin davon überzeugt, dass der ÖPNV künftig nicht nur in den Städten eine wichtige Rolle spielen muss.“ Bei Großprojekten und Neuentwicklungen setzt sein Unternehmen zunehmend auf Partnerschaften. Jüngstes Beispiel ist ein Bündnis mit Bosch, durch die sich Verkehrsplanung unmittelbar mit Daten zur Luftqualität kombinieren lässt.

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