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Die Deutschen schauen momentan zufrieden auf ihren Kontoauszug. Die Mehrheit der Menschen beurteilen ihre finanzielle Lage als gut oder sehr gut. | Foto:  Martin Gerten/Archiv

Umfrage zur Finanzlage

Mehrheit der Deutschen schaut zufrieden aufs Bankkonto

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Berlin (dpa) – Die Menschen in Deutschland sind mit ihrer Finanzlage einer Umfrage zufolge so zufrieden wie seit Jahren nicht. Fast zwei Drittel der Befragten (63 Prozent) beurteilten ihre finanzielle Situation demnach als gut oder sehr gut, teilte der Sparkassen- und Giroverband mit.

«Das ist der höchste Stand seit 2005.» Der Verband hat für sein Vermögensbarometer rund 2700 Menschen im Frühsommer befragen lassen. Rund 8 Prozent beurteilten ihre eigene finanzielle Situation als eher schlecht oder schlecht. Etwa jeder Dritte entschied sich für die Antwort «Es geht».

«Die Wirtschaft in Deutschland boomt», sagte Sparkassenpräsident Helmut Schleweis. Der Arbeitsmarkt sei hervorragend ausgelastet, die Löhne stiegen. Das spürten auch die Menschen. Der Verband lässt die Zufriedenheit in dieser Form seit 2005 abfragen. Damals gaben 40 Prozent der Teilnehmer an, finanziell zufrieden zu sein.

Es sei auffällig, dass es auf der einen Seite eine große Unzufriedenheit und teils auch Zukunftsängste gebe, die finanzielle Zufriedenheit aber stark gestiegen sei, sagte Schleweis. Das habe er nicht unbedingt erwartet. Dass es Deutschland insgesamt so gut gehe wie nie, zeigten aber viele Auswertungen.

Das werde nun auch so empfunden, sagte Schleweis. Es deuten sich aber Unterschiede zwischen den Regionen ab. Befragte aus Hessen, Rheinland-Pfalz oder Bayern etwa bewerteten ihre Finanzlage häufiger als gut (etwa 70 Prozent). In Brandenburg und Berlin waren etwa 50 Prozent der Meinung. Oft liegen die Ergebnisse aber nah beieinander.

Die Sparkassen legen ihre Befragung jedes Jahr vor dem Weltspartag vor. Kinder werden seit mehr als 90 Jahren Ende Oktober dazu aufgerufen, ihr Erspartes in die Filialen zu bringen. Nach Einschätzung des Verbandspräsidenten sparen die Deutschen noch immer viel, obwohl die Zinsen seit Langem im Keller sind.

Laut Umfrage tun sie das nach eigenen Angaben vor allem, um fürs Alter vorzusorgen, Rücklagen für den Notfall zu bilden oder auch um Geld für eine Anschaffung zu sammeln. Etwa jeder Sechste gab laut Umfrage an, er spare nicht oder könne nicht sparen.

An den niedrigen Zinsen wird sich nach Einschätzung von Schleweis so schnell nichts ändern. Die Europäische Zentralbank (EZB) habe angekündigt, ihr Anleihekaufprogramm einzuschränken und aufzugeben. Zinswende sei aber ein großes Wort, sagte Schleweis. «Also die Zeit, bis wir positive Zinsen sehen, glaube ich, lässt noch aus heutiger Sicht (…) auf sich warten.»