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Keine Einigung

Warnstreiks vor nächster Tarifrunde für öffentliche Banken

Im Tarifkonflikt der öffentlichen Banken kündigen die Arbeitgeber ein Angebot unter anderem für eine Einmalzahlung an. Einer der entscheidenden Knackpunkte ist damit aber nicht vom Tisch.

Streikpotsten vor der Tür der Sparkasse Märkisch-Oderland in Strausberg. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Vor der nächsten Tarifrunde für die 60 000 Beschäftigten von Landes- und Förderbanken sowie mehrerer Sparkassen hat Verdi den Druck erhöht. In Hessen beteiligten sich der Gewerkschaft zufolge am Freitag etwa 350 Mitarbeiter öffentlicher und privater Banken an einem Warnstreik und einer Kundgebung in Wiesbaden.

Aktionen hatte es im Laufe der Woche auch in anderen Bundesländern gegeben. Die Arbeitgeberseite kündigte unterdessen ein Angebot unter anderem für eine Einmalzahlung an.

Obwohl die Tarifverhandlungen für öffentliche und für private Banken in diesem Jahr erstmals seit Jahren wieder getrennt stattfinden, hatte Verdi Beschäftigte beider Bankengruppen zu Warnstreiks aufgerufen.

Verdi wirft der Arbeitgeberseite der öffentlichen Banken vor, die vorgeschlagene Abschaffung von Gehaltszuwächsen per Berufserfahrung führe zu Einkommenseinbußen. Auch der Deutsche Bankangestellten-Verband (DBV) sieht den Vorschlag kritisch und hatte betont: „Einen Wegfall der Berufsjahresstaffel, wie von der Arbeitgeberseite in den Raum gestellt, werden wir nicht zulassen.“

Die Arbeitgeber kündigten für die dritte Tarifrunde am kommenden Dienstag (19.10) ein Angebot für eine „spürbare“ Einmalzahlung und eine Gehaltserhöhung für Nachwuchskräfte für dieses Jahr an. „Wir wollen nicht, dass die Beschäftigten unter vielen Leermonaten leiden“, sagte Ulrich Theileis, Stellvertretender Verhandlungsführer der öffentlichen Banken. Weitere Leermonate könnten aber nur vermieden werden, wenn die Gewerkschaften die Verhandlungen zu einem neuen Entgeltsystem jetzt ernsthaft führten.

Bei den Tarifgesprächen für etwa 140 000 Beschäftigte des privaten Bankgewerbes hatten sich die Fronten zuletzt verhärtet. Verdi sagte die eigentlich für diese Woche geplante vierte Runde mit dem Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes (AGV) ab. Es habe von der Arbeitgeberseite keine Signale gegeben, das bisheriges Angebot nachbessern zu wollen.

Die Arbeitgeber haben nach eigenen Angaben eine Erhöhung der Tarifgehälter um insgesamt 3,2 Prozent in drei Stufen bei einer Laufzeit von 36 Monaten angeboten. Das bedeute angesichts steigender Inflationsraten einen Reallohnverlust, kritisierte Verdi. Einen neuen Verhandlungstermin für die privaten Banken gibt es aktuell nicht.

Verdi fordert für beide Bankengruppen 4,5 Prozent mehr Geld, mindestens jedoch 150 Euro mehr pro Monat. Der DBV will sowohl für die privaten als auch für die öffentlichen Banken 4,8 Prozent mehr Geld sowie die Verkürzung der Wochenarbeitszeit um eine Stunde auf 38 Stunden. Daneben geht es auch um flexiblere Arbeitsbedingungen.

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