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Konjunktur-Umfrage im IHK-Bezirk Karlsruhe

Wie es den Unternehmen in Karlsruhe und der Region geht

Auf den ersten Blick erholt sich die Wirtschaft im IHK-Bezirk Karlsruhe langsam vom Corona-Schock. Schaut man aber genauer hin, dann zeigt sich eine gespaltene Konjunktur. Viele Unternehmen stehen mit dem Rücken zur Wand.

Baustelle Wirtschaft: Einigen Branchen geht es auch in Zeiten der Pandemie gut. Die IHK Karlsruhe spricht aber insgesamt von einer Spaltung der Konjunktur in der Region. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Die Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Karlsruhe ist immer eine Momentaufnahme – und dieses Mal erfolgte sie vor der Beratung von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Länder-Chefs zum Thema Lockdown.

Aber die Unternehmer im IHK-Bezirk befürchten eindeutig, dass sich die wirtschaftliche Achterbahnfahrt im laufenden Jahr fortsetzt.

Die Konjunktur in der Region zwischen Bruchsal und Bühl sei gespalten, teilt die Kammer am Mittwoch mit. Industrie und unternehmensnahe Dienstleistungen erholen sich langsam – so ein Umfrageergebnis –, Branchen wie Einzelhandel und Gastronomie leiden hingegen enorm.

Im Branchendurchschnitt sind Unternehmer optimistischer

Und so kann der Konjunkturklimaindex auch nur ein Branchendurchschnittswert sein: Er hat sich zu Jahresbeginn im Vergleich zum Herbst von 105 auf 116 Punkte verbessert. Allerdings liegt er noch weit unter dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre (128 Punkte). Der Konjunkturklimaindex bildet die aktuelle Geschäftslage und die Geschäftserwartungen der Unternehmen ab.

Aufgrund der desolaten Situation für viele Branchen fordert IHK-Präsident Wolfgang Grenke, den Lockdown schnellstmöglich zu beenden. Bei den geschlossenen Unternehmen fehle es seit Wochen, in der Gastronomie seit Monaten an Öffnungsperspektiven.

„Die finanzielle Durststrecke wird mittlerweile für viele Unternehmen gefährlich.“
Wolfgang Grenke, Präsident der IHK Karlsruhe

Grenke: „Die finanzielle Durststrecke wird mittlerweile für viele Unternehmen gefährlich. Immer mehr Betriebe in den betroffenen Branchen stehen mit dem Rücken zur Wand.“ Die Industrie- und Handelskammern bieten der Landesregierung an, an einer Öffnungsstrategie mitzuarbeiten, so Grenke weiter, der auch Präsident des IHK-Dachverbandes im Südwesten ist.

Ein Blick auf die aktuelle Geschäftslage im Bezirk Karlsruhe: 42 Prozent der Unternehmen melden gut laufende Geschäfte – im Herbst waren es 34 Prozent. 39 Prozent sind zufrieden. Gar nicht zufrieden sind 19 (zuvor: 29) Prozent der Befragten.

Und wie geht es weiter? 31 Prozent der Befragten rechnen damit, dass es besser wird. 46 Prozent meinen, es bleibt, wie es ist. Mit Rückgängen rechnen 23 Prozent. Zum Vergleich: Im Herbst hatten sich noch 27 Prozent so skeptisch gezeigt.

Zurückhaltung bei Investitionen und Personal

Auch wenn sich etliche Unternehmen vom Corona-Schock erholt haben, bleiben sie zurückhaltend, was Investitionen und Personal angeht: Lediglich 23 Prozent der Betriebe wollen in den kommenden zwölf Monaten mehr investieren. 25 Prozent planen, ihre entsprechenden Budgets herunterzufahren.

Jeder fünfte Betrieb rechnet damit, dass er künftig weniger Personal beschäftigen wird. Immerhin gibt es ebenso viele Unternehmen, die in den kommenden zwölf Monaten Neueinstellungen planen. Auch diese Umfrageergebnisse zeigen, wie gespalten die regionale Wirtschaft ist.

Die IHK Karlsruhe zählt aktuell rund 68.700 Mitgliedsunternehmen in ihrem Bezirk.

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