Olympiaberg in München
Bei einer totalen Mondfinsternis, wie hier 2015 über München, wird der Erdtrabant in einen roten Schimmer getaucht. | Foto: Matthias Balk

Rückblick: Wissenschaft 2018

Jahr des blutenden Mondes

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Eine besondere Mondfinsternis, ein fragwürdiger Schritt der Genmedizin und ein großer Verlust: Unser Rückblick auf das Jahr 2018 in der Wissenschaft.

27. Juli: Der Blutmond geht auf

Wer dieses Ereignis verpasst hat, kann nur noch auf die Entdeckung der Unsterblichkeit hoffen. Am 27. Juli trat der Mond in den Erdschatten ein und färbte sich blutrot, 103 Minuten lang. Zeitgleich funkelte am Nachthimmel ein besonders großer, weil unserem Planeten extrem nahe gerückter Mars. Das astronomische Schauspiel des Jahrhunderts fesselte weltweit Millionen Menschen und löste auch Weltuntergangsängste aus. Es wiederholt sich so bald nicht wieder: Erst am 9. Juni 2123 wird man eine noch etwas längere Mondfinsternis beobachten können, dann aber ohne die Marsannäherung. Alle, die diese Zeilen lesen, dürften bis dahin nicht mehr am Leben sein.

November: Ein gewagtes Experiment

Aber vielleicht schafft es ja ein chinesischer Biologe, mit einem gewagten Experiment das humane Erbgut so zu manipulieren, dass unsere Alterung eines Tages einfach stoppt? Chinas Vorstoß ins unerforschte Gebiet der Modifizierung des Menschen war ein weiterer wissenschaftlicher Aufreger dieses Jahres. In einem Interview Ende November behauptete He Jiankui von der Uni Shenzhen, nach einer Genmanipulation mit der Methode Crispr/Cas9 erstmals zwei genveränderten Babys zur Geburt verholfen zu haben. Die Zwillinge Lulu und Nana wären vor einer möglichen Infektion mit dem Aids-Erreger geschützt, erklärte He.

Kaum war die Nachricht heraus, hagelte es Kritik – auch in China, dessen Regierung dem Wissenschaftler jegliche Arbeiten in diesem Bereich untersagte. Das war jedoch ein schwacher Trost für andere Forscher, die nun befürchten, dass der Tabubruch eine ungezügelte Nachfrage nach Designer-Babys erzeugen wird.

Auf zu den Sternen

Einen Design-Hit von 2018 haben wir dem Multimilliardär Elon Musk zu verdanken. Dessen Unternehmen SpaceX testete im Februar die neue Rakete „Falcon Heavy“, und der Technik-Mogul sorgte für weltweite Schlagzeilen, als er ein kirschrotes Tesla-Elektro-Cabrio an Bord in eine Erde-Mars-Umlaufbahn schoss. Hinter dem Lenkrad sitzt „Starman“, ein Dummy in einem Raumanzug, der nun „Millionen über Millionen Jahre“ (Musk) durch das All reisen soll.

Überhaupt war 2018 reich an spektakulären Ereignissen in der Raumfahrt. Im Juni startete Alexander Gerst zu seiner zweiten Mission auf der Raumstation ISS, dessen Kommando der Künzelsauer als erster Deutscher übernahm. Im November sorgte der Absturz einer „Sojus“-Rakete für Aufregung. Und im November feierte das kosmische Großlabor ISS seinen 20. Geburtstag.


14. März: Ein großer Verlust

Der größte Verlust des Jahres 2018 in der Wissenschaft war der Tod von Stephen Hawking im Alter von 76 Jahren. Der Brite galt als genialer Kommunikator und einer der wichtigsten Physiker der Gegenwart.

Übersetzung: „Wie schwer das Leben auch scheint, es gibt immer etwas, in dem du erfolgreich sein kannst.“