Und wieder hat es gekracht: 1 377 Unfälle wurden im vergangenen Jahr registriert, einer mehr als 2015. Eine Unfallhäufung an bestimmten Stellen gab es nicht. | Foto: dpa

Statistik der Bühler Polizei

Zahl der Unfälle bleibt konstant

Die Zahl der Verkehrsunfälle ist im Revierbereich Bühl im vergangenen Jahr konstant geblieben und liegt knapp unter dem Durchschnitt des Polizeipräsidiums Offenburg. Insgesamt krachte es 1 377 mal (2015: 1376). Dass dabei der Anteil der Unfälle mit Personenschäden um 14 auf 162 zurückgegangen ist, wertete der stellvertretende Revierleiter Rolf Fritz ebenso wie den Rückgang der schwerverletzten Unfallopfer von 50 auf 41 als erfreulich. Dies spreche auch für das Sicherheitsbewusstsein der Verkehrsteilnehmer und spiegle sich im rückläufigen Anteil der Geschwindigkeit an den Unfallursachen. Tatsächlich gehen hier die Zahlen seit Jahren zurück, 2013 war die Geschwindigkeit noch in 66 Fällen als Unfallursache angegeben, 2016 waren es 46 Fälle. Die meisten Unfälle ereignen sich beim Rückwärtsfahren und Wenden, gefolgt von Vorfahrtsfehlern und zu geringem Abstand.

Effektive Kontrollen

Unfälle aufgrund von Alkoholeinfluss ereigneten sich 23 (Vorjahr: 21). In diesem Zusammenhang weist Fritz darauf hin, dass die Beamten des Streifendiensts wieder überdurchschnittlich kontrolliert hätten; „da sie sich in ihrem Bereich auch sehr gut auskennen, haben sie zu den richtigen Zeiten an den richtigen Örtlichkeiten kontrolliert“, so Fritz. Dadurch seien etwa 100 folgenlose Trunkenheitsfahren aufgedeckt oder auch verhindert worden.

Weniger Unfallfluchten

Leicht zurückgegangen ist die Zahlen der Unfallfluchten, von 265 auf 249; aufgeklärt wurden 78 (2015: 93). „Die Aufklärungsquote dürfte höher sein“, räumt Fritz ein. Doch wenn sich kein Zeuge melde, sei die Aufklärung schwierig, auch wenn die Ermittlungsgruppe sehr gute Arbeit leiste. So berichtete Fritz von einem Parkplatzunfall am voll besetzten Bühler Johannesplatz: „Alle schauten hin, aber keinen interessierte es weiter“. So aber könnten Unfallfluchten kaum geklärt werden.

Mehr Schulwegunfälle

Auch die Zunahme bei den Schulwegunfällen missfällt Fritz. Auch durch eine gute Verkehrsplanung der Kommunen und eine gute Polizeiarbeit in Form ganzjähriger Schulwegstreifen, seien diese nicht zu verhindern gewesen. „Diese fünf Unfälle hatten mit dem Schulweg eigentlich nichts zu tun, sie hätten sich auch so zugetragen“, so Fritz. So sei in drei der fünf Fälle ein Fahrfehler der jungen Radfahrer die Unfallursache gewesen. Was den stellvertretenden Revierleiter hier besonders verdrießt: Alle drei seien ohne Fahrradhelm unterwegs gewesen. „Hätten sie einen getragen, hätten sie sich nicht verletzt“, ist sich Fritz sicher, der deshalb auch an die Eltern appelliert, darauf zu achten, dass die Kinder einen Helm tragen.

Schutzstreifen hat sich bewährt

Die Zahl der Fahrradunfälle insgesamt ist von 59 auf 47 zurückgegangen, 34 davon waren selbst verursacht; 20 Radfahrer verletzten sich schwer, 23 leicht. Bewährt habe sich der in der Bühler Hauptstraße eingeführte Schutzstreifen, urteilen Fritz und Revierleiter Walter Kautz, der von einem „eindeutigen Gewinn an Sicherheit“ spricht. Kritisch könne es dann werden, ergänzt Fritz, wenn auf dem Schutzstreifen geparkt werde – was nicht erlaubt ist.
Doch die Zweiradfahrer sind nicht nur „Opfer“ einer fragwürdigen Verkehrsmoral, viele nehmen es nach Ansicht der Polizei selbst nicht so genau. Radfahrer, die auf den Gehweg ausweichen, um die rote Ampel zu passieren, seien nur ein Beispiel dafür.
Insgesamt zeige das Unfallgeschehen keine Besonderheiten. „Wir haben keine Unfallhäufungen in Bühl oder in den Gemeinden“, sagt Fritz. Alle Beteiligten hätten ihre Hausaufgaben erledigt: Kommunen, Polizei – und auch die Verkehrsteilnehmer.

Die Zahl der Unfälle, an denen Autofahrer aus der Altersgruppe über 65 Jahren beteiligt waren, ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Die Polizei registrierte 134 Fälle gegenüber 109 im Vorjahr. In 86 Fällen waren die Unfälle selbst verschuldet (79). Dagegen ist die Zahl der jungen Erwachsenen zwischen 18 und 24 Jahren, die an Unfällen beteiligt waren, von 112 auf 96 gesunken, in 47 Fällen waren die Unfälle selbst verschuldet. Voreilige Schlüsse sollten aus diesen Zahlen aber nicht gezogen werden, sind sich Revierleiter Walter Kautz und sein Stellvertreter Rolf Fritz einig: Wenn die Altersgruppe 65 plus immer größer werde, sei es statistisch auch wahrscheinlich, dass ihre Beteiligung an Unfällen zunehme.