Äusserst belebt wird das historische Klosterviertel auf jeden Fall am kommenden Wochenende sein – dann ist es Schauplatz des traditionellen Klosterfests, bei dem zahlreiche Gruppen und Vereine engagiert sind. | Foto: pr

Bad Herrenalb feiert

Zeitreisen ins Ritter-Lager und Leben der Mönche beim Klosterfest

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Erfolgsrezept und neuer Wind: Die Kombination von Klosterfest mit Dutzenden Ständen und verkaufsoffenem Sonntag soll kommendes Wochenende die Besucherscharen ins Kurstädtchen im hinteren Albtal locken. Seit dem ersten Klosterfest im Jahr 1976 ist viel Zeit vergangen, an den Grundfesten des Volksfests will man beim nach der Gartenschau neu formierten Tourismus und Stadtmarketing nicht rütteln.
„Das Klosterfest läuft – und das mit totalem Erfolg“, erklärt Alexandra Beck, stellvertretende Stadtmarketing-Leiterin. Wenn am Samstag um 11 Uhr der feierliche Fassanstich durch Bürgermeister Norbert Mai für Freibier sorgt, dann wird es im Großen und Ganzen altbewährt zugehen. Neu und ausgebaut wurde aber zum Beispiel das Angebot für die kleinen Besucher hinter der Kirche in Form eines „Spieleparadieses“. Dort warten unter anderem ein Spielmobil, Hüpfburg, Kinderkarussell Riesentrampolin, Golfspiel und Kletterwand. An beiden Tagen geht ein Flohmarkt über die Bühne.

Ritterfamilien der Gruppe „Wirme et Agram“ schlagen im Klosterviertel ihre Zelte auf. | Foto: Wirme et Agram

Am Wochenende sind auch „Ritterfamilien“ vor Ort

Der Klostermarkt hält wie gewohnt jede Menge Marktbeschicker bereit, die auf eine Entdeckungsreise einladen und auch ihre „Versucherle“ anbieten. Eine sehr große Nachfrage habe man laut Gerlinde Weiß, für Veranstaltungen beim Tourismus und Stadtmarketing zuständig, aus dem Bereich Kunsthandwerk. „Mehr als 20 sind dabei, mehr geht nicht.“ Der Klostermarkt war ursprünglich ausgelegt, um Produkte direkt aus Klöstern feil zu bieten. Das habe sich natürlich gewandelt, doch bekämen Händler Erzeugnisse noch existierender Klöster mit nach Bad Herrenalb. Eintauchen ins Mittelalter kann man an den zwei Festtagen mit der Historiengruppe „Wirme et Agram“ aus Pforzheim. Die Ritterfamilien werden mehrere Zelte aufbauen und auch ihre Waffen mitbringen. Besucher sind aufgerufen, die „Rittersleute“ ruhig anzusprechen, um Näheres über das Leben im Mittelalter zu erfahren.

„Charivari“ und „Singende Mönche“

Dazu wird auf Show-Bühnen im Klosterviertel Live-Musik zu hören sein. Volksrock mit „Charivari“ (Samstag um 19 Uhr), die „Schlagerjungs“ und die „BOK Bigband Karlsruhe“ treten auf. Kurzweilig dürften auch die Auftritte der Schwarzwaldverein-Trachtengruppe, des Musikvereins Bad Herrenalb sowie am Sonntagabend der „Singenden Mönche“ (20.30 Uhr) werden. Bei den Vereinen, die die kulinarische Meile mit Leben füllen, könne man auf feste Größen setzen, die seit vielen Jahren dabei sind – etwa Badminton-, Musik- oder Schützenverein. Am Festsonntag wird ein wesentlich vergrößerter verkaufsoffener Sonntag von 13 bis 18

Peppiger Volksrock erwartet die Besucher mit „Charivari“ am Festsamstag. | Foto: GS

Uhr stattfinden. Viele „Neulinge“ seien unter den 16 Teilnehmern aus Handel und Gewerbe in der Innenstadt, die allesamt auf Anregung des Stadtmarketing flankierend eine Aktion – von Gewinnspiel bis zu kleinen Geschenken – anbieten, erklärt Alexandra Beck. Man wolle den Verkaufssonntag einfach aufpeppen, denn allein die Türen zu öffnen reiche heute nicht. Mit flankierenden Aktionen die Frequenz zu steigern habe beim „Testlauf“ beim Kultursommers gut funktioniert. Die noch junge Interessengemeinschaft Gartenschau will beim Klosterfest an einem Stand ihre Arbeit darstellen. Und auch das Ziegelmuseum hat jeweils von 14 bis 17 Uhr offen und präsentiert an den Festtagen etwa frühe Motivziegel aus dem 15. Jahrhundert aus der klösterlichen Ziegelhütte.