Demonstrationen in Kandel
Polizisten trennen in Kandel zwei Demonstrationen. | Foto: Andreas Arnold

Demos am Wochenende

Mordfall Mia: Urteil in Kandel am Montag erwartet

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Am Montag um 9 Uhr soll das Urteil im Mordprozess in Kandel fallen. Dort soll kurz nach Weihnachten des vergangenen Jahres die 15-jährige Mia von einem Flüchtling aus Afghanistan erstochen worden sein.

Zwei Tage vor dem erwarteten Urteil ist es am Samstag erneut zu Demonstrationen in der pfälzischen Kleinstadt gekommen. Größere Fälle von Gewalt oder Randale habe es am Samstag aber nicht gegeben, so ein Polizeisprecher.

Dem mutmaßlichen Täter, Abdul D. aus Afghanistan, drohen als Höchstmaß bis zu 15 Jahre Haft. Er soll seine Ex-Freundin am 27. Dezember 2017 in einem Drogeriemarkt mit einem Messer getötet haben. In der pfälzischen Kleinstadt ist es seither immer wieder zu Demonstrationen gekommen.

Demos unter starken Sicherheitsvorkehrungen

So zuletzt am Samstag, zwei Tage vor dem erwarteten Urteil. Unter starken Sicherheitsvorkehrungen gingen zunächst Demonstranten unter dem Motto „Wer schweigt, stimmt zu – dem Rechtsruck entgegentreten“ auf die Straße. Auf einem der Plakate in Bahnhofsnähe stand etwa „Den Faschisten die Grenzen zeigen“. Nach Angaben der Organisatoren nahmen etwa 75 Teilnehmer an der Demonstration teil.

In der Ortsmitte formierte sich unterdessen ein Protestzug mit mehreren Hundert Menschen unter dem Motto «Migration und Sicherheit». Die Polizei war unter anderem mit Absperrgittern vor Ort, um beide Lager auseinanderzuhalten. Zwischenfälle blieben aus.

Vorwand für Proteste?

Mehrere Bürger des 9000-Einwohner-Ortes kritisierten die Kundgebungen als „importierte Empörung“. Sie warfen Demonstranten vor, den Tod der 15-Jährigen Mia im Dezember in Kandel als Vorwand für die Proteste zu missbrauchen.

(dpa/ bnn)