Malu Dreyer drängt auf eine baldige Entscheidung zugunsten einer zweiten Rheinbrücke.

Malu Dreyer im BNN-Gespräch

„Zweite Rheinbrücke wäre sehr wichtig“

In der kontroversen Debatte um eine mögliche zweite Rheinbrücke bei Karlsruhe drängt die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer auf eine baldige Entscheidung zugunsten des Großprojekts. „Wir wollen, dass die zweite Rheinbrücke gebaut wird. Für die Pfalz wäre sie sehr wichtig“, sagte die Vizevorsitzende der SPD bei ihrem Besuch im BNN-Verlagshaus.

Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz haben ihre jeweiligen Planfeststellungsverfahren für die zweite Rheinbrücke abgeschlossen, die allerdings zurzeit beklagt werden. Im BNN-Gespräch äußerte Dreyer (Foto: Hora) die Hoffnung, dass die Verfahren schnell laufen würden. Schließlich sei das Projekt sehr lange diskutiert und „akribisch geplant“ worden. Die Brücke sei unentbehrlich für die wirtschaftliche Entwicklung beider Länder, betonte die 57-Jährige: „Wir haben hier eine wirtschaftlich starke Region mit unglaublich vielen Pendlern, wir haben in Wörth das tolle Daimler-Werk, in dem Tausende Menschen arbeiten. Es ist klar, dass dort der Verkehr zügig fließen muss.“

Dreyer will die grenzübergreifende Zusammenarbeit am Oberrhein ankurbeln und setzt dabei auch auf Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron, den sie 2017 im Elsass getroffen hat. Die bekennende Katholikin äußerte sich kritisch über den jüngsten Kruzifix-Erlass ihres bayerischen Amtskollegen Markus Söder (CSU) und schloss derlei religiöse „Wahlkampffolklore“ in ihrem Land entschieden aus.

Dreyer stellt die Zukunft von Hartz IV infrage und wünscht sich von ihrer Partei eine „grundsätzliche“ Debatte zum Thema Sozialstaat der Zukunft. Die Chefin einer Ampelkoalition in Mainz rief angesichts der anhaltenden Demonstrationen in Kandel zum Kampf gegen die Ausbreitung des „rechten Gedankenguts“ in der Gesellschaft auf. Jeder sei jetzt gefordert, klare Kante zu zeigen. „Wir müssen auf die Demokratie Acht geben“, sagte sie.