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Soziale Probleme

Arbeiter und Lieferungen fehlen: Corona könnte Pforzheimer Baustellen stilllegen

Bei vielen Baugesellschaften steht derzeit im Vordergrund, die Projekte am Laufen zu halten. Wenn durch das Coronavirus demnächst Lieferketten abbrechen oder Arbeiter aus dem Elsass nicht mehr einreisen können, ist Schluss auf den Baustellen.

Schluss auf der Baustelle? Baugesellschaften treibt die Sorge um, dass Arbeiter nicht nach Pforzheim kommen können oder Lieferketten brechen. Foto: Ehmann

Es wird eng in Pforzheims Mülltonnen und es wird soziale Probleme geben: Wo viele Leute gezwungen sind, zu Hause zu sein, bleibt das nicht aus. Davon ist Lothar Girrbach, Geschäftsführer bei Haus und Grund überzeugt. Entsprechend ist der Einfluss des Coronavirus auf die diversen Baustellen der Wohnbaugesellschaft nicht sein erstes Problem.

Er sorge sich wegen der Verwerfungen, die der erzwungene Rückzug ins Private nach sich ziehen kann. Entsprechend sind die Hausmeister jetzt nicht nur damit beschäftigt, die 37 Spielplätze in den Wohnanlagen geschlossen zu halten. Sie sind auch angewiesen, darauf zu achten, dass im Umfeld der 3.200 Wohnungen nichts verrutscht.

Soziale Probleme durch Coronavirus

„Spürbar ist noch nichts“, aber auch Stadtbau-Geschäftsführer Oliver Lamprecht rechnet mit „erheblichen sozialen Problemen“. Es werde darüber diskutiert. Im Vordergrund stünde aber zunächst, die Projekte am Laufen zu halten. Die erste „vorsorgliche Verzugsmeldung“ eines Generalunternehmers liege schon auf dem Tisch. Der Mann bangt, ob seine Leute aus dem Elsass weiter nach Pforzheim auf die Baustelle fahren können.

Weniger die Arbeiter als den Materialfluss hat Carsten von Zepelin im Auge, wenn er an das Coronavirus denkt. „Sobald die Industrie die Arbeit einstellt oder Lieferketten brechen“, ist Schluss auf seinen Baustellen. Außerdem sieht der Geschäftsführer der Arlinger-Baugenossenschaft auch nachhaltige Wirkung. „Wenn am Zinsende ein bis zwei Prozent Plus stehen, fliegen einem die Projekte um die Ohren.“

Erste Unternehmer beenden Geschäfte

Mietausfall zieht eine ähnliche Wirkung nach sich, ist Lamprecht überzeugt. „Dann wird es für uns alle schwierig.“ Bei Girrbach sind erste Meldungen, dass es auch in diese Richtung gehen kann, schon eingegangen.

Immer aktuell:

Zwei der Mieter aus den 89 Gewerbeeinheiten von Bau und Grund hätten sich gemeldet, weil die Pandemie die Geschäfte auf Null gesetzt hat. Sie müssen sich wegen der Miete keine Sorgen machen, unterstreicht Girrbach. Bau und Grund habe die Finanzierung auf die nächsten fünf Jahre abgesichert, sagt er zu einer möglichen Verteuerung der Baukredite.

Bei Ausfall der Fernseher wäre die Hölle los

Weniger gelassen wirkt der Geschäftsführer beim Gedanken an die durch den Kampf gegen den Coronavirus womöglich bald „überforderten Nachbarschaften“. Einen Eindruck davon, was das heißt, habe er vor ein paar Jahren bekommen, als in Maihälden ein Verteilerkasten von Kabel BW umgefahren wurde.

Plötzlich gab es kein Programm mehr auf den Fernsehbildschirmen in den eher kleinen Wohnungen mit oft vielen Kindern von Bau und Grund. „Da war die Hölle los“, sagt Girrbach.

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