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Pforzheimer Traditionsbranche

Auswahl für die Pforzheimer Schmuckindustrie: Viele Messen weltweit geplant

Pforzheims Schmuckindustrie hat reichlich Auswahl, wenn denn all die Messen stattfinden, die derzeit geplant werden. Details dazu präsentierte jetzt der Chef der neuen „Houruniverse“ in Basel, die die im April zu Grabe getragene „Baselworld“ mit neuem Konzept ersetzen soll.

Neues für Pforzheims Schmuckfabrikanten: Messechef Michel Loris Melikoff aus Basel sowie Guido Grohmann vom Schmuckverband und Joachim Dünkelmann vom Juwelierverband (von links) informieren im Parkhotel. Foto: Edith Kopf

Quo vadis Schmuckindustrie? Eine mögliche Antwort auf diese vielschichtige Frage präsentiert Michel Loris-Melikoff mit der neuen „Houruniverse“. Das Wortspiel aus dem englischen „Stunde“ und dem gleichlautenden, aber anders geschriebenen englischen Wort für „unser“ in Kombination mit „Universum“ soll die wegen Corona sowie lange schwelender Konflikte mit der Luxusuhrenindustrie zu Grabe getragene Messe Baselworld ersetzen.

Konzeptuell ist da mancher Pforzheimer Fabrikant dabei, der dem Messechef aus Basel am Mittwoch im Parkhotel zuhört. Reisewarnungen, geschlossene Grenzen, Infektionssorgen sowie die Lage der Juweliere entfalten allerdings hemmende Wirkung, sofort eine Anmeldung – „das ist kein Vertrag“ – zu platzieren.

„Jeder plant ins Blaue“, kommentiert der Geschäftsführer des Bundesverbands Schmuck und Uhren, Guido Grohmann. Auch er selbst weiß nicht, ob am 4. Juni die Messe in Las Vegas steigt, für die er gerade den Deutschen Pavillon festzurrt. Bei der Messe Inhorgenta in München werde über einen Ersatztermin nachgedacht, falls es nicht klappt am 19. bis 22. Februar, heißt am Rande des Werbeauftritts.

„Aber es muss weitergehen“, betont Loris-Melikoff. Entsprechend dieser Devise wird in Basel ebenso geplant wie für die beiden Messen in Vicenza, die drei in Hongkong und einige mehr, die aus Pforzheimer Sicht relevant sind. Hier wie dort ergänzen digitale Konzepte das Angebot für Aussteller und Besucher. Bei der „Houruniverse“ heißt das hybride Plattform. Die Messe selbst ist – abhängig von den Messen für Luxusuhren in Genf – wohl vom 8. bis 12. April. Das wäre nach Ostern und vor Ramadan, erläutert Loris-Melikoff. Die digitale Ergänzung werde ab Februar ganzjährig bespielt. Damit verbunden sei eine Art Linkedin für die Schmuck- und Uhrenwelt. Der Social-Media-Auftritt soll Firmen- und Produktpräsentation, Netzwerkmöglichkeiten und Marktinformationen verbinden.

Messe kann separat gebucht werden

Das besondere an der Internetwelt der Basler ist, dass sie separat gebucht werden kann. Damit greift Loris-Melikoff das Bedürfnis nach breitflächiger Kommunikation auf und hat ein Bindemittel für all jene Aussteller, die der bisherigen Baselworld aus vielen Gründen den Rücken kehrten – zuletzt wegen 35 Prozent Messekosten, auf denen Aussteller sitzen blieben, als wegen Corona absagt wurde.

Weder die Absage noch schnöder Umgang oder Abzocke bei der Hotellerie sollen sich wiederholen, verspricht Loris-Melikoff. Wer im Frühjahr auf den Kosten sitzen blieb, könne jetzt mit einem Spezialangebot rechnen, Übernachten werde um rund 50 Prozent günstiger und nicht mit Mindestaufenthalten und anderem kombiniert.

Inklusiv statt exklusiv heißt es für die Messe selbst. Es werde einladend, an Stelle der Standbesuche auf Einladung. Dazu gehören offene Stände, die die Messe aus Kosten- und Zeitgründen selbst bauen und vermieten möchte. Neben Uhren, Schmuck und Edelsteinen sehen die Basler digitale Uhren und Start-ups für neue Anwendungen. Den Schmuckbereich wollen sie mit jungen Designern ergänzen, Edelstein um die Themen synthetische Produkte und Nachhaltigkeit sowie alles zusammen um Pop-ups für Direktverkauf. Außerdem soll der technische Bereich wieder wachsen.

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