Skip to main content

Autokino in Pforzheim startet wieder

Auf dem Pforzheimer Messplatz werden ab Freitag Filme gezeigt . Zum Start kommt der Film „972 Breakdowns – auf dem Landweg nach New York“.

Hochbetrieb im Büro des Kokis: Sarah Münzer und Sebastian Hilscher bringen noch die letzten Dinge auf den Weg, damit ab dem 13. November drei Wochenenden lang auf der 15 Meter breiten Leinwand auf dem Messplatz wieder Filme gezeigt werden können. Foto: Susanne Roth

„Wir haben ja schon etwas aufgeräumt“, sagt Sebastian Hilscher scherzend. In dem kleinen Verwaltungsbüro des Kommunalen Kinos (Koki) herrscht trotzdem noch drangvolle Enge. Aufgeschlagene Ordner – etwa mit dem Beleg einer Einführung zum Kranführen – aufgeklappte Laptops, Papier überall, dazwischen ein paar Süßigkeiten und Mineralwasser.

Nervennahrung war in den vergangenen, arbeitsreichen Tagen angesagt, denn erst vor wenigen Tagen – genauer: am 1. November – war klar: Das Kommunale Kino darf dem Lockdown wie bereits im Frühjahr wieder mit einem Autokino begegnen und so wenigstens ein paar Einnahmen generieren. Man ist aber wohl schon froh, wenn man auf Null wieder rauskommt: hauptsache, mal wieder ein bisschen Kino-Kultur. „Gerade kam die Genehmigung von der Bundesnetz-Agentur“, freut sich Sebastian Hilscher vor allem über die kurze Zeitspanne von der Anfrage bis zur Genehmigung.

Wer auch recht schnell und unkompliziert reagiert hat, waren offenbar die Sparkasse Pforzheim Calw und Medizintechnikhersteller Admedes als Partner des Autokinos. Der Kran-Beleg liegt übrigens auch nicht einfach so auf dem Tisch: Hier wird das Koki von Auto Schirdewan unterstützt. Deren Kran „arbeitet“ unter der Woche und wird die kommenden drei Wochenenden auf dem Messplatz still stehen, mit der 15 Meter breiten Leinwand am Haken.

Das war bei den ersten Autokino-Wochen Anfang des Jahres noch eine große Hürde, da musste das Team des Koki erst einmal am Arbeitgeberverband der Bühnenbauer vorbei. „Ist ja alles abgeklärt, mit dem Bauamt, die Statik ist geklärt“, so Hilscher, der sich zudem in den vergangenen Wochen damit konfrontiert sah, dass mit Martin Koch ein weiterer „Insider“ des Koki aufgrund eines spontanen Stellenangebotes von Bord ging.

Wir hatten im Frühjahr 240 Plätze, aber da können wir auch recht schnell aufstocken.
Sebastian Hilscher

Dafür hat er nun auf der gegenüberliegenden Seite des Schreibtisches Sarah Münzer sitzen, die das Koki immerhin schon länger kennt und auch als Platzanweiserin beim ersten Autokino dabei war. Apropos: Das ist eigentlich neben der Finanzierung das größte Problem, dass es eigentlich acht Ehrenamtliche sein sollten, die bei den zwölf Vorstellungen helfen, die maximal 120 Autos zu parken und auch Kurzentschlossenen die Kino-Snacks ans Autofenster zu bringen. „Wir hatten im Frühjahr 240 Plätze, aber da können wir auch recht schnell aufstocken“, sagt Hilscher.

Das Thema Klinkenputzen auf der Suche nach Sponsoren zumindest ist insofern aber schon abgehakt, dass alle Mails rausgeschickt wurden und überall die Werbetrommel gerührt wurde. „Nicht alle können so kurzfristig reagieren“, hofft Sebastian Hilscher aber auf noch mehr Unterstützer. Die Cineasten hingegen haben schon reagiert. Mindestens 118 Tickets sind verkauft für den ersten Abend am Freitag, 13. November. Und einen Schirmherrn gibt es auch: Oberbürgermeister Peter Boch. Damit wäre auch die große Sorge der Versicherung und auch die der Platzmiete vom Tisch. Eine Erleichterung.

Die Freude auf das kommende Event, das drei Wochenenden lang andauert und je nach Nachfrage und Corona-Situation auch verlängerbar ist, steht Sebastian Hilscher und Sarah Münzer ins Gesicht geschrieben. „Das ist schon ein cooles Alleinstellungsmerkmal, dass das so schnell umgesetzt werden konnte“, so Hilscher. Er fügt hinzu: „Dank einem super Team.“ Und dank der unbürokratischen und schnellen Zustimmung und Hilfe seitens der Stadt. Und wer Bedenken hat, dass es im Autokino zu kühl sein könnte: „Einfach eine Decke mitnehmen“, empfiehlt Hilscher.

Service

„972 Breakdowns – auf dem Landweg nach New York“ heißt der erste Film, der am Freitag, 13. November, ab 19 Uhr im Autokino auf dem Messplatz gezeigt wird. In dem Roadmovie startet eine junge Künstlergruppe von Halle/Saale aus mit alten Motorrädern Richtung New York. Tags drauf wird ab 17.30 Uhr „Der König der Löwen“ – eine Neuauflage von Disney – gezeigt, ab 20.30 Uhr „Greenland“. Am Sonntag, 15. November, folgt ab 19 Uhr „Die Känguru-Chroniken Reloaded“. Weitere Informationen und Tickets unter www.autokino-pf.de

nach oben Zurück zum Seitenanfang