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Surfbretter liegen bereit

Blackforestwave in Pforzheim: Erste Tests noch im Herbst?

Sechs Jahre sind seit den ersten Planungen zur Blackforestwave in Pforzheim ins Land gezogen. So langsam wird es offenbar was mit der Welle: Bereits in den nächsten Wochen soll der Surfspot in Betrieb gehen - wenn auch zunächst nur testweise.

Still ruht der See beziehungsweise plätschert das Wasser auf noch niedrigem Niveau durch den Metzelgraben hinter dem „Kupferdächle“. Das Schild kündet bereits davon, dass hier bald der Verein „blackforestwave“ die erste Testwelle erzeugen wird. Foto: Susanne Roth

„Wäre schon schön, wenn es jetzt langsam was wird.“ Dieser Satz stammte von Philipp Kragl. Fast seufzend hat er ihn Mitte August in der Werkstatt von Jens Klenk in Marxzell-Pfaffenrot ausgesprochen. Damals waren ein paar der Vereinsmitglieder von „blackforestwave“ dabei, im Schweiß ihres Angesichts große Stahlträger zu schweißen. Es sollte nicht bei einem Tag bleiben.

Monatelang hat das Team geschweißt, unter fachkundigen Augen zudem die Hydraulik geplant, Stützpfeiler montiert und im August auch die Konstruktion vormontiert auf dem Gelände des Pforzheimer Metallverarbeitungsunternehmens G.Rau, neben dem Pforzheimer Medizintechnikhersteller Admedes einer der Hauptsponsoren.

Sechs Jahre sind ins Land gezogen

Und nun ist es (fast) soweit. Die Surfanzüge liegen bereit, die Surfbretter ebenfalls – in den nächsten Tagen und Wochen wollen Vereinsmitglieder um das Vorstandsteam Steffen Rose, Clemens Breckle und Vivien Straka die Welle auf einem kleinen, industriell genutzten Seitenarm der Nagold surfen, die sie dort künstlich erzeugen werden.

Der Satz von Philipp Kragl wird umso verständlicher, wenn man bedenkt, wie lange die etwa 60 Mitglieder schon in Gedanken surfen: Mittlerweile sind sechs Jahre ins Land gezogen. Sechs Jahre, in denen zunächst – auch mit einer Standup-Paddelaktion im Sommer 2018 mitten in der Stadt, auf der Enz – Werbung gemacht wurde für einen Wassersport, der sich nur auf wenigen Metern hinter dem Jugendtreff „Kupferdächle“ abspielen wird.

Konzeptionell, planerisch und handwerklich war es eine Mammutaufgabe, die bewältigt wurde. Beharrlich. Immer das Ziel im Hinterkopf. So wurde unter anderem im KIT-Strömungslabor gearbeitet, um die beste Konstruktion zu planen. Diese ist nun stufenlos verstellbar, so dass sich der Schwierigkeitsgrad je nach Fähigkeit des Wellenreiters einstellen lässt. Die Welle wird per Knopfdruck erzeugt, besser gesagt: dieser wird einzelne Teile der Konstruktion in Bewegung setzen, die dann das Wasser an bestimmten Stellen staut. Und es kommt noch raffinierter: Dank einer speziellen Messtechnik können auch Daten erhoben und ausgewertet werden.

Das Tor geht bald auf

Noch plätschert das Wasser – durch die herbstlichen Regengüsse etwas unruhiger als sonst – durch den Metzelgraben und über die montierten Teile, die mit Hilfe eines Krans und 30 ehrenamtlichen Helfern kürzlich drei Tage lang „Tag und Nacht“ an Ort und Stelle befestigt wurden.

3000 Schrauben halten die Holzdielen der Rampe, über die der Surfer dann startet, in Position. Zehn Hydraulikzylinder warten auf ihren Einsatz. Das Schild „blackforestwave“ ist bereits am Eingangstor montiert. Und dieses wird bald aufgestoßen. Dann kann man aber vorerst nur das Team von „blackforestwafe“ dabei beobachten, wie sie ihre Welle testen, die Anlage einstellen, das Wellenverhalten studieren. Im Frühjahr dann wird die „Schwarzwaldwelle“ für alle Vereinsmitglieder Wellen schlagen und letztlich dann auch ab dem Sommer nächsten Jahres für Tagesgäste, die so genannte Surfslots buchen können. Wer Mitglied werden oder den Verein unterstützen will kann die E-Mail-Adresse contact@blackforestwave.de nutzen. Weitere Informationen gibt es unter www.blackforestwave.de.

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