Skip to main content

Zusätzliche Blitzer im Enzkreis

Corona-Lockdown wirkt sich auch auf Blitzer in Pforzheim und dem Enzkreis aus

Mit dem neuen Blitzer „Micha“ will das Ordnungsamt in Pforzheim Raser stoppen. Im ersten halben Jahr blitzten die stationären Geschwindigkeitsmesser nur 2.800 Autofahrer. Der Stadt gehen Bußgelder verloren.

Tempomesser: An der Kreuzung Goethe-/Zerrennerstraße in Pforzheim steht der Blitzer wieder, aber er blitzt noch nicht. Foto: Roland Wacker

Über Fotos von der Bußgeldstelle ärgern sich Autofahrer meist. In Pforzheim jedoch müssen Raser in Zukunft durch die neue Messanlage „Micha“ mit noch mehr Schnappschüssen rechnen. Über 26.000 zu schnelle Autofahrer zeichnete das Ordnungsamt in den ersten sechs Monaten in diesem Jahr auf.

„Der Lockdown während der Corona-Pandemie hat sich erheblich auf die Fallzahlen ausgewirkt“, teilt die Stadt auf Anfrage mit. Ein geringeres Verkehrsaufkommen führte demnach zu weniger Verstößen. Die Verwaltung beruft sich beim sinkenden Verkehr auf ihre Messstationen und eigene Beobachtungen, wie Ordnungsamtsleiter Wolfgang Raff erklärt.

Lediglich 2.800 zu schnelle Autofahrer lichteten die stationären Messanlagen der Stadt im ersten halben Jahr ab. Im vergangenen Jahr hingegen gingen 8.500 Raser ins Netz, obwohl die Anlage in der Goethestraße/Ecke Zerrennerstraße rund ein halbes Jahr außer Betrieb war. Deutlich wird der Unterschied zum Jahr 2019 vor der Corona-Pandemie. Hier stellte die Stadt 17.500 Geschwindigkeitsüberschreitungen fest.

Stadt Pforzheim erhält weniger Bußgelder

Mit der sinkenden Zahl der Geschwindigkeitsverstöße nimmt die Stadt auch weniger Bußgelder ein. Circa 48.000 Euro brachten die Blitzer im ersten halben Jahr ein. 2020 unterstützten Autofahrer – unfreiwillig – die Bußgeldkasse noch mit fast 160.000 Euro. Vor der Corona-Pandemie erwirtschafteten die stationären Blitzer in Pforzheim mit 310.000 Euro fast das Doppelte.

Weniger Verluste musste das Ordnungsamt dafür bei mobilen Geschwindigkeitsmessungen verkraften. Wurden 2019 noch 1,4 Millionen Euro (63.317 Verstöße) eingenommen, flossen im Corona-Jahr 2020 immerhin 1,35 Millionen Euro (57.588 Verstöße) in die Kasse. Im ersten Halbjahr 2021 kommt die Stadt dagegen nur noch auf etwas mehr als 500.000 Euro (23.446 Verstöße).

Sechs neue Blitzer für den Enzkreis

Auch der Enzkreis baut seine Verkehrsüberwachungs-Konzeption weiter aus. Das Straßenverkehrs- und Ordnungsamt plant, insgesamt sechs neue Gehäuse von Blitzern in der Region aufzustellen. Angedacht sind innerörtliche Standorte in Birkenfeld, Eisingen, Keltern-Ellmendingen, Mönsheim, Niefern und Wurmberg, wie der Leiter des Ordnungsamts, Oliver Müller, auf Anfrage der Redaktion mitteilt.

Bisher kontrollierte der Enzkreis Autofahrer mit fest installierten Messanlagen am Illinger Eck, in Niefern an der B10-Kreuzung sowie in Königsbach. Zwei weitere Anlagen in Bauschlott und Neuenbürg sind außer Betrieb und schrecken nur noch optisch Autofahrer vor dem zu schnellen Fahren ab.

Im ersten halben Jahr zeichnete das Ordnungsamt im Enzkreis mit fest installierten Blitzern knapp 1.400 zu schnelle Autofahrer auf. Mit Abstand am meisten blitzte es in Niefern, an der B10. In 873 Fällen überschritten Autofahrer an dieser Stelle die erlaubte Höchstgeschwindigkeit. In Königsbach (353) und Illingen (188) schoss das Ordnungsamt weniger Fotos.

Zum einen sei der Abschnitt der B10 die frequentierteste Strecke im Enzkreis. Zum anderen „wirkt die Straßenoptik mit vier geradlinigen Fahrstreifen weniger geschwindigkeitsreduzierend als beispielsweise in Illingen mit dichter Bebauung“, erklärt Müller die Unterschiede der Zahlen.

Auch im Enzkreis gehen die Verstöße zurück

Auf das Jahr gerechnet bestätigen die Zahlen die Annahme des Ordnungsamtes, dass Geschwindigkeitsverstöße an fest installierten Messanlagen immer weiter zurück gehen. Im Corona-Jahr 2020 erwischte der Enzkreis etwa 2.900 Autofahrer an den drei Standorten, den niedrigsten Wert überhaupt. Nur vier von 100 Fahrzeugen waren damals zu schnell unterwegs. Auch hier lag der Löwenanteil der Verstöße an der B10 in Niefern mit über 2.000 Autofahrern, in Illingen erwischte es knapp 320 Autofahrer, in Königsbach 630.

nach oben Zurück zum Seitenanfang