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Kein Eislaufen in Pforzheim

„City on Ice” in Pforzheim fällt in diesem Jahr aus

Eisstockschießen und Akrobatik auf Kufen wird in Pforzheim in diesem Winter auf Eis gelegt. „City on Ice” ist in der Goldstadt das nächste, aber nicht das letzte Opfer der Corona-Pandemie.

Eisiger Spaß auf Kufen: Schlittschuhlaufen wird es in diesem Jahr auf dem Pforzheimer Marktplatz nicht geben. Die Stadt hat „City on Ice” abgesagt. Foto: Archivfoto: Susanne Roth

„City on Ice” wird zum nächsten Opfer der Corona-Pandemie: Nach langen Überlegungen haben sich die Verantwortlichen bei Stadt und Citymarketing dazu entschlossen, das beliebte Winter-Event auf dem Pforzheimer Marktplatz abzublasen. Oliver Reitz begründet dies mit der langen Vorlaufzeit, die mit der Organisation von „City on Ice” verbunden wäre.

Mitte Oktober wäre das Unternehmen Interevent aus Dorsten angerückt, um die Eisbahn aufzubauen, führt der Direktor von Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP) ein Beispiel dafür an, dass man mit einer Entscheidung habe zu Potte kommen müssen. Den Entschluss teile man nun allen Dienstleistern mit. Zudem habe der Gastronom Frank Daudert bereits damit begonnen, Reservierungen für „Goldis Stadl” abzusagen, denn auch das wird es in diesem Winter nicht geben.

Wir wollen das maximal Mögliche tun, damit der Weihnachtsmarkt stattfinden kann.
Philip Mukherjee, Sprecher der Stadt Pforzheim

Was das Aus von „City on Ice” und „Goldis Stadl” für den Weihnachtsmarkt bedeutet, vermag indessen noch niemand einzuschätzen. „Wir wollen das maximal Mögliche tun, damit er stattfinden kann”, sagt Stadtsprecher Philip Mukherjee. Die CDU-Fraktion im Gemeinderat hatte Ende Juli die Verwaltung aufgefordert, zu prüfen, wie ein Weihnachtsmarkt unter aktuellen Hygieneanforderungen möglich wäre.

Sie hatte dabei auch den Marktplatz ins Spiel gebracht, der in vergangenen Jahren von Eislaufbahn und Großgastronomie belegt war. Jetzt sind dort rund 40 Prozent der Fläche auf einen Schlag frei geworden.

Budenstadt könnte sich nun auf dem Marktplatz ausbreiten

„Der Antrag der CDU soll nach der Sommerpause im Fachausschuss behandelt werden”, sagt Mukherjee. Nachdem es nun mehr Platz auf dem Marktplatz geben wird, sieht die Stadt die Möglichkeit einer „entzerrten” Version des weihnachtlichen Budenzaubers.

Das sei aber abhängig davon, wie sich das Infektionsgeschehen weiter entwickelt, erklärt Mukherjee. Eine Entzerrung würde nicht nur bedeuten, dass sich die Stände zum Marktplatz hin ausbreiten könnten, auch Abstandsregeln und Hygienevorschriften wären damit leichter einzuhalten.

Warten auf September

Bei Marktmeister Marc Pfrommer haben sich rund 50 Betreiber für den „Goldenen Weihnachtsmarkt” angemeldet – im Februar, als noch niemand Corona auf dem Schirm hatte. Weil nun Ferien sind und es auch noch keine verbindlichen Aussagen zu Weihnachtsmärkten seitens der Politik gibt, bleibt Pfrommer nichts übrig, als abzuwarten, auch wenn er sich Planungssicherheit wünschte.

Wie es um den Mittelaltermarkt bestellt ist, kann er nicht sagen. Das Geschehen um den Blumenhof prägt der „Verein Lebendiges Mittelalter”. Dessen Vorsitzender Chrischan Moll ist momentan selbst im Urlaub und telefonisch nicht zu erreichen. Pfrommer hofft nun, dass sich im September „eine Tendenz” abzeichnet.

„City on Ice” hätte Defizit im sechsstelligen Bereich gebracht

Reitz steht nun zumindest nicht mehr unter Entscheidungsdruck. „Wir sind kalendarisch die Ersten”, erklärt er. „City on Ice” hätte am 12. November geöffnet. Mittelalterlicher und „Goldener Weihnachtsmarkt” würden am 23. beziehungsweise 24. November ihre Buden öffnen.

Zumindest wird der WSP-Chef für den Eigenbetrieb in diesem Jahr kein Defizit einfahren. Wegen des Hygienekonzepts und vermutlich deutlich weniger Besuchern als in Vor-Corona-Zeiten wäre „City on Ice” deutlich teurer geworden. Reitz spricht von Einbußen im sechsstelligen Bereich.

Für Gastwirt Daudert bricht nach dem Oechsle Fest das zweite Highlight des Jahres weg. „Wir hatten schon etliche Reservierungen für Weihnachtsfeiern und mussten alle abtelefonieren.” Er hofft nun, eine Laube am Weihnachtsmarkt genehmigt zu bekommen, wo Besucher Essen und Glühwein bekommen können.

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