Skip to main content

Schwierige Gedankenspiele für die neue Saison

Corona-Krise am Theater Pforzheim: „Gar nicht spielen ist fürs Budget besser”

Mit Beethovens einziger Oper Fidelio will das Theater Pforzheim aus der Sommerpause zurückkommen. Doch die Planung ist massiv erschwert, wie Intendant Thomas Münstermann im Interview erklärt. Die dünne Hoffnung auf ein Einlenken des Landes bei den Abstandsregeln hat sich zerschlagen.

Thomas Münstermann Intendant Theater Pforzheim Foto: Sabine Haymann

Corona-bedingt nur 130 Zuschauer für die große Fidelio-Inszenierung im Herbst: Damit sind sie nicht glücklich und wollten das Land um flexiblere Regelungen bitten. Wie ist der Stand?
Thomas Münstermann

Da ist das Land ziemlich eindeutig. Es definiert die bestehenden Abstandsregeln auch weiter so strikt. Änderungen wird es wohl nur in einem bundesweit einheitlichen Vorgehen geben. An unserem Problem ändert sich also nichts, es sei denn, in den kommenden zwei Monaten tut sich noch etwas an den Regeln.

Damit wären sie an eine Auslastung von 25 Prozent gebunden. Das sei wirtschaftlich nicht darstellbar, sagte Verwaltungsdirektor Uwe Dürigen vor einigen Wochen. Und nun?
Thomas Münstermann

Wir müssen den größeren Zusammenhang sehen. Einerseits geht es um die Situation bei uns im Haus und darum, Abos zu bedienen. Andererseits sind wir aber auch ein Gastspielensemble. Das eine muss nicht zwingend an das andere geknüpft sein. Wir arbeiten gerade ein Konzept aus. Es gilt nun abzuwägen, ob wir unseren Partnern im Gastspielbetrieb ein Angebot mit Fidelio machen können.

Bis zum Wochenende vor der jetzigen Sommerpause haben Sie mit kleineren Aufführungen gepunktet. Schon länger war absehbar, dass es im Herbst mit größeren Formaten schwierig wird. Hatten Sie denn überlegt, auch im Herbst auf kleine Inszenierungen zu setzen?
Thomas Münstermann

Ja, ja, natürlich haben wir das. Es gibt da sehr viele Ideen und Initiativen im Ensemble. Das Programm lief auch gut. Aber die Einnahmen sind nicht so hoch. Die Planung bei vielen kleinen Formaten ist aufwendiger, am Ende stehen die Kosten auch wegen der Planung um die Kurzarbeit herum in keinem Verhältnis zu den Einnahmen. Die traurige Wahrheit ist ja: Gar nicht spielen ist fürs Budget besser. Das wollen wir natürlich nicht. Aber die Unsicherheit in der jetzigen Lage ist groß.

nach oben Zurück zum Seitenanfang