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Absagen und Vorsichtsmaßnahmen

Coronavirus-Auswirkungen in Pforzheim: Zwischen Gelassenheit und Sorge

Das Coronavirus ändert den Alltag der Menschen - auch in Pforzheim. Die Hip-Hop-Europameisterschaft im Congresscentrum wurde wegen des Virus verschoben, die Ausbildungsmesse fällt gleich ganz aus. Und Oberbürgermeister Boch darf keine Hände mehr schütteln.

Er darf wegen des Coronavirus vorerst keine Hände mehr schütteln: Pforzheims OB Peter Boch. Foto: N/A

Das Coronavirus bremst die Hip-Hoper aus, die am kommenden Samstag ihre Europameisterschaft im Congresscentrum (CCP) ausrichten wollten. „Das Turnier wird auf Wunsch der Veranstalter verschoben“, berichtet Oliver Reitz, Direktor von Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP).

Wir entscheiden von Tag zu Tag neu.
Oliver Reitz, Direktor von Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim

Etliche Eltern hätten sich entschieden, ihre Kinder nicht zu einem solchen Großevent zu schicken. „Wir sind da außen vor, wollen aber auch kulant sein“, erklärt Reitz mit Hinblick auf Kosten und er fügt hinzu: „Wir entscheiden von Tag zu Tag neu.“ Was Reitz aber bereits an diesem Montag weiß: Auch der Kongress eines mittelständischen Betriebs aus dem Enzkreis wird aufgrund des Virus’ verschoben.

Sportlerehrung soll normal stattfinden - ohne Händeschütteln

Dagegen soll die Sportlerehrung am Freitag, 6. März, wie gewohnt im CCP stattfinden. „Wir werden noch alle darauf hinweisen, dass wir keine Hände schütteln werden“, verweist Ella Martin vom Dezernat des Oberbürgermeisters auf eine Vorbesprechung von Freitag hin, bei der man dies vereinbart habe. Das betreffe auch Oberbürgermeister Peter Boch, wenn er den Geehrten Urkunden überreicht. In Grippe-Zeiten sei es ohnehin sinnvoll, auf Shakehands zu verzichten, meint Martin.

Eine Laborantin sortiert an der Charite Berlin, in dem Untersuchungen zum Coronavirus laufen, Proben. Foto: Christophe Gateau/dpa/Archivbild

An diesem Dienstagabend kann das Publikum im CCP, ganz wie geplant, eine Live-Reportage in der VHS-Bilderreihe auf Großleinwand erleben. Dabei entführt Andreas Pröve nach China. Heiko Weimer, Pressesprecher der Volkshochschule, wird einleitende Worte sprechen – ohne Mundschutz, wie er betont. „Es wird keine gefährliche Veranstaltung sein“, versucht Weimer zu scherzen in Zeiten, da einem das Lachen ganz schnell vergehen könnte.

Kitabetrieb läuft normal

Aber noch ist es nicht soweit. „Es lief alles normal. Es gab auch keine größeren Ausfälle unseres Personals“, erklärt Caritaschef Frank-Johannes Lemke zum Kita-Betrieb in den sechs Einrichtungen der Caritas. Am ersten Tag nach den Faschingsferien war offenbar auch an den Kitas der Diakonie und der Stadt nichts Ungewöhnliches zu spüren. „Uns wurden keine Zwischenfälle gemeldet“, sagt Stadtsprecher Philip Mukherjee. Es sei nichts bekannt von Familien, die in einem der Gebiete Urlaub gemacht haben, in denen das Virus aufgetreten ist, berichtet Sabine Ghafoo-Zadeh von der Diakonie. „Es kann schon sein, dass das ein oder andere Kind zuhause geblieben ist“, Aber das könnte ihrer Einschätzung nach ebenso einer Erkältung oder anderer Dinge geschuldet sein.

Es ändert sich alles so rasant. Wir müssen einfach abwarten.
Carl Freund, Leiter der Ludwig-Erhard-Schule Pforzheim

Wie an den Kitas wurde auch an den Schulen der Unterricht ganz regulär wieder aufgenommen. Man habe Eltern gebeten, Bescheid zu geben, sagt Edith Drescher, Leiterin des Hilda-Gymnasiums, für den Fall der Fälle. Carl Freund, Leiter der Ludwig-Erhard-Schule, berichtet von einem Schüler, der einen Tag in Mailand gewesen sei und den man vorsorglich nach Hause geschickt habe. Von den rund 1.600 Schülern seien mehr oder weniger alle aus den Ferien zurück und auch die rund 90 Lehrerkräfte regulär wieder zum Unterricht gekommen. Freund sagt, was alle in diesen Tagen der Verunsicherung umtreibt. „Es ändert sich alles so rasant. Wir müssen einfach abwarten.“

Im übrigen verweisen Schulen, Kitas und andere Einrichtungen auf Gesundheitsamt, Kultusministerium oder die umfassenden Informationen des Robert-Koch-Instituts.

Ausbildungsmesse "Schule trifft Zukunft" abgesagt

Einfach nur abwarten wollte man dagegen nicht in der Remchinger Carl-Dittler-Schule. Dort entschied sich Leiterin Ute Westphal zum Handeln. Sie sagte die traditionelle Ausbildungsmesse „Schule trifft Zukunft“ ab, die am Donnerstag, 5. März, stattfinden sollte. Nach reichlicher Überlegung hätten sich Schulleitung und Planungsteam der Messe dazu entschieden, heißt es auf der Homepage der Schule. Gleiches gilt für den Elternabend, der bereits für diesen Dienstag anberaumt war. „Als Schule mit zirka 350 Schülerinnen und Schülern nehmen wir unsere Verantwortung für die Gesundheit und Sicherheit unserer Lernenden, Mitarbeiter und Gäste ernst und wollen für alle Beteiligten kein Risiko eingehen“, heißt es weiter.

Bislang keine Ausfälle von Veranstaltungen meldet die Kulturhalle Remchingen. „Wir hatten viele Anrufer“, erklärt Geschäftsführer Paul Taube auf Nachfrage. Doch solange seitens der Behörden nichts abgesagt werde, läuft der Kulturbetrieb wie geplant, gibt Taube zu verstehen. „Wir merken aber, dass der Ticketverkauf zurückgegangen ist.“

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