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Verschärfte Corona-Regeln

Die meisten Pforzheimer halten sich an die Maskenpflicht in der Innenstadt

Die meisten Besucher in der Pforzheimer Innenstadt und auf dem Wochenmarkt auf dem Turnplatz hielten sich am Samstag an die verschärften Corona-Regeln. Polizei und Security-Kräfte kontrollierten die Einhaltung und wiesen Kunden auf die Maskenpflicht hin.

Maskenpflicht eingehalten: Die meisten Besucher in der Pforzheimer Fußgängerzone halten sich an die verschärften Corona-Regeln, die in der Innenstadt seit Samstag gelten. Foto: Torsten Ochs

Sonne und spätsommerliche Temperaturen: Die Stimmung auf dem Wochenmarkt am Samstag auf dem Turnplatz ist gut – trotz Maskenpflicht. Nusret Yüksel und Stefanie Lindner vom Security-Dienst laufen über den Platz und kontrollieren, ob sie eingehalten wird.

Ihre Erfahrungen sind positiv: „Die meisten Besucher haben ihre Maske auf. Manche sind überrascht, weil sie von der neuen Verordnung der Stadt noch nichts gehört haben und nicht wussten, dass sie auf dem Markt Maske tragen müssen“, sagt Yüksel.

„Wir haben viele Anfragen beantwortet“, bestätigt Ordnungsamtsleiter Wolfgang Raff auf Anfrage. Die Unsicherheit, wann Mund und Nase bedeckt werden müssen, sei weiterhin verbreitet. Wie berichtet, hat die Stadt wegen der steigenden Corona-Zahlen eine „harte Maskenpflicht“ für den Fußgängerbereich und die Märkte verhängt. „Wir wollen, dass die Leute die Regeln akzeptieren, denn die Lage ist ernst“, betont Raff.

Corona hat auf dem Wochenmarkt vieles zum Positiven verändert
Jörg Müller, Markthändler aus Wimsheim

Die verschärften Regeln scheinen die Kunden am Samstag nicht davon abzuhalten, auf dem Markt einzukaufen. Im Gegenteil: „Wir haben seit Corona stetig steigende Umsätze“, berichtet Jörg Müller aus Wimsheim an seinem Obst- und Gemüsestand. „Die Leute kaufen lieber im Freien als im Supermarkt ein.“ Hinzu komme, dass sich viele mehr mit dem Essen beschäftigen und mehr auf Qualität als auf den Preis achten. „Corona hat auf dem Wochenmarkt vieles zum Positiven verändert“, sagt Müller.

„Alle halten sich zwar an die Maskenpflicht, aber alle leben in Angst und Schrecken“, behauptet ein Kunde am Stand der Pforzheimer Gärtnerei Hüttler. „Dennoch lassen sich die Leute nicht vom Marktbesuch abschrecken“, hat Claudia Hüttler festgestellt. Dafür spricht auch die lange Schlange am Käsestand gegenüber.

Gute Stimmung auf dem Wochenmarkt: Herbert Eiwen, Gabriele Mischung und Vorsitzende Oana Krichbaum (rechts) von der Deutsch-Rumänischen Gesellschaft verkauften 2.000 Krautwickel für einen guten Zweck. Foto: Torsten Ochs

Für die Krautwickel am Stand der Deutsch-Rumänischen Gesellschaft Pforzheim/Enzkreis seien die Kunden sogar aus dem Enzkreis angereist, erzählt die Vorsitzende Oana Krichbaum. Bis Mittag waren die 2.000 Wickel weg und der Kuchentisch fast leergefegt.

Das Interesse sei sogar noch größer gewesen als im vergangenen Jahr, sagt Krichbaum. Der Erlös aus dem Verkauf, der Teil des kleinen Herbstfestes auf dem Markt war, geht an „Menschen in Not“. „Wir wollen spenden, weil es Leute gibt, die in Corona-Zeiten große Probleme haben“, erklärt Vorstandsmitglied Herbert Eiwen.

Gähnende Leere: In der Brötzinger Fußgängerzone war am Samstagmittag nichts los. Manche Spaziergänger verzichteten daher darauf, ihre Schutzmaske zu tragen. Foto: Torsten Ochs

Fast gähnende Leere herrschte gegen Mittag in der Fußgängerzone in Brötzingen. Manche Fußgänger ersparten es sich daher, ihre Schutzmaske aufzuziehen. „Samstags ist wenig los, weil viele Hauptgeschäfte zuhaben“, erklärt Karl-Günter Scherer. Er weist mit einem Schild neben dem Eingang seines Schreibwarenladens auf die Maskenpflicht im Geschäft hin. Montags bis donnerstags, wenn die Arztpraxen in der Straße offen haben, sei deutlich mehr Betrieb, ergänzt Feinkosthändlerin Jasmin Yalgin.

Einzelhändler beklagen Absage des Weihnachtsmarkts

Ein anderes Bild bietet sich am Nachmittag in der Innenstadt: viele Besucher, fast alle mit Maske. „Wenn’s hilft. Bei den hohen Zahlen ist es sicher notwendig“, schätzt Richard Voigt.

Den Musikhaus-Inhaber schmerzt, dass der Weihnachtsmarkt abgesagt wurde, denn die Teilnehmer des angegliederten Mittelaltermarkts hätten immer gern in seinem Geschäft gestöbert. Ihm ist außerdem aufgefallen, dass sich bei Kunden das Kaufverhalten verändert hat: Viele erledigen ihre Geschäfte gleich morgens; am Nachmittag werde es deutlich ruhiger.

Kein Verständnis für Hamsterkäufe

Einen ruhigen Samstag verzeichnet auch Susanne Gastiger-Müller. Die Inhaberin im Reformhaus Eden befürchtet, dass die Maskenpflicht manchen Kunden abschreckt. „Aber man muss abwarten, was es bringt.“

Kein Verständnis zeigt Bernhard Pischzahn, Inhaber des City-Supermarkts, für Hamsterkäufe: „Dafür besteht kein Anlass. Die Regale mit Toilettenpapier sind schon wieder leer“, sagt er und appelliert an die Vernunft der Leute. „Die Läden bleiben geöffnet und bei einem normalen Bedarf hält eine Packung mit zwölf Rollen etwa einen Monat.

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