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Enztal-Querung

Diesmal wegen Corona: Ausbau der A8 bei Pforzheim droht erneute Verzögerung

Auf dieses Straßenbauprojekt warten viele in Pforzheim sehnsüchtig: der Ausbau der Enztal-Querung bei Pforzheim. Doch der zuletzt anvisierte Baubeginn für den sechsspurigen Ausbau der A8 wird Behördenangaben zufolge wohl wieder nicht zu halten sein. Als Grund wurde die Corona-Krise genannt.

Richtig teuer: Dass der A8-Ausbau im Pforzheimer Kosten mit über 300 Millionen Euro mehr als das Doppelte des bislang kalkulierten Betrags verschlingt, wurde am Donnerstag bekannt. Foto: Archivfoto: Streib

Auf dieses Straßenbauprojekt warten viele in Pforzheim sehnsüchtig: der Ausbau der Enztal-Querung bei Pforzheim. Doch der zuletzt anvisierte Baubeginn für den sechsspurigen Ausbau der A8 wird Behördenangaben zufolge wohl wieder nicht zu halten sein. Als Grund wird die Corona-Krise genannt. Planer und Behördenmitarbeiter seien im eingeschränkten Homeoffice beziehungsweise in Quarantäne.

Erst Ende Februar hatte das Regierungspräsidium erklärt, dass der Baustart für die 4,6 Kilometer lange Erweiterung zwischen den Anschlussstellen Süd und Nord nun nicht Ende des Jahres, sondern erst Anfang 2021 erfolgen soll .

Als Gründe wurden unter anderem die komplizierte Planung und Fehler bei externen Planungsbüros genannt. Regierungspräsidentin Sylvia Felder (CDU) muss nun erneut auf die Bremse drücken. Der nächste Schritt, die Ausschreibung noch im Frühjahr, er wackelt. Der Grund sei die Corona-Krise. „Vor dem Hintergrund der zunehmenden Zahl der infizierten Menschen ist allgemein aufgrund zu erwartender Ausfälle bei Bauunternehmen und bei den beauftragten Ingenieurbüros, aber auch bei unserem eigenen Personal, mit Verzögerungen bei Planungs- und Bautätigkeiten zu rechnen“, so Felder am Montag gegenüber dieser Redaktion.

Beim Spatenstich im April 2018 war man noch davon ausgegangen, dass die Fahrbahn schon im Sommer 2019 in Angriff genommen wird .

"Homeoffice nur bedingt geeignet"

Aktuell arbeite die beauftragte Ingenieurgemeinschaft im Homeoffice. Die sei für „Planer und Konstrukteure mit speziellen Planungsanforderungen nur bedingt möglich“. Das Planungsbüro in Österreich sei derzeit nur über Video- und Telefonkonferenzen erreichbar. Auch im Regierungspräsidium seien „Mitarbeiter wegen Corona-Quarantäne ausgefallen“, so Felder.

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Was das für den Zeitplan konkret bedeutet, könne man noch nicht absehen. „Wir können aktuell nicht sagen, zu welchen zeitlichen Verzögerungen diese besondere Situation führen wird.“ Die „eigentliche Herausforderung liege in der Überarbeitung der Ausschreibungsunterlagen, die üblicherweise eine enge Abstimmung zwischen Projektteam und Ingenieurbüro erfordere.

OB von Pforzheim wenig erfreut

Im Pforzheimer Rathaus reagierte man wenig erfreut. Oberbürgermeister Peter Boch (CDU): „Als Chef einer großen Verwaltung weiß ich sehr genau, wie uns alle das Corona-Virus beansprucht und oftmals Prioritäten verändert. Aber das sollte jetzt nicht dazu führen, dass es zu weiteren starken zeitlichen Verschiebungen kommt. Wir alle in Pforzheim und in der Region warten auf diesen Ausbau.“ Das wisse auch die Regierungspräsidentin Felder, mit der er in engem Austausch stehe.

Rülke zeigt Verständnis

Pforzheims CDU-Bundestagsabgeordneter Gunther Krichbaum drängt auf eine zügige Umsetzung. „Warten wir doch erst einmal ab, wie die Auswirkungen tatsächlich sind.“ Man müsse jetzt alles daran setzen, so Krichbaum, das Projekt nicht weiter zu verzögern. Milde gestimmt zeigt sich FDP-Politiker Hans-Ulrich Rülke, der bei den vorherigen Verzögerungen dem Regierungspräsidium „Missmanagement“ vorwarf: „Es ist für mich nachvollziehbar, dass die Coronakrise zu Verzögerungen führt“.

Wenigsten bei den bereits im Bau befindlichen Brücken läuft noch alles im Plan. Die Arbeiten an der Gemeindestraßenbrücke neben der Bahnbrücke soll Ende des Sommers abgeschlossen sein. Anschließend werde mit den Arbeiten der Kreisstraßenbrücke begonnen, die im Sommer 2021 beendet sein sollen.

Die Fertigstellung der sechsspurigen Fahrbahn war zuletzt für das Jahr 2026 in Aussicht gestellt wurden. Aber das war vor Corona.

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