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2. Signallicht-Treffen

Aus Polizei- und Feuerwehrwagen werden Reisemobile: Schau in Keltern

Nicht von der Stange waren die Reisemobile, die am vergangenen Wochenende beim 2. Signallicht-Treffen in Keltern bestaunt und bewundert werden konnten. Die Umbauten ausgemusterter Behördenfahrzeuge zogen am Ortsrand von Niebelsbach die Aufmerksamkeit der Vorbeifahrenden auf sich und waren einen Besuch wert.

Ein Stellplatz ist noch frei. Mehr als 60 umgebaute ehemalige Behördenfahrzeuge waren am Wochenende in Keltern auf der Wiese zwischen Niebelsbach und Grenz versammelt Foto: Susanne Herweg

Von Susanne Herweg

Beim Anblick der etwa 60 ehemaligen Einsatz- und Mannschaftswagen mit zumeist Feuerwehr-, Polizei-, THW- oder Bundeswehrvergangenheit glänzten Kinderaugen und die ihrer Väter oft nicht weniger. Die Besitzer waren sehr gerne bereit, interessierten Besuchern einen Blick in das Innere ihrer Fahrzeuge zu gewähren und Fragen zu beantworten.

Die Ausbauten sind sehr individuell: manche liebevoll-gemütlich, andere funktional; einige stehen noch am Anfang des Umbaus, andere sind schon in durchdachter Perfektion eingerichtet. Vielfältiger noch als ihre Fahrzeuge sind die mobilen Besitzer: Familien mit kleinen Kindern, Einzelreisende, Paare und Freundesgruppen jeden Alters.

Weiteste Anreise des Jahres wird geehrt

Aus der Schweiz angereist sind Christina Burkhard und Martin Bloch, die im letzten Jahr von einer 16-monatigen Reise durch die Mongolei, Zentralasien, den Iran und den Nahen Osten zurückgekehrt sind. Neben Hündin Safi aus Oman ist der größte Schatz im Wohnmobil ein Buch, in dem sich all die Menschen schriftlich oder mit Fotos verewigt haben, mit denen das Paar auf der Reise Freundschaft geschlossen hat.

Für die weiteste Anreise in diesem Jahr wurden die Gastronomen Erik und Ines Sommer aus Ostritz in Sachsen ausgezeichnet. Ihren ehemaligen Feuerwehr-Iveco haben sie nach ihren Vorlieben eingerichtet. Im hinteren Teil geben die offenen Rollläden den Blick auf die seitlichen Stauräume frei, die mit allerlei Küchenwerkzeug, Zutaten und Getränken bestückt sind. Neben dem Reisemobil steht ein rustikaler Datsche-Ofen, auf dem ein weithin wunderbar duftender Sauerbraten schmort.

Mittagsgast ist Manuel Studer aus Solothurn in der Schweiz, der das Ehepaar Sommer am Vorabend kennengelernt und mit seinem selbstgebrauten Bier aus der eingebauten Zapfanlage beeindruckt hatte. Die drei genießen den Sauerbraten des ehemaligen Küchenchefs Erik, der aus Hessen stammt, viele Jahre europaweit gearbeitet hat und jetzt viel lieber entspannt privat für Freunde kocht, mit Kartoffelklößen, Rotkohl und einem Glas Wein.

Schuld war nur der Heavy Metal?

Manuel Studer erzählt, dass sein Reisemobil „eigentlich ein Unfall“ war: „Wacken Open Air war schuld. Ich brauchte eine Schlafmöglichkeit, weil meine Freundin mit mir dorthin wollte. Im Dezember 2017 habe ich den Wagen gekauft, in wenigen Monaten umgebaut, und im August 2018 hatte er beim Festival seinen ersten Einsatz.“ Seitdem sind die Kurztrips ein willkommener Ausgleich zum anstrengenden Alltag des beruflichen Vielfliegers. Sein ehemaliges Fahrzeug der FW Oberbüren von 1975 ist nicht das älteste auf der Signallicht-Wiese. Ein paar Wagen weiter stehen ein Borgward B522 von 1962, der ehemals im technischen Zivilschutz im Einsatz war und ein Borgward B2000 mit dem Baujahr 1957, der früher der Bundeswehr als Mannschaftswagen diente. Im vorigen Jahr übrigens war das TLF 16/25 der Freiwilligen Feuerwehr Keltern das älteste Fahrzeug, das zudem noch im Dienst stand.

Auch beim diesjährigen Signallicht-Treffen schaute die örtliche Feuerwehr vorbei: Hauptfeuerwehrmann Maik Bohnenberger und Oberfeuerwehrmann Dominic Ziegler zeigten das neue TLF 4000 und präsentierten den Dach-Schaumwerfer in Aktion. Der Organisator des Treffens, Tobias Kreiner aus Ellmendingen, freut sich sehr über die Zahl der Teilnehmer und Besucher und die entspannte Atmosphäre, bedauert aber: „Wir hätten gerne schon in diesem Jahr aus dem Signallicht-Treffen ein schönes Event für Keltern und Umgebung gemacht und die örtlichen Vereine mit einbezogen – mit Spielmobil für die kleinen Besucher, Live-Musik am Abend und Bewirtung. Aber Corona hat auch uns enge Grenzen gesetzt, und so müssen wir diese Pläne auf hoffentlich das kommende Jahr verschieben.“

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