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Mann schreibt Mail an Bürgermeister

Beschwerden über Asphaltbelag auf Fahrradweg von Pforzheim nach Birkenfeld

Man kann es eben nicht jedem Recht machen: Manche beschwerten sich über den schlechten Schotterbelag auf dem Rad- und Fußweg zwischen Pforzheim und Birkenfeld. Nun beklagen einige, dass Radler nach der Asphaltierung rasen könnten, ein anderer fürchtet Glätte im Winter.

Schöner fahren: Der Fußgänger- und Radweg von Birkenfeld nach Pforzheim wird derzeit asphaltiert. Ein Pendler befürchtet, dass der Belag bei Schnee und Eis ein Problem werden könnte und gegenüber dem bisherigen Schotterbelag Nachteile hat. Foto: Bernd Helbig

Als Pendler fahre er fast täglich mit dem Rad auf dem Weg und habe erstaunt zur Kenntnis genommen, dass dieser asphaltiert werde. „Der Weg ist in gutem Zustand gewesen und konnte mit allen Fahrradtypen befahren werden“, schreibt der Mann. Ein großer Vorteil des früheren Schotterbelags sei aber gewesen, dass der Weg auch bei Minusgraden in zügigem Tempo bergab befahren werden konnte – „ohne Gefahr von Eisglätte“.

Von Steiner und Schüssler wollte er wissen, „mit welchen Maßnahmen Sie den jetzt asphaltierten Radweg im Winter von Eis und Schnee freihalten und zu welchen Zeiten dieser dann sicher befahren werden kann“.

Bürgermeister Steiner mailte dem Mann prompt zurück: Der bisherige Untergrund habe den Vorteil gehabt, dass er bei Schnee und Eis nicht geräumt werden musste. Allerdings habe er mit dem Gemeinderat Vor- und Nachteile abgewogen und die Verwaltung habe sich beim Neubau des Fuß- und Radweges für den Asphaltbelag entschieden.

„Sowohl die Gemeinde Birkenfeld als auch die Stadt Pforzheim werden die neue Trasse in ihren jeweiligen Räumturnus mit aufnehmen, um ihrer allgemeinen Streupflicht gegenüber Fußgänger nachzukommen“, versprach Steiner.

Die Räumqualität muss nur für Fußgänger ausreichend sein.
Martin Steiner, Birkenfelder Bürgermeister

Wer mit dem Fahrrad fahre, könne aber nicht erwarten, dass der Anlieger in „Radfahrerqualität“ räume und streue. „Kurzum: Die Strecke muss geräumt werden, aber die Räumqualität muss nur für Fußgänger ausreichend sein“, so der Rathauschef weiter.

Auf die Frage, wann der Weg nach der Räumung „sicher befahren“ werden könne, schrieb Steiner: „Eine genaue Uhrzeit der Räumung kann ich Ihnen nicht sagen, da hierbei verschiedene Faktoren eine Rolle spielen wie die Uhrzeit, Dauer des Schneefalls und vorhandenes Personal im Bauhof.

Die Sache ist geklärt. Es wird geräumt.
Sibylle Schüssler, Pforzheimer Baubürgermeisterin

Baubürgermeisterin Schüssler schließt sich in ihrer Antwort den Ausführungen Steiners an. „Die Sache ist geklärt. Es wird geräumt.“ Mit zwei Kilometern betreffe der Großteil der Strecke die Gemeinde Birkenfeld, während nur 500 Meter auf Pforzheimer Gemarkung liegen.

Der Neuenbürger hält die Reaktion von Steiner für nicht „sonderlich überraschend“. Ihm sei es darum gegangen, auf die Nachteile des neuen Belags hinzuweisen, sagte er gegenüber dieser Redaktion. Je nach Witterung müsse er auf die Alte Pforzheimer Straße und die Arlingerstraße ausweichen, teilt er weiter mit.

Radweg wichtig im Berufsverkehr

Wie berichtet sollen die Arbeiten am Fußgänger- und Fahrradweg Anfang Oktober fertig sein, so Planer Johannes Bauer von den Weber Ingenieuren. Die rund 2,5 Kilometer lange Strecke sei die wichtigste Radwegverbindung nach Pforzheim und spiele zunehmend auch im Berufsverkehr eine Rolle. Es sei aber auch ein Weg, der von Joggern, Spaziergängern und Hundebesitzern benutzt werde, so Steiner.

Die Baumaßnahme sei jetzt notwendig geworden, weil der bisherige Schotterbelag sich in einem schlechten Zustand befinde und zu einer Gefährdung für Radfahrer geworden sei. Steiner berichtete, im Gemeinderat habe man noch diskutiert, ob eine Schwarzdecke oder eine wasserdurchlässige Oberfläche gewählt werden solle. Eine Schwarzdecke sei günstiger, auch bei den Folgekosten. Allerdings verleite das auch zum Rasen. Die Maßnahme sei ein wichtiger Bestandteil des Radwegekonzepts. Aber es gebe auch andere Stimmen. So habe er schon eine E-Mail erhalten, in der sich eine Frau aus Pforzheim über den Ausbau beschwert und einen Baustopp fordert.

Das Radwegekonzepts der Gemeinde sei mit Beteiligung der Bürger entstanden, mit anderen Ämtern diskutiert, und mit der Naturschutzbehörde abgestimmt worden. Die Baukosten belaufen sich auf insgesamt 157.000 Euro; davon entfallen auf Birkenfeld 132.000 Euro und auf Pforzheim 25.500 Euro. Die wassergebundene Variante hätte 250.000 Euro gekostet und wäre auch bei den Folgekosten erheblich teurer als die Schwarzdecke.

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