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Wissenschaftlerin gibt Tipps

Was man bei Hitze essen und trinken sollte und was besser nicht

Eher heiße oder doch kalte Getränke bei hohen Temperaturen trinken? Was ist besser? Die Wissenschaftlerin Anne Herter aus Birkenfeld klärt darüber auf und verrät weitere Dos und Don’ts bei Hitze.

Eine Buttermilch kann ein leckerer Zwischen-Snack im Sommer sein. Foto: Tanja Rastätter

Temperaturen über 30 Grad machen vielen Menschen zu schaffen: der Kreislauf wird schwächer, was zu Kopfschmerzen, schweren Beinen, Schwindel oder Übelkeit führen kann. Mit der richtigen Ernährung lässt sich die Hitze etwas besser ertragen.

Die Ernährungswissenschaftlerin und Diplom-Ökotrophologin Anne Herter aus Birkenfeld bietet in ihrer Praxis in Neuenbürg Ernährungsberatung und -therapien bei Allergien, Intoleranzen, Gewichtmanagement und Essstörungen an.

Aus dem Gespräch mit der 56-Jährigen, hat die Redaktion ein Fragen- und Antworten-Stück erstellt, das darüber informiert, welches Essen und welche Getränke bei hohen Temperaturen zu empfehlen sind und auf welche man eher verzichten sollte.

Ernährungswissenschaftlerin und Diplom-Oecotrophologin Anne Herter aus Birkenfeld über das optimale Essen bei Hitze. Foto: Oleg Tru

Außerdem gibt es darin Tipps, wie man mit der richtigen Ernährung sein Immunsystem schützen und sein Herz schonen kann. Manche Nahrungsmittel können zudem helfen, Krebs vorzubeugen.

Welche Ernährung ist bei heißen Temperaturen zu empfehlen?

Am besten etwas leicht Verdauliches essen: vor allem Gemüse, Obst und Milchprodukte. Gemüse ist besser verdaulich, wenn es vorher aufgewärmt wurde. Eine Gazpacho, eine kalte Suppe aus ungekochtem Gemüse, ist ebenfalls zu empfehlen. Der Vorteil bei rohem Obst und Gemüse ist, dass sie viel Flüssigkeit haben und zusätzlich Wasser, Mineralstoffe und Vitamine enthalten. Auch eine mediterrane Gemüsepfanne mit gedünstetem Gemüse bietet sich an, aber eher abends als größere Mahlzeit.

Normalerweise sagt man zwar, dass das Essen nicht zu sehr gesalzen werden soll. Beim Schwitzen verliert der Körper jedoch Salz, daher darf man im Sommer schon mal nachsalzen. Es hilft auch bei Muskelkrämpfen, da muss es nicht immer Magnesium sein.

Allgemein sollte man bei Hitze kleinere Mahlzeiten zu sich nehmen. Da genügt vielleicht auch mal eine Buttermilch mit Obst zwischendurch, die Flüssigkeit, Eiweiß und Milchzucker liefert.

Außerdem sollte man viel Wasser mit oder ohne Kohlensäure trinken. Mit Kohlensäure können viele Menschen keine großen Mengen trinken. Alternativ gehen auch Früchte- oder Kräutertees, wie etwa Pfefferminztee, der eine kühlende Wirkung hat.

Und was sollte man eher nicht essen? Welches Essen geht gar nicht?

Fettreiche Mahlzeiten mit Fleisch und Wurst sollten bei Hitze vermieden werden, vor allem abends. Es dauert zu lange, bis das Essen verdaut ist. Das gilt aber nicht nur bei heißen Temperaturen, sondern generell, um besser schlafen zu können.

Warme oder kalte Getränke – was ist bei Hitze besser?

Körperwarme Getränke sind bei Hitze am besten. Das Getränk sollte nicht abgestanden, aber auch nicht so kalt wie in den USA mit vielen Eiswürfeln sein. Denn bei zu kalten Getränken versucht der Körper die Kälte auszugleichen, Wärme und Schweiß werden freigesetzt.

Was sollte man bei Hitze vermeiden?

Bei Hitze sollte man keinen Alkohol trinken. Er entzieht dem Körper Wasser und Mineralstoffe. Auch heißer Kaffee ist nicht sinnvoll, weil er schweißtreibend und durch das Koffein harntreibend ist. Er entzieht dem Körper Wasser. Besser ist kalter Kaffee. Allerdings sind hiermit nicht die kalten Fertiggetränke aus dem Kühlregal gemeint, weil diese oft sehr süß sind. Eher zu empfehlen ist kalter Kaffee, wie man ihn für den Eiskaffee benötigt – nur statt viel Vanilleeis genügt etwas Milch.

Welche zusätzlichen Tipps gibt es bei hohen Temperaturen?

Scharfes Essen gibt dem Körper einen Hitzeimpuls im Mund und kühlt den Körper herunter. Deshalb wird im Orient oft scharf gegessen, aber auch wegen der Abtötung der Bakterien.

Statt zu süßen Eistee zu kaufen, kann man sich diesen ganz leicht selbst machen. Eine Tasse Tee kalt werden lassen, mit Eiswürfeln, Melisse, Pfefferminze und Zitronen auffüllen – fertig. Auch kaltes Wasser mit Ingwer oder Minze ist im Sommer erfrischend.

Wer gewohnt ist, Sport zu treiben, kann dies auch im Sommer tun, aber am besten früh, wenn es noch kälter ist und die Ozonwerte niedriger sind. Im Hochsommer ist Sport im Wasser generell am besten.

Bei Sportlern sind isotonische Getränke beliebt, weil darin viel Energie steckt. Diese Getränke sollte jedoch nur zu sich nehmen, wer auch Energie verbraucht, da sie kalorienhaltig sind. Sie sind daher nicht für den Konsum zu Hause gedacht. Richtige Sportler trinken oft eine leichte Apfelschorle mit drei Teilen Wasser und einem Teil Saft, das hat ebenfalls eine isotonische Wirkung.

Beim Einkauf von Lebensmitteln sollte jeder darauf achten, dass die Kühlkette nicht unterbrochen wird. Bei saurer Milch merkt man das oft schnell, bei Fleisch nicht sofort.

Eine längere Pause im Schatten wie in den südlichen Ländern könnte in unseren Arbeitstag integriert werden. Oftmals powern sich viele Menschen K.o..

Wie kann richtige Ernährung das Immunsystem schützen?

Für das Immunsystem gelten ähnliche Tipps wie bei Hitze. Eine reichlich pflanzliche Kost ist ratsam mit viel Obst und Gemüse. Dieses Essen ist ideal, um die guten Darmbakterien anzufüttern. Aber auch Vollkorn hat viele Ballaststoffe.

Und wie können Menschen mit bewusster Ernährung ihr Herz schonen?

Wer mit Herzkrankheiten vorbelastet ist, sollte sich salzarm ernähren. Viel trinken ist außerdem wichtig, damit das Blut, die Hauptflüssigkeit im Körper, besser fließt und Sauerstoff sowie Mineralstoffe verteilt werden.

Kann eine gesunde Ernährung auch Krebs vorbeugen? Wenn ja, wie sollte diese aussehen?

Das kann man nicht pauschal sagen. Eine mediterrane Küche kann gegebenenfalls Krebs vorbeugen. Das heißt, wenig Fleisch, dafür Fisch und pflanzenbetont essen. Zucker und schnell verfügbare Kohlenhydrate tun dem Körper jedoch nicht gut. Darmkrebs kann man gut vorbeugen, indem man gute Darmbakterien nährt. Eine antientzündliche beziehungsweise entzündungshemmende Nahrung mit frischem Obst, Gemüse, Fisch und Nüssen ist ratsam. Haut- oder Brustkrebs kommen oft schnell. Viele Krebsarten sind auch Veranlagung wie beispielsweise Bauchspeicheldrüsenkrebs. Die Vorsorge sollte dabei nicht vergessen werden, aber natürlich zählt auch gesunde Ernährung.

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