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Anwohner in Sorge

Corona-Fälle in Flüchtlingsunterkunft: Gesundheitsamt stellt Gebäude im Enzkreis unter Quarantäne

In einer Flüchtlingsunterkunft in Engelsbrand sind drei Menschen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden, weitere Fälle werden befürchtet. Das Gesundheitsamt des Enzkreises in Pforzheim stellte das Gebäude unter Quarantäne, etliche Testergebnisse sind noch offen. Anwohnern zufolge sollen zwei Bewohner in der Altenpflege tätig sein.

Gebäude gesichert: In dieser Unterkunft in Engelsbrand stehen laut Gesundheitsamt 34 Personen unter Quarantäne. Acht weitere Personen wurden verlegt. Links im Bild: ein Campingbus für die Security. Foto: None

In einer Flüchtlingsunterkunft in Engelsbrand sind drei Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte das Gesundheitsamt am Mittwochabend mit. Ordnungsdezernent Daniel Sailer habe die Einrichtung des Kreises unverzüglich unter Quarantäne stellen lassen. „Das bedeutet, dass alle 34 Menschen, die dort wohnen – also auch die, die bei der durchgeführten Testung aller Bewohner ein negatives Ergebnis hatten – das Haus für zwei Wochen nicht verlassen dürfen“, so wird Sailer in einer Mitteilung zitiert.

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Nachbarn besorgt: Waren Bewohner in der Altenpflege tätig?

Eine Sprecherin des Rathauses in Engelsbrand erklärte: „Wir sind bereits seit Dienstag informiert und arbeiten gut mit den Behörden des Landkreises zusammen.“ Ein paar Bürger hätten besorgte Nachfragen gehabt, die man habe klären können.

Wie ein Nachbar der Unterkunft am Mittwochabend gegenüber dieser Redaktion sagte, sollen zwei Bewohner aus der Anschlussunterbringung in Pflegeberufen tätig sein, davon einer in einem nahe gelegenen Altepflegeheim. Auf Nachfrage beim Landratsamt sagte eine Sprecherin am Mittwochabend, dazu habe man vom Gesundheitsamt noch keine Informationen.  Auch im Rathaus konnte man dazu am Mittwoch nichts sagen.

Es könnten also aufgrund des relativ engen Zusammenlebens in Wohngemeinschaften durchaus noch Fälle dazukommen.
Aus einer Pressemitteilung des Landratsamts

Unabhängig davon rechnet die Behörde mit weiteren Fällen in der Unterkunft, wie aus der Pressemitteilung hervorgeht. Bis Mittwochabend seien erst zwei Drittel der Testergebnisse aus dem Labor beim Gesundheitsamt eingetroffen. „Es könnten also aufgrund des relativ engen Zusammenlebens in Wohngemeinschaften durchaus noch Fälle dazukommen – nicht zuletzt auch deshalb diese doch recht weitreichende Quarantäne-Maßnahme.“

Campingmobil für Security-Mitarbeiter

Laut dem Leiter des Amtes für Migration und Flüchtlinge, Andreas Kraus, wurden eine positiv getestete Person aus der Gemeinschaftsunterkunft zusammen mit ihrer fünfköpfigen Familie sowie ein weiterer positiv Getesteter gemeinsam mit zwei Kontaktpersonen ersten Grades – insgesamt also acht Personen – in ein gesondertes Gebäude im Enzkreis verlegt. Damit will man weiteren Ansteckungen in der Gemeinschaftsunterkunft, in der Menschen verschiedenster Nationalitäten leben, entgegenwirken. Die dritte positiv getestete Person bewohnt mit ihrer Familie in der Anschlussunterbringung eine Dachgeschoss-Wohnung in der Gemeinschaftsunterkunft in Engelsbrand.

Damit niemand die betreffenden Gebäude verlässt oder sie jemand unbefugt betritt, ist ein Sicherheitsdienst an sieben Tagen die Woche rund um die Uhr bei dem Gebäude in Engelsbrand und an dem Haus, in das die acht Personen verlegt wurden, im Einsatz. Bauzäune sorgen zusätzlich für eine bauliche und optische Barriere. Für die Security-Mitarbeiter steht zudem ein Campingmobil bereit.

Weiterer Corona-Todesfall im Enzkreis

Unterdessen wurde vom Landratsamt ein weiterer Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Ein Mann Mitte 50 sei dem Gesundheitsamt zufolge in einer Klinik außerhalb der Region verstorben. Die Zahl der Verstorbenen liege im Enzkreis nun bei 19 Personen, so hieß es am Mittwochabend.

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