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Weniger Mutationen als im Landesdurchschnitt

Die Inzidenz sinkt, aber die Notbremse greift: So ist die Corona-Lage im Enzkreis

Im Enzkreis greift aktuell die Corona-Notbremse. Wie wirken sich die Ostertage auf die Inzidenzwerte aus und welche Entwicklung ist in den kommenden Tagen zu erwarten? Die wichtigsten Antworten im Überblick.

Und Ruhe im Klosterhof: Auch das Weltkulturerbe in Maulbronn ist wie viele andere Einrichtungen im Enzkreis derzeit wieder geschlossen. Foto: Petra Mohr / Staatliche Schlösser und Gärten

Seit Dienstag greift im Enzkreis die Corona-Notbremse. Das heißt: Im kompletten Landkreis ist Einkaufen nur noch per Abholung möglich. Museen, aber auch das berühmte Weltkulturerbe Kloster Maulbronn sind wieder zu.

Auch Anbieter körpernaher Dienstleistungen wie Kosmetik- der Massagestudios mussten schließen. Wie geht es jetzt weiter? Bleibt es bei den harten Regeln oder können die Bürger auf Lockerungen hoffen?

Zur Lage im Enzkreis hat unser Redakteur René Ronge Fragen und Antworten zusammengestellt.

Wie entwickeln sich die Zahlen?

Am Mittwoch vor Ostern stieg die Wocheninzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen der letzten sieben Tage pro 100.000 Einwohner, im Enzkreis wieder über 100. Zuletzt war der Wert am 20. Januar so hoch gewesen. Damals flachte die zweite Welle langsam ab. Nun geht der Trend in die andere Richtung, die dritte Welle zog zuletzt spürbar an. An Karfreitag lag die Inzidenz zum dritten Mal in Folge über 100. Zwei Werktage später, also am Dienstag, griff dann formal die Notbremse. Kurios: Zu dem Zeitpunkt sanken die Zahlen schon wieder. Von Ostersonntag bis Dienstag blieb die Inzidenz unter 100.

Gibt es einen Trend?

Aktuell ist das schwer zu sagen. Weil an Wochenenden und Feiertagen weniger getestet wird, sind danach die Zahlen stets niedriger. Möglich also, dass demnächst noch ein großer Schub von Nachzüglern kommt. Ob trotzdem etwa die Osterferien, wenn also weniger Schüler zusammenkommen, eine senkende Wirkung auf die Zahlen haben, ist noch nicht seriös zu sagen. In den kommenden Tagen werden die Zahlen wieder an Aussagekraft gewinnen.

Welchen Einfluss hat aktuell die ansteckendere Virus-Mutante?

Der Anteil an den Infektionen beträgt aktuell etwas über zwei Drittel, wie Landratsamtsprecher Jürgen Hörstmann dieser Redaktion sagt. Das ist weniger als im Landesdurchschnitt (gut 80 Prozent) und im Bundesmittel (90 Prozent). Wenn die ansteckenderen Varianten im Enzkreis weniger verbreitet sind, ist das zunächst eine gute Nachricht. Die Mutanten dürften sich aber auch hier noch komplett durchsetzen, damit geht dann wiederum ein höheres Nachholpotenzial für weitere Ansteckungen einher.

Was könnte als nächstes folgen?

Drei Entwicklungen sind möglich: Die Zahlen stabilisieren sich auf einem Plateau über 100. Dann gelten die verschärften Regeln weiter. Auch denkbar: Die Zahlen bleiben noch mindestens bis Donnerstag unter diesem Grenzwert. Dann könnte es schon ab Freitag wieder Lockerungen geben, Geschäfte könnten dann wieder Click&Meet anbieten. Am wahrscheinlichsten scheint mit Blick auf den Landestrend der letzte Wochen und wissenschaftliche Prognosen aber, dass das Infektionsgeschehen weiter an Fahrt aufnimmt. Dann drohen sogar nächtliche Ausgangssperren.

Gibt es derzeit irgendwo ein größeres Ausbruchsgeschehen?

Der einzig publik gemachte Fall der vergangenen Tage stammt aus Mühlacker. Dort stellte das Gesundheitsamt eine Anschlussunterbringung von Geflüchteten unter Quarantäne. In den Tagen zuvor waren Corona-Infektionen aufgetreten. Die betroffenen Personen wurden laut Landratsamt in einer Wohnung außerhalb der Unterkunft untergebracht. Die anderen Bewohner stehen als Kontaktpersonen ebenfalls unter Quarantäne. Seit Freitag hat sich die Lage nicht verändert, wie Hörstmann erklärt. Es geht somit nach wie vor um weniger als zehn Infizierte. Ein Hotspot ist der Ausbruch also nicht. Das Geschehen ist im Kreis ist mit einem Wort: diffus.

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