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Corona-Hotspot Enzkreis

Strengere Allgemeinverfügung könnte ab Freitag im Enzkreis gelten

Der Enzkreis hat bei der Corona-Inzidenz zum zweiten Mal in Folge den Wert von 200 überschritten. Der Hotspot steuert damit auf strengere Beschränkungen zu. Unumstritten sind Maßnahmen wie nächtliche Ausgangssperren für den ländlichen Raum aber nicht.

Kreisverwaltung muss tätig werden: Das Landratsamt stellt sich darauf ein, dass am Donnerstag eine Allgemeinverfügung mit schärferen Corona-Regeln veröffentlicht wird. Foto: René Ronge

Die verschärften Corona-Regeln für Hotspots werden im Enzkreis voraussichtlich am Freitag in Kraft treten. Das teilte Landratsamtssprecher Jürgen Hörstmann dieser Redaktion auf Anfrage mit. Der Landkreis hatte am Montag erstmals die kritische Marke von 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen überschritten.

„Sollte nach der maßgeblichen Meldung des Landesgesundheitsamts am Mittwoch die 200 das dritte Mal überschritten werden (wonach es derzeit aussieht), werden wir selbstverständlich unverzüglich tätig“, so Hörstmann am Nachmittag. Es sei damit zu rechnen, dass die nötige Allgemeinverfügung dann am Donnerstag veröffentlicht wird. Am Dienstag lag die Inzidenz bei 219.

Kreise, die mindestens dreimal in Folge den Wert von 200 überschreiten, müssen den Landeserlass mit schärferen Regeln in einer Allgemeinverfügung umsetzen. Früher wird der Enzkreis demnach nicht tätig. Die Stadt Pforzheim hat eine Verfügung in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt, das auch für den Enzkreis zuständig ist, bereits vergangene Woche erlassen müssen.

Der Enzkreis wird sich „vermutlich“ an diese Pforzheimer Variante halten, wie Hörstmann erklärte. Sie enthält einzelne weitere Verschärfungen gegenüber dem Landeserlass.

Teil des Maßnahmenpakets ist eine nächtliche Ausgangssperre. Im Landratsamt betrachtet man diese Ausgangssperren als Signal an die Bevölkerung, dass man sich auch im privaten Rahmen am besten nicht treffen soll. „Wichtig ist jedoch: Es kommt stets auf das individuelle Verhalten der Menschen an und nicht auf die Ausgangssperre“, so Hörstmann.

Unumstritten sind die Ausgangssperren ebenso wie die am Dienstag bundesweit erhobenen Forderungen nach einem harten Lockdown nicht. „Ich halte für den ländlichen Raum nichts von diesen Maßnahmen“, sagt Bürgermeisterin Birgit Förster aus Niefern-Öschelbronn. Ihre Gemeinde sei da im Enzkreis mit der teils städtischen Prägung schon eine Ausnahme.

„Aber das gesellschaftlich-soziale Leben ist ja schon heruntergefahren, das hört auch bei uns gegen 21 Uhr auf.“ Vor diesem Hintergrund halte sie die diskutierten Maßnahmen für nicht zielführend. Außerdem müsse man die Regeln überprüfen. „Und wie wir das hier vor Ort leisten sollen, da fehlt mir die Phantasie“, so Förster.

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