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Corona-Pandemie

Dritter Tag in Folge mit einer Corona-Inzidenz über 200: Ausgangssperre für den Enzkreis kommt

Der dritte Tag in Folge mit einer Corona-Inzidenz über 200 zwingt das Landratsamt zum Handeln. Ab Freitag sollen strengere Regeln gelten.

Kreiszentrale unter Druck: Der Enzkreis hat die Marke von 200 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche zum dritten Mal in Folge überschritten. Jetzt muss das Landratsamt strengere Regeln verfügen. Foto: René Ronge

Auch der letzte Rest Hoffnung auf ein plötzliches und deutliches Abknicken der Inzidenz-Kurve ist passé: Der Enzkreis hat am Mittwoch zum dritten Mal in Folge die Marke von 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen überschritten.

Am Mittwoch betrug der Wert genau 215. Damit war er zwar geringfügig niedriger als am Vortag. Für eine entscheidende Wende im Hotspot Enzkreis reichte es dennoch nicht.

Damit sind strengere Regeln für den Landkreis mit seinen 28 Kommunen und fast 200.000 Einwohnern nun unausweichlich. Das Landratsamt wird an diesem Donnerstag gemeinsam mit dem Gesundheitsamt eine Allgemeinverfügung ausarbeiten, die die Vorgaben des betreffenden Landeserlasses umsetzt.

Keine Ausnahme von der Ausgangsbeschränkung

Darin sind unter anderem nächtliche Ausgangssperren vorgesehen. Die Wohnung darf dann nur noch aus triftigen Gründen (beruflich, medizinisch) verlassen werden. Im öffentlichen und privaten Raum dürfen sich nur noch Personen zweier Haushalte treffen, maximal zu fünft.

Friseure müssen schließen, ein Besuch in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen ist nur nach vorherigem negativem Antigentest oder mit FFP2-Atemschutzmaske erlaubt.

Hinter diese Regeln darf der Enzkreis nicht zurückfallen, noch strengere eigene Regeln sind aber möglich. Eine Ausnahme von der Ausgangssperre wird es auch für den ländlichen Raum nicht geben. Der Kreis hat nach eigenen Angaben beim Land um eine Ausnahme ersucht. Im Sozialministerium hat man davon zwar offiziell keine Kenntnis, wie es auf Anfrage heißt.

Allgemeinverfügung soll ab Freitag gelten

Einen Unterschied macht es am Ende aber sowieso nicht: „Ich gehe davon aus, dass dies angesichts der epidemiologische Lage auch wenig Aussicht auf Erfolg hätte, zumindest war dies bei anderen Landkreisen, die eine solche Eingabe gemacht hatten, so der Fall“, schreibt Ministeriumssprecherin Claudia Krüger dieser Redaktion. So war der Landkreis Calw mit demselben Ansinnen gescheitert. Dort gelten wegen der hohen Corona-Inzidenz bereits schärfere Regeln.

Im Lauf dieses Donnerstags soll die Allgemeinverfügung veröffentlicht werden. Landratsamtssprecher Jürgen Hörstmann deutete an, dass es dabei später am Tag werden könnte: „Juristisch steckt der Teufel im Detail“, sagte er. Erst nach der Veröffentlichung wissen die Menschen im Enzkreis genau, welche Regeln auf sie zukommen. Nach wie vor gilt der Vorsatz, dass die Verfügung am Freitag bereits in Kraft treten soll.

Das Gesundheitsamt meldete am Mittwoch unterdessen den bereits 49. Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus im Enzkreis seit Beginn der Pandemie. Eine Frau über 80 aus dem Enzkreis ist demnach in einer Klinik gestorben.

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