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Klinik schließt

Enzkreis-Coup und das Ende der Sana Klinik in Bad Wildbad

Sollte die Sana Klinik in Bad Wildbad im Sommer schließen, bringt das in Pforzheim dringend gesuchte Fachkräfte auf den Markt. Für Insider zeichnete sich lange ab, dass die Klinik nicht mehr die Sogkraft entwickeln kann, die sie bis 2015 hatte.

Zukunft offen: Das Gebäude der Sana Klinik in Bad Wildbad wurde erst 2009 eröffnet. Für den Kreis Calw dürfte es nach der Schließung weniger um das Haus als um die Bettenversorgung gehen. Foto: Herbert Ehmann

Ein Enzkreis-Coup mit Langzeitwirkung sorgt in Bad Wildbad für Aufregung: Die Sana Klinik dürfte im Sommer als abgeschlossene Episode in die Annalen der Stadt eingehen.

Nach jahrelangem Geraune über die Zukunftsfähigkeit des privat betriebenen Krankenhauses und mehreren Versuchen der Neupositionierung sieht die Konzernleitung keine Zukunft mehr, heißt es in unbestätigten Berichten.

Zweifel an der Richtigkeit der Angaben hat indes niemand. „Gerüchte sind schon lange in der Welt, dass es jetzt so Knall auf Fall kommt, überrascht allerdings“, sagt zum Beispiel der Direktor des Siloah-St. Trudpert-Klinikums Pforzheim, Ulrich Schulze.

Pforzheimer Kliniken erhoffen sich neue Fachkräfte

Der Klinikdirektor macht keinen Hehl daraus, dass er sich vom Rückzug der Sana Klinik Fachpersonal erhofft. Er habe in den vergangenen zwei Jahren auch schon per Anzeigen im Raum Calw nach neuen Kräften gesucht.

Etwa 130 Personen sind von der sich abzeichnenden Klinikschließung betroffen. Auf die Übernahmebereitschaft des Calwer Kreistags, der am Montag im Verwaltungs- und Wirtschaftsausschuss nichtöffentlich über das Klinikende berät, sind die wenigsten angewiesen.

Der Arbeitsmarkt ist gut für medizinisches Personal. Schwieriger wird es da eher beim künftigen Bettenangebot. Der Landkreis ist dafür zuständig, dass es zur Bevölkerungszahl passt. Mit der Sana Klinik fallen 140 Betten weg.

Rheumakranke verloren die Anlaufstelle schon früher

Rheumakranke und Leute mit orthopädischen Problemen dürfte es ebenfalls nicht erschüttern, dass die Sana Klinik in Bad Wildbad schließt. Die beiden Patientengruppen hatten mit dafür gesorgt, dass das Haus nahezu deutschlandweit bekannt wurde. Davon konnte die Klinik lange zehren.

Eine geschickte Personalentscheidung des Enzkreises sorgte dafür, dass die magnethafte Wirkung nach und nach schwächer wurde. Landrat Karl Röckinger war es 2015 gelungen, mit Professor Stefan Sell die Top-Koryphäe fürs RKH-Klinikum Neubürg abzuwerben.

Als dann im vergangenen Jahr auch noch dessen Nachfolger als ärztlicher Direktor, Marc-Alexander Heder, sowie zwei Oberärzte in den Enzkreis wechselten, war das Aushängeschild in Bad Wildbad komplett weg.

Zukunft des Medizinischen Versorgungszentrums offen

Offen ist nach derzeitigem Informationsstand die Zukunft des der Sana Klinik angeschlossenen Medizinischen Versorgungszentrums. Geschäftsführerin Astrid Angele, die auch die Klinik leitet, stand für eine Stellungnahme nicht zur Verfügung: „Wir wollen uns derzeit dazu nicht äußern“, ist im Sekretariat zu erfahren.

Ebenfalls auf Tauchstation sind der Calwer Landrat Helmut Riegger und die Sana Kliniken AG in Ismaning. Sie sind als Anteilseigner beim Neurologischen Rehabilitationszentrum Quellenhof in Bad Wildbad quasi Geschäftspartner.

Außerdem ist bei dieser der Sana Klinik benachbarten Einrichtung die Selbsthilfeorganisation Amsel für an Multipler Sklerose erkrankter Menschen beteiligt. Es wird derzeit davon ausgegangen, dass das Angebot weiter bestehen bleibt.

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