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Trotz Schutzmaßnahmen

Coronakranker Heimbewohner aus Straubenhardt gestorben - über 20 sind infiziert

Nach einem Altenheim in Remchingen ist nun auch eines in Straubenhardt vom Coronavirus betroffen. Mindestens 20 Bewohner sind infiziert, einer von ihnen starb am Dienstag. In Pforzheim sind sogar drei Einrichtungen betroffen - doch die Stadt gibt bereits Entwarnung.

Schock im Altenheim: Ein Senior aus Straubenhardt erlag dem Coronavirus – zwei weitere befinden sich auf der Intensivstation. Foto: Ehmann

Es klingt wie der wahrgewordene Albtraum, der da am Osterwochenende über die Gemeinde Straubenhardt hereingebrochen ist. Über 20 Bewohner eines Pflegeheims für Senioren, so bestätigt Bürgermeister Helge Viehweg, haben sich mit dem Coronavirus infiziert, ebenso eine einstellige Zahl Mitarbeiter. Am Dienstag nun ist ein Anwohner in einer Pforzheimer Klinik gestorben.

Zwei weitere Altenheim-Bewohner liegen auf der Intensivstation

Ob es tatsächlich die Coronainfektion war, die den Über-80-Jährigen das Leben kostete, konnte Viehweg nicht sicher sagen und auch nicht, wie viele weitere Heimbewohner im kritischen Zustand schweben. Zwei Patienten aber befänden sich in einer Klinik auf der Intensivstation.

Altenheim war schon seit 13. März abgeschottet

Wie das Virus in die Einrichtung kommen konnte, bleibt derweil unklar. „Seit 13. März ist bei uns alles zu“, betont Geschäftsführer Werner Hinderberger. Bis auf Pfleger, Ärzte und Rettungsdienst habe man sich bereits vor einem Monat komplett abgeschottet.

Und doch drang das Virus ein. Bereits am Mittwoch seien die Mitarbeiter getestet worden, am Donnerstag dann die Bewohner, berichtet der Heimleiter, seit Samstag habe man Gewissheit über die Fallzahlen.

Zwei Stationen und Schleusen wurden im Seniorenheim errichtet

Die Anlage wurde mittlerweile umgebaut, in zwei Stationen – eine für Infizierte und eine für Nicht-Infizierte. Auch eine Schleuse sei installiert worden, berichtet Hinderberger. Das alles sei in enger Absprache mit dem Gesundheitsamt des Enzkreises geschehen.

Wir schauen mit Schrecken auf Bretten und beten, dass uns das erspart bleibt.
Jürgen Hörstmann, Pressesprecher Enzkreis

Dort ist die Stimmung entsprechend gedrückt, trotz ansonsten wenig alarmierender Zahlen. 72 Neuerkrankungen zwischen Freitag und Dienstag in Enzkreis und Pforzheim stehen 58 Genesungen gegenüber. Und doch verstarb erst ein Fast-70-Jähriger, nun herrscht Sorge um die Straubenhardter.

„Wir schauen mit Schrecken auf Bretten und beten, dass uns das erspart bleibt“, sagt Enzkreis-Pressesprecher Jürgen Hörstmann. In einem Brettener Heim hat Covid-19 bereits 15 Todesopfer gefordert.

Zahl der Infizierten in Remchinger Altenheim erhöht sich ebenfalls

Im Enzkreis galt bislang ein Altenheim in Remchingen als besonders vom Coronavirus bedroht, nachdem bereits eine Bewohnerin an Covid-19 verstorben ist.

Bürgermeister Luca Prayon bestätigte nun, dass nach neuen Testergebnissen die Zahl der Infizierten auf sieben Bewohner und elf Mitarbeiter angestiegen ist. „Aktuell ist kein Fall dabei, der gesundheitlich prekär ist“, so Prayon.

Drei Einrichtungen in Pforzheim betroffen

Glück im Unglück vermeldet derweil die Stadt Pforzheim bei gleich drei Einrichtungen. Im Erich-Bähner Haus, der Einrichtung am Kappelhof und in der Lebenshilfe in der Gablonzer Straße wurde je eine Mitarbeiterin positiv getestet.

Die Bewohner und Mitarbeiter wurden getestet, mit „ganz überwiegend negativen Resultaten“, also ohne Infektion.

Straubenhardt richtet Krisen-E-Mail ein

Heimleitung und Bürgermeister in Straubenhardt stehen derweil unter Dauerstress, um etwa Angehörige zu informieren, Trost zu spenden, Erfahrungen mit den Kollegen in Remchingen auszutauschen. „Ich bin rund um die Uhr ansprechbar“, betont Viehweg, „weil ich finde, dass das jetzt wichtig ist“.

Die Gemeinde nutzt neben traditionellen Plattformen auch Videobotschaften per Instagram zur Information, außerdem habe man die E-Mail-Adresse stab-corona@straubenhardt.de für Fragen eingerichtet.

In einer früheren Version des Artikels wurde in der Überschrift suggeriert, dass der Heimbewohner ausdrücklich am Coronavirus gestorben ist. Das ist nach derzeitigem Wissensstand aber keine Tatsache. Wir haben die Überschrift geändert und entschuldigen uns für das Missverständnis.

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