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Knappes Rennen

Heimsheimer Bürgermeister Jürgen Troll will sich nach knapper Wiederwahl selbst prüfen

Die Stimmen sind ausgezählt und Jürgen Troll bleibt Bürgermeister in Heimsheim. Die Erleichterung war ihm jedoch anzusehen, das Ergebnis war recht knapp.

Bürgermeister Jürgen Troll mit seiner Frau Hannelore und Tochter Tamara. Die Familie war zum Abend mit in der Stadthalle und freute sich über das Ergebnis. Foto: Holger Keller

Der amtierende Bürgermeister in Heimsheim wird auch in den kommenden acht Jahren die Geschicke der Kommune im Enzkreis leiten. Jürgen Troll hat am Sonntag in der Gemeinde mit 53,93 Prozent der Stimmen das Rennen knapp für sich entschieden. Seine Herausforderin Nastassia Di Mauro konnte 45,22 Prozent der Stimmen auf sich vereinen.

Der dritte Kandidat Samuel Speitelsbach, wie Troll und Di Mauro parteilos, aber als Dauerkandidat in vielen Kommunen bekannt, bekam 0,47 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung in Heimsheim lag bei 53,65 Prozent.

Nach Verkündung des Wahlergebnisses gegen kurz nach 19 Uhr äußerte sich Troll in der Stadthalle erleichtert. Beide Kandidaten waren mit ihren Familien vor Ort. Umarmungen gab es für Troll wie Di Mauro. Die Erleichterung des Amtsinhabers war aus der Stimme heraus zu hören: „Es ist geschafft“, sagte das neue und alte Gemeindeoberhaupt.

„Es war ein harter Wahlkampf“, so Troll. Er habe gespürt, dass es durchaus knapp werden könnte. Mit dem Ergebnis könne er zufrieden sein. „Ich hatte eine Mitbewerberin, die man ernstzunehmen hatte“, zollte Troll der Hauptamtsleiterin in Marxzell Respekt.

Kritik am Gemeinderat und an sich selbst

Die Mehrheit der Bürger in Heimsheim hätten sich für ihn entschieden, das nehme er mit aus dem Ergebnis. Troll zeigte sich aber auch selbstkritisch. Er werde nun nach dem Sonntag sich selbst überprüfen. Bei seiner Kontrahentin Di Mauro bedankte er sich für einen fairen Wahlkampf.

Im Gemeinderat Heimsheim habe er das jedoch zum Teil vermisst. Vor allem die Haushaltsplanungen hätten ihm im Vorfeld zur Bürgermeisterwahl und im Wahlkampf Kritik eingebracht. Er fahre die Stadt an die Wand, sei ihm nach einem bereits genehmigten Haushalt dann vorgeworfen worden.

Trolls Herausforderin Di Mauro erhielt nach Verkündung des Ergebnisses viel Zuspruch und Lob. Sie könne erhobenen Hauptes die Halle verlassen, so der Tenor. „Ich weiß, dass ich einen guten Wahlkampf geführt habe“, erklärte die 32-Jährige. Sie freue sich darüber hinaus, dass relativ viele Menschen an diesem Sonntag ihre Stimme abgegeben hätten. Ihr Traum bleibe es weiterhin, zu gestalten.

So schließt die Verwaltungsfachwirtin eine weitere Kandidatur in einer anderen Kommune nicht aus. „Nah bei den Menschen zu sein, ist meine Berufung“, so Di Mauro abschließend. Jetzt wolle sie aber erst einmal wieder nach Marxzell und dort für die Gemeinde arbeiten.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Fokus

Im zurückliegenden Wahlkampf hatten die beiden Kandidaten teilweise unterschiedliche Prioritäten gesetzt. Troll warb vor der Wahl vor allem um die Attraktivitätssteigerung des Stadtkerns und eine weitere Stadtentwicklung. Die Förderung einer familienfreundlichen Betreuungs- und Bildungspolitik standen bei ihm ebenso im Fokus. Infrastrukturmaßnahmen für den Ausbau der Breitbandversorgung in der Gemeinde bezeichnete er als wesentlich. Bund und Land unterstützten Heimsheim hier mit 9,2 Millionen Euro.

Für Di Mauro stand im Wahlkampf die familienfreundliche Stadt als einer ihrer Schwerpunkte fest. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie müsse erleichtert werden, mit mehr Kinderbetreuungsangeboten. Auch ein erweitertes Angebot für ältere Menschen stand auf der Agenda ihres Wahlkampfes, neben der Förderung des Ehrenamts.

Die Wahl fand unter Pandemiebedingungen statt. Um möglichst große Sicherheit zu gewährleisten, wurden alle Wahlhelfer getestet. Der Einlass in die Stadthalle war geregelt, es durfte nur eine begrenzte Anzahl an Menschen in das Wahllokal.

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