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Übergabe der Förderbescheide

Land fördert Breitbandausbau in Illingen und Knittlingen mit 20 Millionen Euro

Bei der Übergabe der Förderbescheide am Donnerstagmorgen sprach Minister Thomas Strobl von der hohen Bedeutung eines schnellen Internets gerade auch für den ländlichen Raum.

Gemeinsam für ein schnelles Internet: Kevin Lindauer, Dirk Büscher, Heinz-Peter Hopp, Hilde Neidhardt, Gunther Krichbaum, Thomas Strobl und Harald Eiberger (von links) Foto: Stefan Friedrich

Mit 31 Millionen Euro fördert das Land Maßnahmen in mehreren Landkreisen der Region zum Ausbau des schnellen Internets. Den Löwenanteil davon erhält der Zweckverband Breitbandversorgung im Enzkreis mit rund 20 Millionen Euro. Davon fließen 12,1 Millionen Euro nach Illingen sowie knapp acht Millionen Euro nach Knittlingen.

Bei der Übergabe der Förderbescheide am Donnerstagmorgen in der Stromberghalle Illingen wurde aber auch die Stadt Pforzheim bedacht: Sie erhält knapp 270.000 Euro. 1,2 Millionen Euro gehen zudem in den Landkreis Karlsruhe.

In all den Jahren habe die Gemeinde Illingen noch nie eine so hohe Einzelförderung bekommen, freut sich Bürgermeister Harald Eiberger (parteilos) im Gespräch mit unserer Redaktion.

Zuvor hatte Minister Thomas Strobl (CDU) – in seinen Bereich fällt auch die Digitalisierung – bereits betont, dass durchschnittlich etwa eine Million Euro pro Gemeinde als Fördermittel vergeben werden.

Wir bilden heute den Rekord unter den vielen Gemeinden.
Harald Eiberger, Bürgermeister von Illingen

„Wir bilden heute den Rekord unter den vielen Gemeinden“, bemerkt Eiberger, der schon vorausblickt: wenn die Zweckverbandsversammlung im November beschließen sollte, nicht nur die weißen Flecke anzugehen, wo noch kein schnelles Internet verfügbar ist, sondern auch die sogenannten grauen Flecke (Internetzugänge mit weniger als 100 Megabit pro Sekunde) zu berücksichtigen, dann werden voraussichtlich bis 2025 flächendeckend alle Haushalte und Unternehmen im Enzkreis über einen gigabitfähigen Anschluss verfügen.

Insofern würdigt auch die Erste Landesbeamtin des Enzkreises, Hilde Neidhardt, die hohe Fördersumme als wichtiges Signal. „Damit können wir die erste Schwelle, wo wir noch keine ausreichende Versorgung haben, ausbauen.“

Dass es vor allem im Enzkreis solche Stellen gibt, das weiß CDU-Bundestagsabgeordneter Gunther Krichbaum aus Gesprächen mit Architekten, die hohe Datenmengen übertragen müssen.

Langsames Internet ist ein Standortnachteil

„Wenn dann das Internet zu langsam ist, ist es für die ein echter Standortnachteil.“ Insofern begrüße er das Engagement des Landes, das – wie auch der Bund – ein hohes Interesse daran habe, gerade auch im ländlichen Raum eine hochleistungsfähige Dateninfrastruktur zu etablieren. „Das sind die modernen Autobahnen“, heiße es nicht ohne Grund, so Krichbaum.

„Deshalb haben wir da ein klares Bekenntnis, hier etwas zu tun“, um nicht zuletzt dafür zu sorgen, dass mittelständische Unternehmen eben nicht in die Städte flüchten müssten. „Das wird aber erst dann möglich sein, wenn wir auch im ländlichen Raum überall hochwertige Datenleitungen haben.“

Von der Digitalisierungsoffensive sollen aber nicht nur Unternehmen und Haushalte, sondern auch die Schulen profitieren. In Pforzheim beispielsweise hat man hierauf den Fokus gelegt. „Das Ziel ist, die Versorgung zu optimieren“, betont der Erste Bürgermeister Dirk Büscher. „Da sind wir froh, dass wir jetzt vom Land und im Frühjahr auch schon vom Bund Unterstützung bekommen haben.“

Grundsätzlich habe man in der Stadt mit dem Breitbandausbau jedoch weniger die Probleme, die es im ländlichen Raum gibt, ergänzt der Digitalisierungsbeauftragte der Stadt Pforzheim, Kevin Lindauer. Zwar finden sich auch hier vereinzelt noch weiße Flecken. „Die liegen aber ganz unterschiedlich“, so Lindauer, „Da lässt sich kein zentrales Gebiet identifizieren.“

Das Ziel von Strobl ist dabei klar formuliert: „Wir hängen keinen Teil unseres Landes ab, sondern haben den Ehrgeiz, das beste Internet der Welt zu haben, bis ins kleinste Dorf hinein.“

Das koste zwar eine Menge Geld; Strobl verglich diese Investition aber mit dem Verlegen der Wasser-, Abwasser- und Stromleitungen früherer Generationen.

„Das ist die Daseinsvorsorge im 21. Jahrhundert“. Dass Bund und Land gemeinsam schon Milliardenbeträge investiert haben, sei ein gutes Zeichen. „Und keines der 16 Bundesländer hat so viel Geld bekommen wie Baden-Württemberg“ – was laut dem Minister unter anderem auch mit der Topographie zu tun habe, mit Schwarzwald und Schwäbischer Alb also, deren Erschließung mit dem Breitbandkabel sehr kostenintensiv sei.

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