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Herausforderer setzt auf Neuanfang

Nach dem polarisierenden Wahlkampf: Pioch wird neuer Bürgermeister von Illingen

Nur wenige Stimmen Vorsprung reichten im zweiten Wahlgang für einen Wechsel im Rathaus Illingen. Für Armin Pioch heißt es nun Gräben zuschütten.

Blitzlichtgewitter für den Wahlsieger: Armin Pioch wird mit 73 Stimmen Vorsprung neuer Bürgermeister von Illingen. Amtsinhaber Harald Eiberger zeigte sich enttäuscht. Foto: Heike Schaub

Gerade mal 73 Stimmen mehr reichten am Sonntag Herausforderer Armin Pioch (Grüne) zum Sieg bei der Bürgermeisterwahl in Illingen. 1.463 Wähler und damit 46,1 Prozent stimmten für ihn. Im zweiten Wahlgang reichte die einfache Mehrheit für den Einzug ins Rathaus. Amtsinhaber Harald Eiberger (parteilos) kam auf 43,8 Prozent (1.390 Stimmen). Die Wahlbeteiligung lag etwas niedriger bei 51,8 Prozent im Vergleich zum ersten Wahlgang.

Das Ergebnis war mit großer Spannung in der Stromberghalle erwartet worden. Beim zweiten Mal waren aber nicht ganz so viele Illinger gekommen. Dem langjährigen Amtsinhaber Eiberger, der mit seiner Familie gekommen war, war die Enttäuschung nach der Verkündung anzumerken: „Ich war jeden Tag unterwegs und konnte an Stimmen zulegen. Aber am Ende zählt die Mehrheit“, sagte er.

Für viele Beobachter ist das Ergebnis der Wahl nicht weiter verwunderlich. Eiberger ist seit 2005 Bürgermeister in Illingen und umstritten. Seine Kompetenzen werden durchaus geschätzt: Seit 2014 ist Illingen schuldenfrei. Aber der Kommunikationsstil des 49-Jährigen wird häufig kritisiert.

Wahlsieger Pioch soll nach Landrat-Einschätzung „Gräben zuschütten“

Winfried Scheuermann (CDU), der zusammen mit Klaus Kluge (SPD) das Wahlergebnis verkündet hatte, setzt nach dem polarisierenden Wahlkampf nun auf einen Neuanfang. Im Wahlkampf hätten zunehmend auch neue Medien eine Rolle gespielt. Wahlsieger Pioch wünschte er eine „glückliche Zukunft in und für Illingen“.

Im BNN-Gespräch hoffte Scheuermann auf eine „gedeihlichere Zusammenarbeit“ im Gemeinderat, ohne jedes Wort auf die Goldwaage legen zu müssen. „Die Gräben zuschütten“, das ist nach Einschätzung von Landrat Bastian Rosenau die vordringliche Aufgabe für Wahlsieger Pioch.

Armin Pioch will in Illingen Bürgermeister für alle sein

Und der 57-jährige Wahlsieger? In einem ersten Statement freute Pioch sich, dass sich sein Engagement in den vergangenen Wochen gelohnt habe: „Ich habe mich darauf konzentriert, die Unternehmen kennen zu lernen und präsent zu sein.“ Er will nun bei Null anfangen, Bürgermeister für alle sein und die Gemeinde voranbringen.

Die anderen drei Kandidaten konnten auch im zweiten Wahlgang den Vorsprung nicht einholen: Violetta Rehm (Linke) holte 58 Stimmen, Dauerkandidat Samuel Speitelsbach sogar nur sechs Stimmen. Michael Thomsen (CDU) musste ebenfalls Feder lassen und bekam 261 Stimmen.

Nach der Verkündung des Ergebnisses gab es Blumen für Ehefrau Susanne Marx. Foto: Heike Schaub

Im ersten Wahlgang am 4. Juli hatte Herausforderer Pioch 41,8 Prozent (1.354 Stimmen) von 3.239 gültigen Stimmen geholt. Amtsinhaber Eiberger (parteilos) kam mit rund 200 Stimmen weniger und 34,7 Prozent auf Platz zwei.

Die anderen drei Kandidaten landeten weit abgeschlagen: Michael Thomsen (CDU) holte 531 Stimmen beziehungsweise 16 Prozent der Stimmen und verfehlte damit sein selbstgestecktes Ziel von 20 Prozent. Die einzige Kandidatin Violetta Rehm (Linke) erzielte 198 Stimmen und Dauerkandidat Samuel Speitelsbach 19 Stimmen. Die Wahlbeteiligung im ersten Durchgang lag bei 52,9 Prozent.

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