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Baubeginn bereits 2022 möglich

Bauarbeiten in Ersingen: Gemeinderat stimmt für Sanierung der Wilferdinger Straße

In der Wilferdinger Straße in Ersingen könnten bereits ab März Kanal und der Asphalt saniert werden. Dem Bauprojekt stimmte der Gemeinderat zu. Einige Mitglieder sind jedoch unzufrieden mit der Planung.

Beschlossene Sache: In der Wilferdinger Straße in Ersingen sollen Kanal, Deck- und Tragschicht saniert werden. Das hat der Gemeinderat mit großer Mehrheit festgelegt. Foto: Nico Roller

In der Wilferdinger Straße sollen von der Einmündung der Schloßgasse bis zur Gartenstraße sowohl Asphalt als auch Kanal saniert werden. Einen entsprechenden Baubeschluss hat der Gemeinderat nun mit großer Mehrheit bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung gefasst und Bürgermeister Udo Kleiner (parteilos) dazu ermächtigt, ein Ingenieurbüro mit der Ausschreibung zu beauftragen.

Manch einem dürfte diese Formulierung bekannt vorkommen. Was daran liegt, dass das Gremium einen ähnlichen Beschluss im Mai schon einmal gefasst hatte, damals allerdings nur für den Asphalt.

Doch dann wurden bei der Befahrung des gemeindeeigenen Abwasserkanals an ihm starke Beschädigungen festgestellt, die nicht im Inliner-Verfahren, also ohne Aufgraben der Straße, saniert werden können. Damit trat eine neue, vorher nicht absehbare Sachlage ein, die es nötig machte, den bereits gefassten Beschluss wieder aufzuheben.

Zudem wurde bekannt, dass die Befahrung des ebenfalls in der Wilferdinger Straße gelegenen Verbandsammlers zeitnah vorgesehen ist. Inzwischen ist diese abgeschlossen – mit dem Ergebnis, dass an ihm keine sanierungsbedürftigen Beschädigungen vorliegen. Damit ist klar, dass sich der Abwasserverband nicht an den anstehenden Kanalsanierungskosten beteiligen muss.

Kosten von rund 236.000 Euro für Sanierung

Insgesamt rechnet man für die Baumaßnahme mit Kosten von rund 236.000 Euro, zuzüglich Honorar. Erneuert werden soll neben dem Kanal sowohl die Deck- als auch die Tragschicht.

Das ist zwar etwas teurer als eine reine Sanierung der Deckschicht, doch Planer Jörg Baumgärtner empfahl ausdrücklich diese Vorgehensweise, weil momentan alles darauf hindeutet, dass der Unterbau nicht ausreichend dimensioniert ist und „nicht die Tragschicht hat, die wir brauchen“. Ein tiefergehendes Bodengutachten ist bereits veranlasst und soll Ende November vorliegen.

Die Arbeiten sollen schnellstmöglich öffentlich ausgeschrieben werden. Baubeginn könnte schon im März des kommenden Jahres sein. Abgeschlossen werden soll das Ganze noch vor den Sommerferien und die Bauzeit in diesem Zeitfenster drei Monate betragen – und zwar ohne Bauferien.

Thomas Seyffarth (SPD) bat darum, den Faschingsumzug bei der Planung der Bauzeit zu berücksichtigen, falls er je stattfinden sollte. Und Christine Fischer (MuM) beklagte zum wiederholten Mal, Fußgänger seien bei der Planung nicht berücksichtigt worden und der Gehweg sehr schmal. Es reiche nicht, den Asphalt zu tauschen. Man müsse die ganze Straße aus Sicht der Fußgänger anschauen.

Bürgermeister Kleiner wies darauf hin, dass der Gemeinderat bereits im Mai über die Maßnahme beschlossen habe und schon damals das von Fischer Geforderte nicht Teil des Beschlusses gewesen sei. „Die Punkte, die Sie anführen, hatten wir im Mai alle schon einmal diskutiert.“ Die Verwaltung müsse den Mehrheitsbeschluss des Gemeinderats berücksichtigen.

Barrierefreier Umbau des Bilfinger Bahnhofs sollte eigentlich Thema sein

Eigentlich hätte sich der Rat auch mit dem Bilfinger Bahnhof befassen sollen, der barrierefrei werden soll. Die Inhalte der Planung hätte ein Vertreter der Albtal-Verkehrsgesellschaft (AVG) in der Gemeinderatssitzung vorstellen sollen. Doch dazu kam es nicht, denn er hatte kurzfristig abgesagt.

Und so blieb Bürgermeister Kleiner nichts anderes übrig, als den Tagesordnungspunkt abzusetzen. „Eigentlich wäre das der Hauptpunkt der Sitzung gewesen.“ Im Dezember 2020 habe die AVG in Aussicht gestellt, im Frühjahr eine Vorplanung vorzulegen. „Jetzt haben wir Oktober und müssen vertagen.“ Das sei zwar „jammerschade, aber ich denke, wir kriegen da noch eine gute Planungsgrundlage hin“.

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