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Entscheidung aufgehoben

Gemeinderat Kämpfelbach macht bei Sanierung der Wilferdinger Straße eine Rolle rückwärts

Eigentlich stand fest, dass die Wilferdinger Straße in Ersingen saniert wird. Jetzt wird die Maßnahme aber zurückgestellt. Der Grund dafür liegt unter der Erde, genauer gesagt im Kanal.

Die Sanierung des Asphalts in der Wilferdinger Straße in Ersingen wird vorerst zurückgestellt. Denn im schlechtesten Fall hätte die Straße nach getaner Arbeit wieder aufgerissen werden müssen. Foto: Nico Roller

Eigentlich war es schon beschlossene Sache, dass in der Wilferdinger Straße die Oberfläche in dem Bereich von der Einmündung der Schloßgasse bis zur Gartenstraße saniert wird. Doch nun machte der Kämpfelbacher Gemeinderat in seiner jüngsten öffentlichen Sitzung am Dienstagabend eine Rolle rückwärts und beschloss, die Maßnahme vorläufig zurückzustellen.

Damit hebt er die Entscheidung wieder auf, die er in seiner zurückliegenden Sitzung Mitte Mai getroffen hatte. Der Grund dafür liegt unter der Erde, genauer gesagt im Kanal. Der ist mittlerweile befahren worden und dabei hat man starke Schäden festgestellt, die nicht im Inliner-Verfahren, also ohne Aufgraben der Straße, saniert werden können.

Zudem hat die Verwaltung mittlerweile in Erfahrung gebracht, dass die Befahrung des ebenfalls in der Wilferdinger Straße gelegenen Verbandsammlers für das kommende Jahr vorgesehen ist. Einen entsprechenden Beschluss soll der zuständige Abwasserverband am Freitagabend in seiner öffentlichen Versammlung fassen.

Das steckt hinter der Entscheidung des Kämpfelbacher Gemeinderats

Bei der Befahrung des insgesamt 33 Kilometer langen Kanalnetzes des Verbands mit einer Kamera soll die Wilferdinger Straße laut Bürgermeister Udo Kleiner (CDU) vorgezogen werden.

Wir würden abgestraft werden, wenn wir jetzt die Straße machen und dann nochmal aufreißen müssten.
Udo Kleiner, Bürgermeister

Nun will man abwarten, bis das geschehen ist und die Sanierung der Straßenoberfläche so lange zurückstellen. „Wir würden abgestraft werden, wenn wir jetzt die Straße machen und dann nochmal aufreißen müssten“, sagte Kleiner und kündigte an, die Verwaltung werde die weiteren Schritte zügig angehen.

„Jetzt, wo noch etwas Zeit bleibt“, regte Christine Fischer (MuM) an, die Wilferdinger Straße bei der Oberflächensanierung auch neu zu gestalten, dabei unter anderem die bereits vorhandene Spielstraße zu berücksichtigen und für Entschleunigung zu sorgen. Kleiner sagte: „Das ist natürlich schön für manche, die dort wohnen.“ Aber es bedeute auch eine Verlagerung des Verkehrs an andere Stellen. „Das muss jedem bewusst sein.“

Sanierungskosten in Höhe von 150.000 Euro

Fischer argumentierte dagegen, es handle sich dort um ein reines Wohngebiet. Die Straße sei nie als Durchgangsstraße geplant gewesen. Um Wasserleitungen ging es in der Sitzung noch einmal, konkret um die Wasserleitung in der Finkenstraße. Ein Teil von ihr soll erneuert werden. Einen entsprechenden Baubeschluss hat der Gemeinderat gefasst und Bürgermeister Udo Kleiner dazu ermächtigt, ein Ingenieurbüro aus Karlsruhe mit der Planung und Ausschreibung zu beauftragen.

Das zu erneuernde Wasserleitungsteilstück ist rund 185 Meter lang und liegt zwischen den Hausnummern 10 und 28. Die neue Leitung soll an derselben Stelle liegen wie die alte. Das bedeutet, dass während der Bauzeit eine Wasser-Notversorgung hergestellt werden muss. Eine alternative Trasse konnte nicht gefunden werden, weil der restliche Straßenraum schon mit Abwasserkanal und Kabeltrassen belegt ist.

Die Sanierungskosten werden auf rund 150.000 Euro geschätzt, Ingenieurhonorar bereits inklusive. Wenn die Ausschreibung erfolgreich war, soll der Gemeinderat über die Auftragsvergabe beschließen.

Situation der Wasserversorgung in Kämpfelbach

Und nochmal ging es um Wasser: Im vergangenen Jahr hat der Eigenbetrieb Wasserversorgung einen Gewinn von gut 52.000 Euro gemacht, der auf neue Rechnung vorgetragen werden soll. Den Einnahmen von rund 771.000 Euro standen die Ausgaben von rund 719.000 Euro gegenüber. Ursprünglich hatte man mit einem deutlich schlechteren Ergebnis gerechnet.

Dass nun doch ein Gewinn in dieser Höhe erzielt werden konnte, führte Bürgermeister Udo Kleiner unter anderem auf höhere Wasserabgaben wegen des heißen Sommers zurück. Auf Nachfrage von Christine Fischer (MuM) zur Sicherheit der Wasserversorgung erklärte Kleiner, momentan würden die eigenen Quellen und die Bodenseewasserversorgung ausreichen. „Es gibt Gemeinden, die ernste Probleme haben. Wir noch nicht, aber ich weiß nicht, wie das in Zukunft ist.“

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