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Künstlerin beteiligt sich an Gestaltung

Gemeinderat plant Grabfeld für Schmetterlingskinder in Kämpfelbach

Der Gemeinderat Kämpfelbach hat festgelegt, dass ein Grabfeld für Schmetterlingskinder angelegt wird, das für den ganzen westlichen Enzkreis gedacht ist.

Kunstwerke für das Grabfeld: Philippe Singer engagiert sich. Foto: Nico Roller

Das Thema war emotional, der Beschluss des Kämpfelbacher Gemeinderats eindeutig: Auf dem Bilfinger Friedhof soll eine Rasenfläche zur Verfügung gestellt werden, damit ein Grabfeld für Schmetterlingskinder angelegt werden kann.

Damit soll eine Begräbnisstätte für tot- und fehlgeborene Kinder geschaffen werden, die mit einem Geburtsgewicht von weniger als 500 Gramm oder bei Unterschreitung des Gewichts vor der 24. Schwangerschaftswoche zur Welt kommen.

In Baden-Württemberg sind sie nicht bestattungspflichtig und es gibt keinen Anspruch auf eine Kostenübernahme durch das Sozialamt. Um betroffenen Eltern dennoch eine Möglichkeit zur Trauer und zur würdigen Bestattung ihres fehlgeborenen Kindes zu bieten, ist schon vor rund 20 Jahren auf dem Pforzheimer Hauptfriedhof ein entsprechendes Grabfeld angelegt worden.

Dort werden nicht nur stillgeborene Kinder aus dem Stadtgebiet beigesetzt, sondern auch aus dem gesamten Enzkreis.

Gärtnerei legt Begräbnisstätte für Kinder auf eigene Kosten an

Nachdem er im inzwischen längst abgeschlossenen Landtagswahlkampf mit dem Thema konfrontiert worden ist, hat der Rechtsanwalt und CDU-Politiker Philippe Singer nun angeregt, derartige Grabfelder auch im Enzkreis zu schaffen.

In Mönsheim entsteht derzeit eines für den östlichen Enzkreis, für den westlichen Enzkreis soll es in Kämpfelbach realisiert werden. Christof Hilligardt von der gleichnamigen Friedhofsgärtnerei hat sich bereit erklärt, das Kindergrabfeld auf eigene Kosten anzulegen und zu pflegen.

Für die Gestaltung hat Singer die Künstlerin Viola gewinnen können. Sie hat Schmetterlinge aus einem unzerbrechlichen Material entworfen, die an Metallstäben symbolisch über dem Grabfeld schweben sollen. Vorgesehen ist, dass lediglich Rohlinge geliefert werden und die Eltern den Schmetterling für ihr Kind selbst beschriften oder bemalen.

Auf die Gemeinde Kämpfelbach kommen für das Anlegen des Grabfelds keine Kosten zu. Auf die Erhebung einer Grabnutzungsgebühr will sie verzichten. Aus dem Gemeinderat gab es viel Dank und Lob für die Initiative von Hilligardt und Singer.

Am Ende der Sitzung beklagte Michael Schuster (CDU), dass es in der Ersinger Ortsmitte keinen Bäcker gebe. Er wollte wissen, was die Kommune tun könne. „Das Thema brennt vielen unter den Nägeln, es muss öffentlich diskutiert werden.“

Bürgermeister Kleiner sagte, es gehe hier um Privatrecht. Wenn Eigentümer keinen Bäcker in ihrer Immobilie haben wollten, dann könne man nichts dagegen tun. Ohne präziser zu werden, sagte Kleiner, es gebe möglicherweise noch eine andere Lösung. Schuster wünschte sich mehr Kreativität und brachte einen mobilen Verkaufsstand ins Gespräch.

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