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Wikingerschach

Kinder aus Kämpfelbach schreinern Spielfiguren

Einen Nachmittag lang in der Schreinerei arbeiten: Das konnten Kinder und Jugendliche aus Kämpfelbach während eines Programms in den Sommerferien. Die Aktion soll das Interesse fürs Handwerk wecken.

Konzentriert bei der Sache: Bei der Schreinerei Wendel stellen die Kinder ihr eigenes Wikinger-Schach her, das sie im Anschluss mit nach Hause nehmen dürfen. Die ersten beiden Spiele machen alle gemeinsam.
Konzentriert bei der Sache: Bei der Schreinerei Wendel stellen die Kinder ihr eigenes Wikinger-Schach her, das sie im Anschluss mit nach Hause nehmen dürfen. Foto: Nico Roller

Mit Schwung fliegen die runden Holzstäbe durch die Luft. Konzentriert versuchen die Kinder, mit den Stäben die viereckigen Klötze umzuwerfen, die in einer Entfernung von rund sechs Metern stehen und gar nicht so leicht zu treffen sind.

Wer er es trotzdem schafft, der darf mit seinen Holzstäben den „König“ ins Visier nehmen, einen besonders großen Holzklotz, der eine rote Krone trägt.

Wikingerschach heißt das Spiel, das am Freitagnachmittag für viel Freude bei den Kindern gesorgt hat. Die Spielfiguren hatten die Kinder selbst hergestellt. Die Schreinerei Wendel gab ihnen einen Nachmittag lang einen Einblick in ihre Tätigkeit. Die Aktion war Teil des Sommerferienprogramms, das bis Anfang September mehr als 60 Aktionen für Kinder und Jugendliche bietet.

„Werbung“ für das Handwerk machen

Die Schreinerei Wendel ist zum ersten Mal dabei und will „ein bisschen Werbung“ für das Handwerk machen. Schreinermeister und Chef Tobias Wendel sagt, ihm bereite es großen Spaß, mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten. Seine Überzeugung: „Man muss auf die jungen Leute zugehen, um sie für das Handwerk zu gewinnen.“

Der Fachkräftemangel mache sich auch im Schreiner-Handwerk bemerkbar. Aktuell hat Wendel einen Auszubildenden, der seine Lehre bald beendet haben und danach übernommen wird. Auch in Zukunft will Wendel junge Menschen ausbilden. Er findet es schade, dass heute das Studium so sehr im Fokus steht, obwohl auch das Handwerk gute berufliche Perspektiven und sichere Arbeitsplätze biete. „Arbeit ist genug da, in allen Gewerken.“

Als ein gutes Zeichen wertet der Schreinermeister, dass die Aktion stark nachgefragt war – es gab sogar eine Warteliste. Fragt man die Kinder, wie sie den Nachmittag fanden, dann hört man ausschließlich Lob. Auch von Emilian, der es zwar anstrengend fand, von Hand zu sägen und zu schleifen, aber trotzdem viel Freude hatte.

Schreiner als Berufswunsch

Der Elfjährige weiß jetzt schon genau: Wenn er mit der Schule fertig ist, will er Schreiner werden. „Weil mir das Spaß macht.“ Beim Ferienprogramm bekommt er genauso wie die übrigen Teilnehmer im Alter von zehn bis 13 Jahren einen Einblick in die Grundfertigkeiten.

Dass die Kinder dabei Spielfiguren für ein Wikingerschach herstellen, hat laut Wendel praktische Gründe: „Damit können sie auch hinterher noch etwas anfangen.“ Dass man mit Kindern sägen, schleifen und lackieren kann, wusste er, weil er bei einem Kindergeburtstag schon einmal kleine Tannenbäume aus Palettenholz gefertigt hatte.

Beim Ferienprogramm stellt jeder Teilnehmer 21 Spielfiguren aus Fichten- und Tannenholz her. Das Holz bringen die Kinder mit einer Fuchsschwanz-Handsäge in die richtige Länge. Tobias Wendel, seine Frau Simone und seine Kinder Anna und Jakob zeigen, wie es geht.

Eis als Belohnung zum Schluss

Der große, 29 Zentimeter lange „König“ kommt anschließend in die CNC-Maschine, eine Werkzeugmaschine, die gemäß einprogrammierten Daten von ganz allein die Krone aussägt. Eine Arbeit, die mit dieser Präzision von Hand wohl kaum zu machen wäre.

Mehr als eine Stunde arbeiten die Kinder konzentriert vor sich hin, helfen sich gegenseitig und passen dabei immer gut auf ihre Finger auf. Schreinermeister Wendel ist vom Einsatz und von der Motivation des Nachwuchses begeistert. „Wenn man sieht, mit welchem Spaß die Kinder dabei sind, dann ist das schon toll.“ Als es dann auch noch ein Eis gibt, kennt die Freude keine Grenzen mehr.

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