Skip to main content

Streit um Ellmendinger Winzerhalle

Keltern macht Lösungsvorschlag im Tauziehen um Winzerhalle

Es kommt Bewegung in den Streit um die Ellmendinger Winzerhalle. Nach dem Vorschlag der Familie Armbruster hat die Gemeinde beim Treffen am „runden Tisch” einen Gegenvorschlag gemacht. Sie will das Gebäude sanieren und den Keller vermieten.

Lösung im Streit um die Winzerhalle ist in Sicht: Gemeinde Keltern und Familie Armbruster haben am runden Tisch Vorschläge ausgetauscht. Nun werden die Möglichkeiten ausgelotet. Foto: Ossmann

„Insgesamt hatten wir ein konstruktives Gespräch. Die Kooperationsmöglichkeiten unter den von der Gemeinde gesetzten Rahmenbedingungen wurden ausgelotet”, schreibt der Kelterner Bürgermeister Steffen Bochinger auf Nachfrage dieser Redaktion. Wie berichtet, fand am 13. Juli der seit langem geplante „runde Tisch” zur Winzerhalle zwischen Gemeindevertretern und dem Ehepaar Armbruster statt, das die Halle ebenfalls kaufen will.

Die Gemeinde schlägt vor, dass sie die Halle saniert wird und Armbrusters den Keller mieten. „Ob die von Frau Armbruster noch zu konkretisierende Nutzung nach Art und Umfang innerhalb der von der Gemeinde gesetzten Vorgaben möglich ist, muss noch besprochen und mit Genehmigungsbehörden geklärt werden”, schreibt Bochinger.

Die Gemeinde will die Winzerhalle als öffentliche Einrichtung für Kulturelles und rund ums Thema Wein nutzen.

Rudi Armbruster sprach nach dem runden Tisch von einem „Durchbruch”. Er und seine Frau seien der Gemeinde entgegengekommen und hätten erklärt, dass sie bereit seien, die Halle nicht zu übernehmen, sondern den Keller zu mieten. Hier wollen sie eine Kellerwirtschaft einrichten, das heißt, sie machen hier aus Trauben Wein. Die Gemeinde habe signalisiert, dass sie sich das vorstellen könne, sagte Armbruster gegenüber dieser Redaktion. Ungeklärt sei noch, wie er Zugang zum Keller bekomme.

Wir sind auf einem guten Weg
Rudi Armbruster

„Wir sind auf einem guten Weg, es war der erste Schritt, aber bis alle Konditionen festgeschrieben sind, zieht es sich noch”, so Armbruster, der nun der Gemeinde eine schriftliche Stellungnahme schicken will. Anschließend müsse der Gemeinderat entscheiden. Ursprünglich hatten Armbrusters vor, die Halle zu kaufen. Im Keller wollten sie Technik unterbringen und die oberen Räume für Veranstaltungen und Feste bis 200 Personen nutzen.

Der Streit um die Winzerhalle zieht sich seit Jahren. Die Winzergenossenschaft will das Gebäude verkaufen, um sich anschließend auflösen zu können. Bei einem Bieterverfahren hatten Rudi und Rita Armbruster vom Weingut Weinstein den Zuschlag erhalten. Die Gemeinde machte anschließend ihr Vorkaufsrecht geltend. Die Sache ging vor Gericht, wo Armbrusters vor dem Verwaltungsgericht Karlsruhe Recht bekamen. Dagegen wehrte sich die Gemeinde Keltern: Sie hat vor dem Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Mannheim Berufung beantragt und Recht bekommen.

Halle aus Sicherheitsgründen seit Ende 2018 geschlossen

Beide Parteien versuchen, den Streit außerhalb des Gerichtssaals zu lösen. Einen ersten runden Tisch gab es bereits im Oktober 2019. Armbrusters und Gemeindeverwaltung haben die sanierungsbedürftige Halle gemeinsam mit einem Architekten besichtigt. Aus Sicherheitsgründen ist die Halle seit Ende 2018 geschlossen. Repariert werden müssen vor allem Decken beziehungsweise Hallenboden, Elektrik und Sicherungen.

Sollte es zu einer Einigung kommen, kann der Planer mit der Detailplanung beauftragt werden. Außerdem müssen die Kosten für die Sanierung, die bisher vorsichtig auf 300.000 Euro geschätzt wurden, berechnet werden. Ziel ist laut Bürgermeister Bochinger, die Halle ab Herbst 2021 wieder für Veranstaltungen zu nutzen.

nach oben Zurück zum Seitenanfang