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Weltrekordverdächtig

Extremsportlerin läuft 26 Stunden die Treppen der Himmelsleiter in Ellmendingen

26 Stunden und 379 Runden war Tanja Höschele auf der Himmelsleiter in Ellmendingen unterwegs. Jetzt winkt ein neuer Weltrekord, den das Deutsche Rekordinstitut in den nächsten Tagen nur noch offiziell bestätigen muss.

Rauf, runter, rauf, runter: Extremsportlerin Tanja Höschele bei der Zwischenstation, hier dreht sie um und geht wieder nach unten Foto: Harry Rubner

379 Runden in 26 Stunden: Extremsportlerin Tanja Höschele hat am Wochenende die Herausforderung an der Himmelsleiter in Ellmendingen gemeistert.

Jetzt winkt ein Rekord, der in den nächsten Tagen noch offiziell vom Deutschen Rekordinstitut bestätigt werden muss: sie wäre dann die am längsten durchhaltende Außentreppensteigerin der Welt.

Jetzt brauche ich ganz dringend eine Dusche, ein kühles Radler und etwas Leckeres zu essen.
Tanja Höschele, Extremsportlerin nach den 26 Stunden

„Jeder Schritt tut weh und ich bin müde und K.o.“, schildert Höschele ihre Verfassung, kaum hatte sie das Ziel erreicht. „Jetzt brauche ich ganz dringend eine Dusche, ein kühles Radler und etwas Leckeres zu essen.“ Trotzdem ist sie glücklich, dass sie diese lange Distanz geschafft hat. Es sei vor allem eine Kopfarbeit gewesen, erzählt Höschele. Nach fünf Stunden in der Hitze des Samstagmittags hatte sie die ersten Muskelkrämpfe und erste Ermüdungserscheinungen.

Genau so, wie sie es am Samstagmorgen noch befürchtet hatte: „Mir graut etwas davor, wenn es richtig warm wird.“ Dann muss nicht nur der Körper runtergekühlt werden; auch die Versorgung mit Mineralstoffen muss stimmen. Ihre Strategie: Leichtes Essen, viele kleine Portionen. Erdnüsse für den Salzgehalt, dazu Bananen, Obst, Fruchtriegel und zwischendurch auch mal ein paar Gummibärchen als Belohnung.

26 Stunden nie so richtig müde

Diese Strategie hat auch geholfen, als ihr mittags angesichts der Muskelkrämpfe plötzlich ein Gedanke durch den Kopf schoss: Bloß nicht aufgeben müssen. Durchziehen. Kämpfen. Mithilfe ihres Teams hat sie es geschafft: Familie, Freunde, Arbeitskollegen, aber auch Laufpartner und Physiotherapeuten. „Sie sind für mich die wahren Helden“, betont Höschele im Interview.

Die ganze Nacht hätten sie sich um die Ohren geschlagen, erzählt Tanja Höschele, und sie die ganze Zeit über motiviert. Echte Müdigkeit habe sie deshalb gar nicht erst gespürt. Nur einmal, frühmorgens gegen halb vier, da seien die Augen tatsächlich schwer geworden. „Da hatte ich mal einen Tiefpunkt.“

Doch auch den hat sie überwunden, das Ziel des Rekords immer im Blick. Die Schmerzen? Haben geholfen - gespürt habe sie die Spannung in den Oberschenkeln. „Dadurch wurde ich aber auch nicht richtig müde.“ 26 Stunden lang.

Neue Weltrekord-Kategorie: das längste Außentreppensteigen

Für diese Leistung wird eine neue Rekordkategorie geschaffen, erzählt sie kurz vor dem Start am Samstagmorgen. Das Fernsehen war da gerade da und hat sie für einen Beitrag interviewt, der in der SWR-Landesschau gezeigt werden wird. Den bestehenden Rekord im Treppenstegen hält ein Schweizer, erzählt sie dabei.

Ich wollte unbedingt was hier an der Himmelsleiter machen.
Tanja Höschele, Extremsportlerin

Der hatte seinen Rekordversuch aber in einem Turm absolviert. „Ich wollte unbedingt was hier an der Himmelsleiter machen.“ So sei im Austausch mit dem Deutschen Rekordinstitut die Idee entstanden, einfach das längste Außentreppensteigen als neue Kategorie anzuvisieren.

28 Höhenmeter und 158 Stufen musste sie dafür in jeder Runde überwinden. Anfangs begleitet von einem Kamerateam, später von Freunden und Freundinnen, auch ihr Mann Sven, der sie von Anfang an unterstützt und das Startsignal gegeben hat.

Nach 26 Stunden hatte sich dann auch für ihn bewahrheitet, was Höschele unmittelbar vor dem Start bemerkt hatte: „Heute ist ein sehr guter Tag“. Übrigens nicht nur für sie: Zwei Firmen haben schon im Vorfeld zugesagt, dass sie einen Euro pro Runde spenden wollen. Mit dem Geld soll ein Defibrillator für die Gemeinde angeschafft werden.

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