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Pflug, Leiterwagen und Milchkanne

Petra Beck aus Kieselbronn lässt alte Werkzeuge in neuem Glanz erstrahlen

Viele Jahre lagen die alten Geräte und Werkzeuge in einem Schuppen. Bis Petra Beck aus Kieselbronn sich ihnen widmete. Sie restauriert die alten Geräte und will ihre Geschichte weitererzählen.

Da steckt Geschichte drin: Petra Beck begutachtet den historischen Pflug, während ihr Vereinskollege Dieter Weber einen Leiterwagen zieht. Foto: Nico Roller

Kühe haben ihn in der Region einst über das Feld gezogen, dabei den Boden aufgelockert und durchlüftet. Inzwischen ist das schon lange her. Und dennoch: Heute erstrahlt der große, hölzerne Pflug in einem neuem Glanz. Petra Beck hat ihn restauriert, hat ihn vom Schmutz befreit, hat alle Unebenheiten aus dem Holz beseitigt und ihn zweimal gestrichen.

Der Pflug war das erste historische landwirtschaftliche Gerät, das die Vorsitzende des Kieselbronner Obst- und Gartenbauvereins (OGV) wieder in Schuss brachte. Und er ist nicht das einzige geblieben. Unter anderem hat sie sich auch schon um eine hölzerne Egge, um Leiterwägen und eine Dezimalwaage mitsamt Gewichten gekümmert. Es macht ihr großen Spaß.

Geschichte vor dem Vergessen bewahren

„Da steckt Geschichte drin“, sagt Beck: „Ich finde es beeindruckend, zu überlegen, was diese Geräte schon alles erlebt haben könnten.“ Schließlich handelt es sich bei den meisten um Relikte aus einer Zeit, in der es noch nicht für alles eine Maschine gab, in der Computer noch nicht denken und Menschen noch nicht fliegen konnten.

Damals wurde auf den Feldern hart geschuftet, um etwas auf dem Teller zu haben, auch in der Region. Beck will die Werkzeuge vor dem Verfall bewahren, dafür sorgen, dass sie und die mit ihnen verbundenen Handwerkstechniken nicht in Vergessenheit geraten.

Früher, als der Kieselbronner OGV noch seine großen Herbstschauen in der örtlichen Turn- und Festhalle ausrichtete, wurden die alten Geräte dort zur Dekoration in optisch ansprechenden Arrangements mit Blumen und Obst präsentiert. Kein Wunder, dass die Herbstschauen damals jedes Jahr aufs Neue zahlreiche Besucher anzogen.

Scheunenfunde wurden restauriert

Doch irgendwann war es mit ihnen vorbei – und die Geräte wurden eingelagert: Vereinsmitglied Rudi Spittelmeister hatte sich damals bereiterklärt, dafür seine Scheune zur Verfügung zu stellen, genauer gesagt seinen Rübenkeller und seinen Heubarn. „Dafür sind wir ihm sehr dankbar“, sagt Beck: „Das hat uns wirklich sehr geholfen.“

Zehn Geräte dürften es gewesen sein, die damals eingelagert wurden, darunter unter anderem eine Handkarre, Bollerwägen, eine Milchkanne, eine Dezimalwaage mitsamt Gewichten, eine Egge und ein Pflug, beide aus Holz. Etliche Jahre sind sie in Spittelmeisters Scheune gelegen – bis man sich im Herbst 2020 dazu entschied, sie zu restaurieren und so für die Nachwelt zu erhalten.

„Wir wollen unserer Kindergruppe davon erzählen, wie es früher war, wie man auf das Feld ging und den Acker bestellte“, erklärt Beck: „Sie sollen wissen, dass es einmal eine Zeit vor Traktoren und Mähdreschern gab.“ Beck will den Kindern die Geräte und ihre Funktionsweise zeigen. Sie sollen sie selbst ausprobieren. Etwa, indem sie das Gewicht verschiedener Gegenstände mit Hilfe einer alten Dezimalwaage bestimmen, die noch mit Gegengewichten funktioniert. „Darauf freue ich mich schon jetzt.“

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