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Wegen fehlender Optimierung

Stahlgittermasten gefordert: Kieselbronn macht bei Energieversorgung eine Kehrtwende

Nach wie vor steht man in Kieselbronn der neuen Stromleitungstrasse kritisch gegenüber, die einmal vom Umspannwerk in Birkenfeld nach Ötisheim verlaufen soll.

Kommen doch die Stahlgittermasten? Nachdem man in Kieselbronn lange kompakte Vollwandmasten gefordert hatte, schwenkt man nun um. Der Grund: Die Vollwandmasten wären nicht schlanker als die Stahlgittermasten. Foto: Nico Roller

Schon seit vielen Jahren wird sowohl im Gemeinderat als auch in der Bevölkerung über den geplanten Neubau der Leitung diskutiert, die künftig Strom mit einer Höchstspannung von bis zu 380 Kilovolt transportieren und dabei auch an Kieselbronn vorbeikommen soll.

Nun hat Bürgermeister Heiko Faber im Planfeststellungsverfahren für die Gemeinde eine Stellungnahme abgegeben. Den entsprechenden Beschluss fasste er per Eilentscheidung – aber nicht, ohne vorher die einhellige Zustimmung des Gemeinderats einzuholen, wie er gegenüber dieser Zeitung betont.

Acht Seiten ist die Stellungnahme lang. Unter anderem geht es um die Höhe der Masten, die bei der ersten Planänderung verlegt wurden. Dass bei einigen nach der Verschiebung insgesamt größere Höhen vorgesehen sind, können Bürgermeister und Gemeinderat nicht nachvollziehen.

Abstände aus elektrischen Gründen nicht veränderbar

Ein weiterer Knackpunkt ist das Mastbild: Schon früh hatte Kieselbronn für seine Gemarkung Kompakt- und Vollwandmasten gefordert, die in Bezug auf Höhe, Traversenbreite und Immissionen im Vergleich zu den konventionellen Stahlgittermasten deutlich reduziert sind.

Als der Vorhabenträger im September 2020 im Gemeinderat die erste Planänderung vorstellte, kam sowohl aus dem Gremium als auch von Verwaltungsseite die Frage, ob eine Optimierung der dargestellten Vollwandmasten in der von Kieselbronn geforderten Weise möglich sei.

Nein, lautete damals die Antwort des Vorhabenträgers. Dass die Traverse bei ihnen in etwa genauso breit ist wie bei den Stahlgittermasten, erklärte der anwesende Projektvertreter mit den geltenden Vorschriften, die das Einhalten von festgelegten Abständen nicht aus statischen, sondern aus elektrischen Gründen fordern.

Für die Gemeinde Kieselbronn freilich eine unbefriedigende Antwort, denn: Sollte die von ihr gewünschte weitere Optimierung auch künftig nicht möglich sein, hätten die Kompakt- und Vollwandmasten aus ihrer Sicht keine Vorteile mehr gegenüber den Stahlgittermasten, die inzwischen niedriger und mit geringerer Traversenbreite umsetzbar sind.

Hinzukommt, dass ihre Einzelteile deutlich leichter anzuliefern wären als die der Vollwandmasten. Deren einziger verbleibender Vorteil würde dann aus Kieselbronner Sicht noch darin bestehen, dass sie weniger Platz am Boden benötigen.

Ein Mast wird aus der Luft aufgestellt

In ihrer Stellungnahme macht die Gemeinde daher eine klare Ansage: Sollte eine Optimierung der Vollwandmasten vom Vorhabenträger weiterhin abgelehnt werden, fordert man den Einsatz von Stahlgittermasten, die dieselbe Höhe und Traversenbreite haben wie die bisher geplanten Vollwandmasten.

Allerdings: Ein Mast soll in jedem Fall als Vollwandmast ausgeführt werden, nämlich der im Aspenwald. Aus ökologischen Gründen fordert Kieselbronn, dass er aus der Luft aufgestellt wird: Ein Helikopter soll die Einzelteile zum Aufbauort transportieren.

Wo Stahlgittermasten gebaut werden, soll aus Kieselbronner Sicht unbedingt auf Plattenfundamente verzichtet werden, damit zwischen den einzelnen Fundamentpunkten ökologisch wertvolle Refugien geschaffen werden können.

Auch wenn man in Kieselbronn nun von den ursprünglich mit Nachdruck geforderten Kompaktmasten wieder abrückt, hat sich das Engagement der vergangenen Jahre aus Sicht von Bürgermeister Heiko Faber ausgezahlt: „Der ganze betriebene Aufwand hat dazu geführt, dass, unabhängig von der Ausführung der Masten, das Mastbild in Bezug auf Höhe und Traversenbreite auf der gesamten Trasse deutlich verbessert wurde.“

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