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Tour durch das Museum

Im „Museum Walters Oldtimer“ in Knittlingen werden Erinnerungen wach

Wahre Schätze der Automobil-Geschichte zeigt das „Museum Walters Oldtimer“ in Knittlingen. Während des Lockdowns war es lange geschlossen. Bis zur Winterpause ab November ist es wieder geöffnet.

Im Oldtimermuseum in Knittlingen gibt es auf 4.000 Quadratmetern Pkws aller Couleur und Marken. Foto: Eva Filitz

Auch außerhalb des Areals der Knittlinger Marktstraße auf Schatzsuche zu gehen, lohnt sich. Zumindest dann, wenn man bei einem Bummel weg vom Zentrum am Pflegmühlenweg 60 vor einem auffälligen Schild Halt macht.

„Museum Walters Oldtimer“ ist da zu lesen. Eigentlich ist es eine Gegend, in der man nicht unbedingt museale Kultur erwartet.

Doch „Fahrzeuge – Technik – Handwerk – Leben im ländliche Raum“ werden kurzgefasst angepriesen, dazu mit Fotos interessanter Objekte, die einfach neugierig machen. Also den Versuch wagen.

Die Eingangstür ist nur angelehnt, ein paar Schritte durch einen kleinen Flur und dann? „Wow, das gibt’s nicht“, bleibt man wie erschlagen stehen und versucht sich einen ersten Überblick zu verschaffen. Unmöglich bei der Fülle an Objekten. 4.000 Quadratmeter sind vollgestopft mit Pkws aller Couleur und Marken.

Barockengel“ weckt bei älteren Besuchern Erinnerungen

So wird der bayrische „Barockengel“, ein BMW-V8, bei älteren Besuchern Erinnerungen wecken, oder auch der großvolumige Opel, ein wahres Schlachtschiff. Zunächst etwas belustigt blickt man auf den Messerschmitt Kabinenroller, die Isetta, den Heinkel Kabine, den Karman Ghia oder das Goggomobil.

Bis einem dann einfällt, dass diese Winzlinge aus den 50er-Jahren das Auto des kleinen Mannes waren, der sich trotz sprießendem Wirtschaftswunder keinen höherwertigen fahrbaren Untersatz leisten konnte. Wie sinnig doch dazu einer der ausgehängten Slogans: „Wer den Tod nicht scheut, fährt Goggo oder Lloyd.“

Von der Nähmaschine zum Auto mit dem Blitz

Vertreten sind so ziemlich alle hierzulande bekannten Marken. Deren Erbauer sind auf zahlreichen Porträts abgebildet. „Aha, zunächst musste ja mal ein Mensch eine zündende Idee haben, ehe so ein Vehikel fahrbereit war“, überlegt man sich beim Betrachten.

Sehr informativ sind auch viele ausführliche Beschreibungen, die an den Fahrzeugen hängen und die wie ein kleiner Streifzug durch die Industriegeschichte sind. So erfährt der Leser, dass die Firma Adler Autos, Motorräder, Nähmaschinen und Schreibmaschinen hergestellt hat. Bei Opel heißt es: „Von der Nähmaschine zum Auto mit dem Blitz.“

Über 100 Motorräder sind ausgestellt

Voll auf ihre Kosten kommen auch die Motorradfans. Über 100 dieser Zweiräder sind ausgestellt. Das älteste ist eine NSU 3,5 HP, Baujahr 1910. Auch Motorroller, Fahrräder oder Krankenfahrzeuge waren schon vor Jahrzehnten viel genutzte Fortbewegungsmittel.

Gründer des Museums ist der im Februar 2020 verstorbene Knittlinger Unternehmer Walter Pfitzenmeier, den sein Faible für technische Entwicklungen zu einem passioniertem Sammler werden ließ. Außer den Fahrzeugen ist seine Ausstellung ein Spiegelbild ländlichen Lebens im vorigen Jahrhundert.

Gezeigt werden technische Anlagen aller Art, landwirtschaftliche Geräte, Landmaschinen, historische Werkszeuge, Schriften, Musikinstrumente, komplett eingerichtete Läden wie Konditorei oder Frisör, Küferei sowie eine Schuster- und Schreinerwerkstatt jeweils mit Originalwerkzeugen ausgestattet.

60 Schlepper stehen in Halle 2

In der Halle 2 überwiegen die 60 Schlepper, dabei bekannte Namen wie Hanomag, Deutz oder stark vertreten Lanz. Alle aufgereiht in zweiter Reihe auf einer Empore, da der Platz für diese Menge unten nicht ausreicht.

Auch ein Porsche Traktor ist irgendwo zu finden. Handbetriebene Ackergeräte zeigen, wie mühsam früher die Felderbewirtschaftung mit Pferd oder Ochse war.

Seit zwei Stunden sind wir hier und entdecken immer etwas noch Sehenswerteres.
Angelika und Adolf Ruppert

„Das hier ist doch ein wahres Juwel“, stellten, sichtbar beeindruckt von der gezeigten Fülle, Angelika und Adolf Ruppert aus Jöhlingen fest. „Seit zwei Stunden sind wir hier und entdecken immer etwas noch Sehenswerteres.“ Auch lobten sie, wie gepflegt sich die Ausstellung präsentiere.

Verein kümmert sich um Fortbestand

Seit 2016 kümmert sich der Verein Museum Walters Oldtimer um den Fortbestand und die Weiterentwicklung der Sammlung. „An den Samstagen, an denen wir von 10 bis 15 Uhr geöffnet haben, haben wir abwechselnd Dienst“, berichtet Vereinsmitglied Uwe Jock.

Wegen Corona war lange geschlossen, seit Juni 2021 wieder geöffnet. „Doch der Besuch ist noch mager, heute Vormittag waren drei da, einer sogar aus Bayern. Noch bis Ende Oktober haben wir geöffnet. Dann beginnt bis März nächsten Jahres unsere übliche Winterpause.“

Anmeldung

Gruppenanmeldung per E-Mail Anmeldung@walters-oldtimer.de oder Telefon (0 15 22) 3 93 50 21

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